Übergang in den Beruf

Schüler motivieren und fordern

Neu-Isenburg - Viele Jugendliche haben Probleme, sich für einen Beruf zu entscheiden. Das städtische Jugendbüro bietet eine kontinuierliche Begleitung an.

Hilfe beim Übergang von Schule und Beruf – das hat sich das Jugendbüro auf die Fahnen geschrieben. Auch wenn es immer neue Rekorde bei der Zahl der Ausbildungsplätze in Neu-Isenburg gibt, sind Jugendliche weiter auf Unterstützung angewiesen. Das geht aus dem Bericht der städtischen Einrichtung für das Ausbildungsjahr12/13 hervor.

Die Mitarbeiter berieten demnach 396 Jugendliche und junge Erwachsene. Zudem gab es in diesem Zeitraum 13 Seminare mit 236 Schülern zur Berufsorientierung und -vorbereitung, zum Bewerbungstraining, zur Vorbereitung von Einstellungstests sowie zum Thema „Soziales Lernen“. Neu ist nach Angaben des Leiters Klaus-Peter Martin, dass auch immer mehr Eltern sich ans Jugendbüro wenden.

Gute Vernetzung

„Die große Nachfrage hat erneut gezeigt, wie wichtig ein solch niedrigschwelliges Beratungsangebot vor Ort ist“, betont Erster Stadtrat Stefan Schmitt. Er lobt die gute Vernetzung und Zusammenarbeit mit Schulen, Unternehmen und Eltern. Der hohe Zuspruch zeige aber auch, dass die Schulabgänger zum Teil große Probleme haben, sich für einen Beruf zu entscheiden und sich zielgerichtet zu bewerben.

„Eine einmalige Beratung oder die Teilnahme an einem Seminar reicht für die Mehrheit der Schulabgänger nicht aus“, berichtet Martin. Vielmehr sei eine kontinuierliche Begleitung während des Übergangs notwendig. Dabei geht es darum, neue Perspektiven aufzuzeigen, aber auch, die Jugendlichen immer wieder zu motivieren und sie zu fordern. Dabei hilft die Initiative „Alt hilft Jung“, die seit mehr als 15 Jahren erfolgreich ist. Senioren unterstützen die Schulabgänger, sich fit für eine Ausbildung zu machen.

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„Der größte Teil kommt, um sich Hilfe beim Erstellen von Ausbildungsunterlagen zu holen“, so der Leiter. Vor allem die von immer mehr Unternehmen verlangten Online-Bewerbungen stellten an die Jugendlichen hohe Anforderungen.

Das Ausbildungsplatzangebot hat sich in Neu-Isenburg seit der Gründung des Ausbildungsforums kontinuierlich verbessert. Martin kann vom dritten Rekord in Folge sprechen. Mit 288 offenen Stellen gab es noch einmal 17 mehr als im Jahr zuvor. Ein knappes Drittel der angebotenen Stellen stand Abgängern mit einem Hauptschulabschluss zur Verfügung. Für Neu-Isenburg trifft die Feststellung also nicht zu, dass es für Hauptschüler keine Lehrstellen gibt. Mit einer Quote von 24 Prozent an Hauptschülern, die direkt in eine Berufsausbildung übergewechselt sind, steht die Stadt gut da. Allerdings lag der Anteil unter dem des Vorjahres.

Stadt sieht sich bestens aufgestellt

Und doch stellt Martin eine Stagnation fest. Vielen Schülern fehle die Ausbildungsreife. „Ein Jugendlicher, der mit einem vernünftigen Zeugnis von der Schule abgeht und sich bewirbt, bekommt zu 100 Prozent eine Stelle“, ist er sich sicher. Das Problem sei aber, dass viele sich erst gar nicht bewerben. Da seien auch Schulen und Eltern bei der Motivation gefordert.

Seit einiger Zeit treten Fachleute dafür ein, dass Kommunen mehr Verantwortung beim Übergang von der Schule zum Beruf übernehmen. Die Stadt sieht sich da bestens aufgestellt. „Das alles liest sich wie eine Beschreibung der Maßnahmen in Neu-Isenburg“, so Schmitt. Seit langem gibt es ein Ausbildungsforum, eine lokale Ausbildungsplatzakquise, eine Berufsinfobörse, ein Beratungsangebot vor Ort, eine kontinuierliche Begleitung durch ehrenamtliches Engagement, aufsuchende Arbeit durch die Mobile Jugendhilfe sowie die Unterstützung durch die Bürgerstiftung Jugend und Beruf.

hov/hok

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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