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Neu-Isenburg: Müllgebühren sollen um zehn Prozent sinken

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Von: Barbara Hoven

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Für die Müllabfuhr in Neu-Isenburg muss ab 2023 nicht mehr so tief in Tasche gegriffen werden.
Für die Müllabfuhr in Neu-Isenburg muss ab 2023 nicht mehr so tief in Tasche gegriffen werden. © dpa

Gute Nachricht für die Verbraucher in Neu-Isenburg: Ab 1. Januar sollen die Abfallgebühren um gut zehn Prozent sinken. So sieht es die neue Abfallsatzung für die Jahre 2023 bis 2025 vor, die gestern Abend auf der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung stand. Die geänderte Satzung wurde im Vorfeld mit dem Rechtsamt der Stadt abgestimmt, auch der Haupt-, Finanz- und Digitalisierungsausschuss hatte sich vergangene Woche bereits dafür ausgesprochen. Gestern Abend lag das Thema den Stadtverordneten zur endgültigen Entscheidung vor.

Neu-Isenburg - Alle drei Jahre werden die Abfallgebühren neu berechnet. Im Vergleich zur Vorperiode verringern sich die Abfallgebühren laut Magistrat um 10,40 Prozent. „Unter anderem wegen der historisch hohen Erlöse für den Verkauf des Altpapiers von 280 Euro pro Tonne – kalkuliert waren 50 Euro pro Tonne – wurde ein hoher Überschuss erzielt, der nun an die Bürgerinnen und Bürger zurückgegeben werden soll“, erläutert Erster Stadtrat Stefan Schmitt. Als weiteren Grund für den Überschuss nennt die Drucksache zum Thema „geringere Einsatzzeiten der Müllwerker als ursprünglich geplant“.

Das Ja des Parlaments vorausgesetzt, gelten ab Januar 2023 die neuen Gebührensätze: Tonnen bis 40 Liter kosten bei vierzehntägiger Leerung 6,04 im Monat, für 60 Liter sind 9,06 Euro und für 80 Liter 12,08 Euro monatlich bei ebenfalls vierzehntägiger Leerung fällig. Die 120-Liter-Tonne schlägt mit 18,12 Euro monatlich zu Buche, ebenfalls bei Leerung alle zwei Wochen. Für die 240-Liter-Tonne werden 36,24 Euro bei vierzehntägiger und 72,48 Euro pro Monat bei wöchentlicher Leerung fällig.

Für einen 1100-Liter-Müllcontainer, der alle zwei Wochen geleert wird, zahlen Isenburger künftig 166,10 Euro pro Monat – oder bei wöchentlicher Leerung 332,20 Euro. Bei mehrmaligen Abfuhren in der Woche beträgt die Gebühr jeweils das entsprechend Vielfache der wöchentlichen Gebühr.

„Im Kreis Offenbach hat Neu-Isenburg die niedrigsten Abfallgebühren“, hebt Schmitt hervor. „Wir sind sehr froh, dass wir gerade in diesen schwierigen Zeiten mit überall steigenden finanziellen Belastungen unseren Bürgerinnen und Bürgern solch vergleichsweise niedrige Gebühren bieten können.“

Auch Infos zu Abfallaufkommen (siehe Kasten) und Verwertungswegen gibt es gestern von der Stadt. Der in Isenburg eingesammelte Restmüll werde zum Beispiel direkt in das Müllheizkraftwerk nach Frankfurt gefahren. Durch die Verbrennung wird laut Magistrat Strom und Wärme erzeugt. Bioabfälle werden über die Biotonne erfasst und vom Dienstleistungsbetrieb (DLB) abgeholt. Der eingesammelte Biomüll wird bei der Rhein Main Biokompost (RMB) GmbH in Frankfurt verwertet. In dieser Bioabfallbehandlungsanlage werden Komposterden und Biogas erzeugt.

Das Altpapier wird ebenfalls vierzehntägig über die Papiertonne eingesammelt. Das vom DLB erfasste Papier wird bei einem privaten Entsorger in Neu-Isenburg umgeschlagen beziehungsweise sortiert und danach einer Papierfabrik zugeführt. Die Einsammlung des Sperrmülls ist in Neu-Isenburg sowohl im Hol- als auch im Bringsystem (zum Wertstoffhof) organisiert. Elektrogeräte werden ebenso über den Sperrmüll auf Abruf und den Wertstoffhof eingesammelt. Als beauftragte Dritte kümmert sich die Rhein Main Abfall GmbH um die komplette Elektro-Altgeräte-Erfassung im Kreis. Sie betreut die Übergabe- und Sammelstelle und organisiert die Eigenvermarktung von Elektroaltgeräten.

Gut 7000 Tonnen Hausmüll jährlich

Um eine Vorstellung davon zu vermitteln, welche Abfallmengen die gut 40 000 Einwohner in Neu-Isenburg jährlich produzieren, listet die Stadt einzelne Müllfraktionen auf. Die Zahlen stammen aus dem Jahr 2021. Demnach waren es 7007 Tonnen Hausmüll, das sind 183 Kilogramm je Einwohner. Zum Vergleich: Für den Kreis Offenbach lag der Wert bei 137 Kilogramm je Einwohner. Ebenso angefallen sind in der Hugenottenstadt 1341 Tonnen Grünabfälle (pro Kopf 35 kg, im Kreis 74), 2224 Tonnen Bioabfälle (58 kg je Einwohner) sowie 2614 Tonnen Papier (68 Kilo pro Kopf). Außerdem wurden 834 Tonnen Holz sowie 1431 Tonnen Sperrmüll (37 Kilogramm je Einwohner) beseitigt. Im Jahr 2019 lag das Pro-Kopf-Aufkommen von Restmüll in Isenburg bei 182 Kilogramm pro Einwohner. Biomüll kam auf 52, Papier auf 74, im Gelben Sack wurden 22 Kilogramm pro Kopf (2021: 24) gesammelt. 

Für die anderen auf dem Wertstoffhof gesammelten Abfälle – wie Metalle, Grünabfälle oder Holz – gibt es vertragliche Vereinbarungen mit privaten Entsorgungsfachbetrieben. Diese Vereinbarungen werden durch den DLB geschlossen. „Logistik und Kosten spielen bei den auszuschreibenden Leistungen eine ausschlaggebende Rolle“, so der Magistrat.  hov

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