„Weil wir die Welt schätzen“

KIZ-Kinder verwandeln Müll in schöne Dinge

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Dieses Kunstwerk mit der Aufschrift „Weil wir nicht nur am Ende des Regenbogens einen Schatz finden möchten, sondern weil wir die Welt schätzen“ schenkten die Kinder dem Stadt-Chef, wie sie sagten.

Neu-Isenburg – Man findet sie leider überall, die meist achtlos, manchmal sogar vorsätzlich weggeworfenen Umweltsünden – von Coffee-To-Go-Bechern über Fast-Food-Behältnisse bis hin zu Dosen und Plastikbehältern. Von Leo F. Postl

Ignorieren ist eine Möglichkeit – schweigend einsammeln und ordnungsgemäß entsorgen eine wohl bessere. Doch am besten wäre es, erst gar keine Umweltsünden zu begehen. Doch wie kann ein besseres Umweltbewusstsein erreicht werden?
Genau dies fragten sich ein paar besonders umweltbewusste Kinder im Kinderzentrum Gravenbruch (KIZ). Der Dokumentarfilm „Plastic Planet“ lieferte ihnen so etwas wie eine Initialzündung. Das Thema Müll, Abfallbeseitigung und Recycling war in den vergangenen Herbstferien auf den Tisch aktuell geworden.

Was Feuerwerk für Tiere bedeutet, darum geht es bei dieser Arbeit. „Wenn unsere Haustiere bei Feuerwerk schon erschrecken, was passiert dann mit den Tieren im Wald, um die sich niemand kümmert?“, fragt sich auch Alexandra, die vor dem Kunstwerk steht.

Angefangen hatte es mit dem Einsammeln des herumliegenden Mülls auf dem Hof des KIZ, dann wurde der Kreis größer, die Mädchen und Jungen spazierten mit ihren Betreuern am Waldrand entlang und durch die Straßen von Gravenbruch. Ausgestattet mit Greifern, Müllbeuteln und Warnwesten sammelten sie alles ein, was dort nicht herumliegen sollte.

„Die Kinder waren so begeistert, dass sie einmal alles sehen wollten, was mit ihrem selbst produzierten Müll passiert“, erklärte Salima Akhita, stellvertretende KIZ-Leiterin, den Einstieg. Also wurden die Müllmänner beim Abholen der verschiedenen Abfalltonnen beobachtet und dann beim Dienstleistungsbetrieb (DLB) die Mülltrennung verfolgt.

„Da haben die Kinder einmal gesehen, welche Massen allein aus Gravenbruch dort auflaufen“, beschreibt Salima Akhita das Staunen der Kinder über die Müllberge. Durch die verschiedenen Recycling-Prozesse erfuhren sie, dass Müll nicht einfach wertloses Zeug ist, sondern wieder verwertet werden kann. Sie haben verstanden, dass die Wiederverwertung die ursprünglichen Ressourcen unserer Erde schont. „Wir haben ihnen erklärt, dass die Rohstoffe nicht unendlich verfügbar sind und manche bald schon recht knapp werden“, erklärt auch Mark De Fazio, der derzeit als Betreuer-Praktikant im KIZ arbeitet.

Die Begeisterung der Kinder für den Müll wurde geweckt, als ihnen gezeigt wurde, dass aus weggeworfenen Dingen Kunst geschaffen werden kann.

Die Betreuter legten mit dem Nachwuchs zunächst Themenbereiche fest, die unter Müll leiden und die Auswirkungen mit Müll-Kunstwerken dargestellt werden sollten. Klar, lag die Erde an vorderster Stelle, doch auch ohne sauberes Wasser und reine Luft können weder Menschen noch Tiere leben.

Unterwegs mit den Offenbacher Müll-Detektiven: Bilder

Diese Aspekte stellten die KIZ-Kinder nun in beeindruckenden Kunstwerken dar. Die Kinder erwiesen sich als äußerst kreativ im Umgang mit Müll und dem Thema Recycling. So erfuhren alte Dosen, Joghurt-Becher, Flaschen Zigarettenschachteln und vieles mehr, was sie am Straßenrand gefunden hatten, eine neue Bestimmung. Jedes Kunstwerk vermittelt eine besondere Botschaft, von der sich auch Bürgermeister Herbert Hunkel beeindruckt zeigte, als er im Rathausfoyer die Ausstellung „Die Umwelt ist die Welt um uns herum“ mit Arbeiten der Kinder eröffnete.

„Wisst Ihr, wie viele Abfallbehälter es in Neu-Isenburg gibt?“, fragte das Stadtoberhaupt. Es sind rund 600 – diese werden wöchentlich gelehrt. So kommen monatlich 95 Tonnen Müll zusammen, wovon das meiste einfach weggeworfen wurde.

Für die Kinder des KIZ ist es eine ganz besondere Ehre, dass sie ihre Müll-Kunstwerke im Rathaus zeigen dürfen. Als Dankeschön schenkten die Jungen und Mädchen dem Rathauschef ein Kunstwerk aus kleinen Bechern, die einen Regenbogen darstellen und mit der Aufschrift „Weil wir nicht nur am Ende des Regenbogens einen Schatz finden möchten, sondern weil wir die Welt schätzen“ versehen sind. Und was sagte der Bürgermeister dazu? „Das ist einfach eine tolle Ausstellung und ein tolles Geschenk für mein Zimmer.“

Bis zum 31. Januar ist die farbenfrohe Ausstellung im Rathausfoyer zu sehen.

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