Museen verzeichnen erstmals mehr als 10 000 Besucher / 3D-Schau ein Renner

Weiter auf Rekordkurs: Museen von Neu Isenburg haben mehr als 10000 Besucher

+
Die Schau „Aufbruch in die dritte Dimension“ hat wesentlichen Anteil am neuen Besucherrekord im Zeppelin-Museum. Das Foto zeigt die 3D-Spezialisten Jens Schenkenberger (links) vom Verein für Zeppelin-Luftschifffahrt und Martin Kohler (Zeppelinmuseum Friedrichshafen). Foto: 

In Neu-Isenburg sind die beiden Museen auf Erfolgskurs. Leiter Christian Kunz spricht von einem neuen Meilenstein. Erstmals kamen mit 10 356 mehr als 10  000 Besucher. 

Neu-Isenburg - Auf das überregional bekannte Zeppelin-Museum entfielen 6 014 Interessierte, auf das Stadtmuseum im Haus zum Löwen 4342. Insgesamt gab es eine Steigerung um zwölf Prozent.

Maßgeblichen Anteil am neuen Besucherrekord im Zeppelin-Museum hat die noch bis 22. März laufende Sonderausstellung „Aufbruch in die dritte Dimension – Luftschiffe in 3D“. Höhepunkt ist neben vielen dreidimensionalen Bildern und Filmen das Virtual-Reality-Modell des letzten großen Zeppelin-Luftschiffs LZ 130 (siehe auch Kasten). Eine Verlängerung steht in Aussicht.

Auch im Normalbetrieb ist das Museum ein Magnet. So kamen im vergangenen Jahr Besucher aus 51 Nationen, unter anderem aus Usbekistan, Brasilien, China und Japan. „Wir sind das zweitwichtigste Zeppelin-Museum überhaupt“, unterstreicht Kunz die Bedeutung des Hauses, das über einzigartige Exponate zur Luftschifffahrt verfügt. Vielen in der Region sei das gar nicht so bewusst.

Weitere Sonderschauen waren die „Luftschiffminiaturen“ und „Luftschiffe der Gegenwart“. Für dieses Jahr kündigt Kunz eine Schau zur „Zeppelinpost“ über die enge Verbindung der Riesen der Lüfte mit der Post an.

Das Highlight 2019 im Stadtmuseum war die Schau „Brandheiss – Das gefährliche Spiel mit dem Feuer“, ergänzt durch Workshops zum Feuerschlagen und Vorträgen zu Einsätzen der Feuerwehr. Zum Abschluss am 31. Januar bringt Kurator Frank Trommer die seltsamsten Objekte der Schau zum Sprechen.

Zu sehen waren 2019 auch Sonderschauem zum 300. Todestag des Stadtgründers Graf Johann Philipp von Ysenburg Büdingen, die mit 3 200 Interessierten die besucherstärkste Ausstellung seit der Wiedereröffnung des Stadtmuseums 2011 war, zu Lebensstationen von Kammersängerin Anny Schlemm und Tenor Franz Völker sowie „Neu-Isenburg minimalistisch“ des Stadtfotografen Uwe Kreye.

In diesem Jahr wartet neben „Die Stadt im Grünen“ des Stadtfotografen Peter Hahn ab Ende Juli die Schau „Hausgeister“. Dabei können sich die Besucher auf die Spuren fast vergessener Gestalten wie Kobolde oder Wichtel begeben. Die Figuren gestaltet der Künstler Florian Schäfer nach historischen Vorbildern. Die Schau entführt in die Glaubenswelt der Vorfahren. „Dort hatten Hausgeister seit dem Mittelalter einen festen Platz und hinterließen über Jahrhunderte in Sagen und Bräuchen ihre Spuren“, betont Kunz, der sich auf die Schau sehr freut.

2019 gab es zudem zahlreiche weitere Veranstaltungen wie die Serenaden im Haus zum Löwen, den Bembeltreff freitags im Museum, die offene Druckwerkstatt sowie die historische Modenschau zum Altstadtfest. Im Zeppelin-Museum standen die „Kleine Nacht der Luftschiffe“ sowie Vorträge und Workshops des Vereins für Zeppelin-Luftschifffahrt an, der auch maßgeblich an der Entwicklung der Sonderausstellungen beteiligt war.

Die Museen beteiligten sich an Angeboten unter anderem der Kulturregion, des Kultursommers sowie der Route der Industriekultur. Eng war auch die Kooperation mit anderen Museen wie dem Zeppelinmuseum Friedrichshafen, das Exponate zur 3D-Ausstellung beisteuerte.

Weiterhin erfolgreich ist laut Kunz, dass Besucher selbst entscheiden können, was sie an Eintritt zahlen. Seit der Einführung habe es eine Steigerung der Einnahmen um bis zu 35 Prozent gegeben. Der Leiter spricht von einem niedrigschwelligen Angebot, das erste Hindernisse, ein Museum zu besuchen, aus dem Weg räumt.

Von Holger Klemm

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare