FFK sucht neue Wege

Künstler lassen sich von Corona-Krise nicht unterkriegen

Diese Aufnahme mit ihren geometrischen Strukturen gelang Kati Conrad im fast menschenleeren Frankfurt.
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Diese Aufnahme mit ihren geometrischen Strukturen gelang Kati Conrad im fast menschenleeren Frankfurt.

Die Coronakrise stellt auch Künstler bundesweit vor besondere Herausforderungen. Das ist bei den Mitgliedern des Forums zur Förderung von Kunst und Kultur (FFK) nicht anders. Viele Veranstaltungen wie das große Jahresevent mussten abgesagt oder verschoben werden.

Neu-Isenburg – „Und doch halten wir die Fahne der Kunst hoch“, versichert die stellvertretende Vorsitzende Kati Conrad. Sie hat sich bei Kollegen umgehört, die sich alle in diesen Zeiten nicht unterkriegen lassen wollen.

„Jeder muss raus aus seiner Komfortzone, niemand macht weiter wie bisher“, so Conrad. Manche haben plötzlich nichts mehr zu tun, andere sind größeren Belastungen ausgesetzt als je zuvor. „Wer jetzt Künstler ist, hat einiges, was rausgelassen werden möchte.“ Deshalb ist Conrad der Überzeugung, dass die Kunst eben gerade nicht in einer Krise steckt, sondern nur neue Wege sucht, „was der Kreativität ja förderlich ist und was uns in allen Epochen weitergebracht hat“.

Neue Wege mussten auch für den monatlichen Künstlerstammtisch des FFK gefunden werden, der in der gewohnten Form nicht stattfinden konnte. Stattdessen gab es eine Videokonferenz der Mitglieder, die gut geklappt hat. „Es war schön, alle wiederzusehen“, berichtet Conrad. Die Teilnehmer konnten sich einige ihrer neuen Arbeiten zeigen. „Vielleicht laden wir auch mal zu einem virtuellen Atelierbesuch ein“, meint die Künstlerin.

Eigentlich ist Susanne Eggers Fotografin. Während der Coronakrise hat sie sich der Aquarellmalerei zugewendet.

Die für Ende März im Foyer des Hallenbads geplante Ausstellung unter dem Motto „Licht und Schatten“ wird auf den Herbst verlegt. Einen neuen Termin gibt es schon für das Ende März verschobene Konzert der Kunstbühne, die ebenfalls zum FFK gehört. Joscho Stephan wird sein Programm „Gypsy Swing“ nun am Sonntag, 6. September, um 17 Uhr im Treffpunkt präsentieren. Bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit oder können dort zurückgegeben werden, wo sie gekauft wurden.

Pech hatten auch der Stadtfotograf 2019 Peter Hahn und der FFK. „Wir konnten gerade noch seine Jahresausstellung im Stadtmuseum eröffnen, bevor dieses zugemacht werden musste“, so Conrad. Unabhängig von einer möglichen Wiedereröffnung ist eine virtuelle Führung durch die Schau „Die Stadt im Grünen“ mit dem Fotografen am Dienstag, 28. April, um 17 Uhr über die Video-Plattform Zoom geplant. Denn Hahn sei ein Jahr mit der Kamera in Neu-Isenburg unterwegs gewesen, um die Natur in der Stadt aufzuspüren. Das soll nicht vergebens gewesen sein.

Von Kollegen hat sie einige Rückmeldungen bekommen, die zuversichtlich stimmen. Dazu zählt Sabine Eggers, die eigentlich Fotografin ist. Doch das ist in den Zeiten von Corona in den Hintergrund gerückt. Dafür hat die Künstlerin das Aquarellmalen für sich entdeckt und beschäftigt sich intensiv damit.

Ulli Ehret hat sich auf das digitale Zeichnen am Tablet verlegt. Dabei ist diese beeindruckende Arbeit entstanden.

Normalerweise hat Ulli Ehret ihre Kamera immer dabei und lässt sich bei ihrer Motivsuche nicht festlegen. Momentan hat sie sich auf das digitale Zeichnen mit dem Tablet verlegt. Entstanden sind einige abstrakte Arbeiten.

Ellen Szyska ist eigentlich immer auf Achse. Aktuell lässt sie es ruhiger angehen, bleibt aber kreativ. Intensiv beschäftigt sie sich aktuell mit Zeichnungen. Uwe Gillig, der Grafiker, Zeichner, Maler ist und Bronzefiguren schafft, nutzt ebenfalls die Gelegenheit, um in seinem Atelier weiter tätig zu sein. Dasselbe lässt sich für Waltraud Stettin und ihre Malerei sagen. Conrad selbst tüftelt nicht nur weiter an ihrem Projekt, die Reste von Toilettenrollen kreativ zu verarbeiten (wir berichteten). Auch als Streetfotografin ist sie weiterhin unterwegs, auch wenn sich da einiges geändert hat. Unter Einhaltung der Vorgaben richtet die Künstlerin ihre Kamera auf ein verändertes Frankfurt.

Auch die Mitglieder der anderen Sparten versuchen, das Beste aus der Situation zu machen. Conrad verweist als Beispiel auf die Aktionen der Musiker mit Haus- und Balkonkonzerten beispielsweise zur Ode an die Freude.

Und doch hoffen natürlich alle, dass es endlich wieder losgeht. Weitere Infos finden sich auf den Webseiten des FFK Neu-Isenburg und der Kunstbühne Neu-Isenburg.

VON HOLGER KLEMM

Um die Kultur in der Stadt zu erhalten und weiter zu fördern, hat Offenbach jetzt eine Spendenplattform eingerichtet. So können die Offenbacher Bürger ihre Lieblingskulturorte mit einer Krisenhilfe unterstützen.

Die Azubis des Kempinski-Hotels in Neu-Isenburg haben derweil in der Corona-Krise mit einer kreativen Aktion einen Volltreffer gelandet: Sie bieten einen Drive-in für Eiskugeln an.

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