Maria und Walter Norrenbrock

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In Neu-Isenburg wohlbekannt: Maria und Walter Norrenbrock feiern heute das Fest der Diamantenen Hochzeit.

Neu-Isenburg - Sie kamen als „Eigeplackte“ nach Neu-Isenburg – und sind seit vielen Jahren in der Hugenottenstadt bekannt wie der berühmte „bunte Hund“: Maria und Walter Norrenbrock.

Maria Norrenbrock ist aus der kirchlichen Arbeit in der Pfarrgemeinde Zum Heiligen Kreuz nicht wegzudenken und Walter Norrenbrock hat mit seiner politischen Arbeit für die Isenburger CDU unübersehbare „Footprints“, also nachhaltige Eindrücke, hinterlassen. „Wenn man so toll von einer Gemeinschaft aufgenommen wird, wie wir hier in Neu-Isenburg, dann gibt man auch gerne was zurück“, betont Walter Norrenbrock. Dies gilt auch für seine Frau Maria, die weiß, wovon sie nach gefühlt 20 Umzügen spricht – aber es waren nur 13. Beide können nun auf ein erfülltes gemeinsames Eheleben von 60 Jahren zurückblicken. Heute feiern Maria und Walter Norrenbrock diamantene Hochzeit.

Begonnen hat die Liaison mit einer „Bekehrung“ des Studenten. Ein Freund hatte ihn zu einer Faschingsveranstaltung im benachbarten „Marienhaus“, einem katholischen Wohnheim für Studentinnen und berufstätige Frauen in Hamburg, zu einer Faschingsveranstaltung eingeladen. „Zu diesen Betschwestern bringt mich keiner hin“, so die vorgefasste Meinung von Walter. Dann ging er doch mit und sein Blick fiel gleich auf eine sehr attraktive „Bardame“ – aus einem Drink wurden dann mehrere und „der Norrenbrock“ war bekehrt.

Das war Liebe auf den ersten Blick. Eigentlich wollte Maria am nächsten Tag zu ihrer Mutter nach Braunschweig fahren, blieb aber „wegen dem mutigen Typen“ noch einen Tag länger. Man schrieb sich dann viele Briefe, traf sich wieder und am 25. August 1958 läuteten auch schon die Hochzeitsglocken von St. Ägidien in Braunschweig.

Maria Norrenbrock, als Fräulein Winterer am 2. September 1934 in Braunschweig geboren, verbrachte ihre Kindheit in Marienwerder in Westpreußen, musste mit drei Geschwistern und der schwangeren Mutter gen Westen fliehen. Ihr Vater fiel in den letzten Kriegstagen. Sie absolvierte eine Lehre zur Einzelhandelskauffrau, war dann Einkäuferin und Abteilungsleiterin bei Hertie, seit 1964 widmete sie sich ganz der Familie.

Walter Norrenbrock wurde am 2. August 1931 in Markhausen im Münsterland geboren, absolvierte eine Uhrmacherlehre und legte bald erfolgreich die Prüfung zum Uhrmachermeister ab. Er bildete sich im kaufmännischen Bereich weiter, wurde Einkäufer, dann Abteilungsleiter und schließlich Geschäftsleiter namhafter Kaufhausunternehmen. Auch dafür war seine Frau der Anstoß, denn sie arbeitete im bekannten Kaufhaus Hertie in Hamburg. „Von Kaufhäusern hielt ich damals überhaupt nichts, ich hätte mir nicht mal ein paar Socken oder ein Hemd dort gekauft“, beschreibt er heute noch seine Einstellung. Und plötzlich war er ebenfalls als Chefeinkäufer der Uhren- und Schmuckabteilung bei Hertie – also ganz nahe bei seiner Maria.

Es folgten zahlreiche Berufungen an andere große Häuser, von Braunschweig und Berlin über Oldenburg, Koblenz, Eschborn und Wuppertal, bis er schließlich in Frankfurt landete und im Neu-Isenburger Buchenbusch ein schönes Häuschen fand. „Jetzt ist es genug, hier bleiben wir“, setzte das Ehepaar seinem „Nomadenleben“ ein Ende. Grund war auch die überaus freundliche Aufnahme in Heilig Kreuz, damals geleitet von Pfarrer Norbert Bachus.

Bei einem Spaziergang durch die Bahnhofstraße war gerade die Tür zur CDU-Geschäftsstelle geöffnet, auch dort wurden beide freundlich und mit offenen Armen aufgenommen. Das war der Beginn der politischen Kariere von Walter Norrenbrock in Neu-Isenburg. Über 16 Jahre leitete er als Stadtverordnetenvorsteher das Parlament, war vier Jahre Dezernent für Integration, stand viele Jahre lang an der Spitze des Friedhofszweckverbandes, war vier Jahre Vorsitzender des Kreistages Offenbach und stand 22 Jahre an der Spitze des VdK-Ortsverbands.

Seine zahlreichen Verdienste um die Hugenottenstadt würdigt Neu-Isenburg mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft; und eine Straße im Birkengewann ist kürzlich nach Walter Norrenbrock benannt worden.

Auch familiäre Schicksale konnten das Paar nicht aus der Bahn werfen, ihr Sohn Michael verstarb 2014.

Zum Fest der Diamantenen Hochzeit gratulieren Sohn Matthias mit seiner Frau und den vier Enkelinnen. Da sich die gläubigen Maria und Walter Norrenbrock sicher sind, dass nicht alles einfach so gekommen sein kann, gibt es heute um 18.30 Uhr einen Dankesgottesdienst in Heilig Kreuz. (lfp)

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