Berufsfeuerwehrtag in Neu-Isenburg

Rund um die Uhr im Einsatz

+
In der Brunnenstraße übte die Jugendfeuerwehr, was bei einem Wohnungsbrand in einem Einfamilienhaus zu tun ist. In den Löschfahrzeugen befindet sich nur eine begrenzte Menge Wasser. Sven Schluckebier macht sich deshalb mit einem Schlauch auf den Weg zu einem Hydranten, um Wasser aus dem öffentlichen Netz in das Auto einzuspeisen.

Neu-Isenburg - Bei einem Berufsfeuerwehrtag bekamen Jugendliche hautnah einen Einblick in den Alltag der Blauröcke. Zudem mussten sie in 24 Stunden bei neun Einsatzübungen ihr Können unter Beweis stellen.

„Da sind noch Leute drin, Sie müssen da sofort rein!“ Dennis Multer ist aufgeregt. In „seinem“ Haus in der Brunnenstraße 129 ist laut Übungsszenario ein Feuer ausgebrochen. Gerade wurde er von Jakob Dingert aus dem Gefahrenbereich gebracht. Der 16-Jährige ist als Zugführer Chef bei diesem Einsatz. „Wir kümmern uns drum“, versucht er Multer zu beruhigen, der natürlich nicht in diesem Haus wohnt, sondern mit rußgeschwärztem Gesicht geschminkt nur den Verletzten mimt.

Wie die anderen acht Einsätze an diesem Tag, kommt der „Wohnungsbrand“ am späten Abend für die 15 jungen Teilnehmer völlig überraschend. 16 Betreuer haben den 24-Stunden-Dienst unter der Federführung von Jugendfeuerwehrwart Marius Seeger organisiert: „Jeder hilft soviel und solange er kann, das läuft echt super.“ Und tatkräftige Unterstützung ist auch nötig: Schließlich sind die Jugendlichen am Wochenende ins Feuerwehrhaus in der Sankt-Florian-Straße eingezogen: Sie übernachten, haben Hunger und bei der aktuellen Hitze vor allem Durst. Viel los ist also nicht nur in der Leitstelle, in der die Einsätze abgewickelt werden, sondern auch in der Küche –- zum Abendessen gibt es „Pulled-Pork“ mit Kartoffelecken.

Bei einer Reparatur in der heimischen Garage hat ein Mann hat seinen Wagen nicht ordentlich gesichert. Jetzt liegt er eingeklemmt unter dem Auto. So lautete ein weiteres Übungsszenario für die Jugendfeuerwehr.  

Doch an das Abendessen denkt in der Brunnenstraße niemand. Gerade haben Leo Sänger (13) und Aaron Pfeil (17) Marina Daffner aus dem verqualmten Erdgeschoss gerettet, während Larissa Werner und Peter Richter den „Brand“ im Wohnzimmer lokalisiert haben und ihn schnell löschen können. Alle Jugendlichen sind voll motiviert, auch wenn es schon weit nach 21 Uhr ist, der Dienst schon über 13 Stunden läuft und sie eigentlich gerade auf dem Rückweg aus Zeppelinheim waren, als der Einsatzbefehl kam.

Dort hatte es kurz zuvor im Keller des Feuerwehrhauses „gebrannt“. Souverän hatten die Zehn- bis 17-Jährigen Schläuche ausgerollt, über einen Hydranten Wasser besorgt und auch hier mehrere Opfer retten können.

Bilder: Tag der offenen Tür bei der Feuerwehr Zeppelinheim

Am Nachmittag konnten die Jugendfeuerwehrleute zudem bereits einem Mann helfen, der unter seinem Auto eingeklemmt wurde, als er in seiner Garage etwas reparieren wollte. Mit Lufthebekissen konnten die jungen Helfer das Auto anheben und für die Rettung sorgen.

Nach rund einer Stunde sind kurz vor 22 Uhr die Aufräumarbeiten in der Brunnenstraße abgeschlossen und es geht zur Nachtruhe ins Feuerwehrhaus - die erst um 7.59 Uhr am Sonntagmorgen, kurz vor „Feierabend“ letztmals gestört wird, als im Triebweg ein eingeklemmter Dummy unter einem PKW befreit werden muss.

Bei den Einsätzen mit dabei war auch ein Austausch-Schüler aus Frankreich, der gerade bei Jugendfeuerwehrmann Leo Sänger zu Gast ist. „Da haben wir heute Morgen schnell Poloshirt, Handschuhe und Helm organisiert“, sagt Jugendfeuerwehrwart Seeger. Und so vielleicht für Feuerwehrnachwuchs im Nachbarland gesorgt. „Clement hat super mitgemacht.“

Spektakuläre Feuerwehr-Übung mit Explosionen: Fotos 

Infos zur Jugendfeuerwehr finden sich unter www.jf-neu-isenburg.de. (hok)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare