Verschiedene Lösungen

Lärmschutz an der A3 auf dem Prüfstand

Neu-Isenburg - Von einer „schnellen Antwort aus dem Ministerium“ in Sachen Lärmschutz an der A 3 berichtet der Magistrat: Das Land Hessen, so sei in dem Schreiben zu erfahren, habe seine Verkehrsbehörde Hessen Mobil aufgefordert, die A3 bei Neu-Isenburg schalltechnisch zu begutachten und dem Verkehrsministerium „eine umfassende fachliche Stellungnahme“ zu schicken.

Sobald die entsprechenden Unterlagen vorliegen und bewertet wurden, heißt es aus dem zuständigen Referat, werde die Stadt ein Antwortschreiben erhalten. Damit wird Mitte August 2018 gerechnet. .

Wie berichtet, hatte Bürgermeister Herbert Hunkel vor gut einer Woche an das Verkehrsministerium geschrieben und „auf die Lärmsituation entlang der A 3 hingewiesen“. In dem Schreiben hatte der Rathauschef „als ersten Schritt zu einer Verbesserung auch die Herabsetzung der zulässigen Geschwindigkeit auf 80 Stundenkilometer in den Nachtstunden von 22 bis 6 Uhr empfohlen“, wie er mitteilt.

Er freue sich, sagt Hunkel, dass das Ministerium schnell reagiert habe: „Das zeigt, dass unser Anliegen für einen besseren Lärmschutz an der A3 ernst genommen wird“, meint Hunkel.

Unterdessen hat auch die Neu-Isenburger FDP auf die Forderung Hunkels nach einer nächtlichen Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Autobahn reagiert und diese kritisiert.

Wachsende Aggression auf Deutschlands Straßen

Dem Ziel des Bürgermeisters, die Lärmbelastung entlang der A 3 zu reduzieren und somit den Bürgern in Gravenbruch zu mehr Ruhe zu verhelfen, schließt sich der Ortsverband der FDP zwar ausdrücklich an. Was die zu wählenden Mittel betrifft, gehen die Meinungen jedoch auseinander.

„Die städtische Forderung nach einer nächtlichen Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 Stundenkilometer können wir nicht mittragen, da sie eine unnötige Einschränkung der individuellen Mobilität darstellt und das eigentliche Problem ohnehin nicht löst“, so die stellvertretende Vorsitzende Susann Guber. „Wir wollen eine Lösung, die 24 Stunden wirksam ist und sowohl die lärmgeplagten Anwohner wie auch die staugeplagten Autofahrer entlastet. Das bedeutet, die A 3 auf vier Spuren pro Fahrtrichtung auszubauen und dabei gleichzeitig einen zeitgemäßen Lärmschutz zu errichten.“ Im Ergebnis werde, so meinen die Liberalen, es in Gravenbruch ruhiger, die Staugefahr auf der A 3 verringert und die Kernstadt vom Umleitungsverkehr entlastet.

Die irrsten Autofahrer der Welt

„Leider wird genau diese offensichtliche Lösung vom grünen hessischen Verkehrsminister verweigert“, meint Dirk Stender, Vorsitzender der örtlichen FDP. „Das Problem ist nicht der mobile Bürger, sondern der zuständige Minister in Wiesbaden. Der Bund hat die Gelder zugesagt und in wenigen Jahren könnte Neu-Isenburg entlastet werden. Aus ideologischen Gründen wird der notwendige Ausbau der A3 von Tarek Al-Wazir jedoch schlichtweg verweigert. Dass die Menschen in unserer Region darunter zu leiden haben, wird billigend in Kauf genommen.“ Die FDP schließt mit diesem Appell: „Wir müssen in Infrastruktur investieren, anstatt die Menschen zu gängeln.“ (hov)

Rubriklistenbild: © dpa

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