Sauberkeit

Immer mehr Beschwerden über Müll und Schmutz in Neu-Isenburg

Der DLB ist täglich mit acht Leuten und zwei Kehrmaschinen im Einsatz, um Papierkörbe zu leeren und Straßen von Unrat zu befreien – wie etwa am westlichen Gravenbruchring, wo es jüngst Beschwerden gab.
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Der DLB ist täglich mit acht Leuten und zwei Kehrmaschinen im Einsatz, um Papierkörbe zu leeren und Straßen von Unrat zu befreien – wie etwa am westlichen Gravenbruchring, wo es jüngst Beschwerden gab.

DLB-Mitarbeiter und Stadt haben mit Kampf gegen Vermüllung in Neu-Isenburg viel zu tun. Ein Rundgang verdeutlicht, warum.

Neu-Isenburg – Vermehrt gibt es in Isenburg Beschwerden über schmutzige Ecken, abgelagerten Müll und Hundekot in den Straßen. Anlass genug für Ersten Stadtrat Stefan Schmitt (CDU), genauer hinzuschauen. Zu seinem Rundgang durch die Stadt begleiten ihn DLB-Geschäftsführerin Petra Klink, Norbert Schäfer, Fachbereichsleiter Straßenreinigung beim DLB, die stellvertretende Ordnungsamtsleiterin Vanessa Mauer und Silvia Gabriel, Mitarbeiterin vom Ordnungsamt und seit 24 Jahren auf den Straßen der Hugenottenstadt unterwegs.

Das Gute vorab: So schlimm sieht es gar nicht aus in Isenburgs Straßen. Natürlich gibt es an den markanten Plätzen immer mal wieder Zigarettenkippen rund um die Bänke und kleine Papierchen – trotz vorhandener Mülleimer.

Und auch – überraschend wenige – Hundehaufen begegnen der Gruppe auf dem Weg. Im Gespräch mit Petra Klink und Norbert Schäfer wird aber sehr deutlich, dass sich die Stadt die Ordnung einiges kosten lässt.

Mit rund 490 000 Euro schlagen Straßenreinigung und die Bewirtschaftung der Papierkörbe zu Buche. Alleine acht Mitarbeiter des DLB kümmern sich um saubere Straßen und Plätze. „Wir haben mit 14,5 Papierkörben pro 1000 Einwohner besonders viele Optionen, den Müll ordnungsgerecht zu entsorgen“, betont Klink. In den insgesamt 574 Papierkörben, die im Stadtgebiet und den Stadtteilen verteilt stehen, hinterlässt jeder Bürger im Durchschnitt 2,44 Kilogramm Müll im Jahr. Gerade zur Sommerzeit bedeutet das auch, dass die Mitarbeiter des DLB ständig unterwegs sind, um die Körbe zu leeren. „Im Bansapark, an der Frankfurter Straße, am Rosenauplatz sind wir an fünf Tagen in der Woche und manchmal sogar am Wochenende zur Leerung“, erläutert Norbert Schäfer, während er eine Weinflasche am Bansapark in einen der Eimer scheppernd entsorgt.

Ein großes Problem sei dabei vor allem an der Frankfurter Straße der tütenweise Hausmüll, der in die öffentlichen Papierkörbe fliege: „Das ist die Geiz-ist-geil-Mentalität. Die Leute nehmen sich die kleinstmögliche Tonne und stopfen dann die öffentlichen Papierkörbe voll“, zeigt Petra Klink am Marktplatz im Alten Ort in einer der Tonnen auf ein solches Beispiel. Ihre Mitarbeiter seien schon wahre Mülltüten-Detektive; aber auch wenn sich eindeutige Adressen identifizieren lassen, habe der DLB keine Handhabe, solange die Täter nicht auf frischer Tat erwischt werden.

Apropos Alter Ort. Direkt an der Baustelle am Grünen Baum hält eine Radfahrerin an und spricht die Mitarbeiter des Ordnungsamts an: „Hier ist es jeden Tag komplett zugeparkt. Sie sollten hier öfter mal vorbeischauen. Ich komme mit dem Rad nicht mehr durch, geschweige denn Rollatoren oder Kinderwagen“, ist die Anwohnerin sauer. Zum einen seien es die Handwerker von der Baustelle, die den Weg versperren, aber auch die Besucher der Gastronomie am Platz parkten respektlos. Silvia Gabriel verspricht, dass die nächste Abendschicht im Alten Ort vorbeikommt. Sie erklärt der Isenburgerin, dass das Ordnungsamt ansprechbar ist und gibt gleich ihre Visitenkarte weiter.

Neben den Mitarbeitern des Ordnungsamts, die im September und im Oktober mit zwei weiteren Mitarbeitern Verstärkung bekommen, sind auch die Citystreifen zwischen Donnerstag und Samstag in den Abendstunden unterwegs und auch die Streetworker nehmen Störungen auf. Dazu kommen die Stadtkümmerer, die fast täglich Kontakt mit dem Ordnungsamt oder dem DLB aufnehmen.

Am Grenzweg an der OVM-Tankstelle gibt es größere Ansammlungen von Dosen, Flaschen und Plastik. „Das ist jetzt offiziell auf Frankfurter Gebiet“, deutet Stefan Schmitt auf die Vermüllung an der Stadtgrenze, „aber es ist auch die Aufgabe des Tankstellenbetreibers, für Ordnung zu sorgen, er verkauft das Zeug ja, was die Leute hier verteilen“, kündigt er an, dass das Ordnungsamt dort wohl in den nächsten Tagen mal anrufen muss.

Die Hundebesitzer, die an diesem Vormittag auf die Gruppe aus dem Rathaus und DLB treffen, sind vorbildlich. Alle haben die schwarzen Kottütchen an den Leinen festgeknotet. „Da macht es sich offensichtlich doch bezahlt, dass wir 68 Dogstations haben“, freut sich Klink, „da können die Hundebesitzer die Tüten kostenlos rausziehen.“ Silvia Gabriel weiß aber, dass der Hundekot oder die einfach in den Busch geworfenen Tütchen doch immer wieder für Ärger sorgen. Schade, dass offensichtlich Einzelne den Ruf der Hundebesitzer zerstören. „Die uneinsichtigen Hundehalter erklären uns, dass sie die Hinterlassenschaften nicht weg machen müssen, dass sie deswegen ja Steuern zahlen“, erzählt Gabriel aus ihrem Alltag. Das ist natürlich mitnichten so. Auf dem Rückweg geht es noch über den Rosenauplatz. „Da haben die neuen Bänke für etwas mehr Müll und Lärm gesorgt, aber wir sind dran“, sagt Schmitt. Vor der Hugenottenhalle reinigt der DLB fast täglich und die Hausmeister der Halle sind ebenfalls ständig für die Sauberkeit im Einsatz.

In der Fußgängerzone werden die Mitarbeiter des Ordnungsamtes noch mal aktiv in einem ganz neuen Aufgabengebiet: Es gibt ein paar Verstöße in der Gastronomie und beim Friseur – gegen das Hygieneschutzgesetz, die Maskenpflicht. (Von Nicole Jost)

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