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Kinderzirkus Wannabe will endlich umziehen – aber es fehlt Geld

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Bodhi Elliot mit seinen tierischen Freunden im derzeitigen Quartier am Birkengewann: Sie alle werden bis spätestens Ende April auf das neue Vereinsgelände an der Offenbacher Straße 244 umziehen. 

Der Umzug an den alten Standort bleibt eine Herausforderung für den Kinderzirkus Wannabe. 

Neu-Isenburg – Die beiden Lamas Maja und Lotte, die Ponys Blue und Nico, der lustige Azoren-Rüde Angelo, der so niedlich zu grinsen scheint, wenn er gekrault wird – sie alle ahnen noch nicht, dass ihnen schon bald ein großer Umzug bevorsteht.

Die Tiere des Kinderzirkus Wannabe tummeln sich um Bodhi Elliot, jeder von ihnen bekommt ein Leckerli, ein Tätscheln und ein nettes Wort. „Ja, bald geht es los“, sagt der Zirkuschef. Noch steht das bunte Zelt am Ortseingang von Neu-Isenburg auf der Wiese an der Offenbacher Straße. Seit rund drei Jahren ist der Zirkus auf dem Areal beheimatet, das zuvor nur der Ort für das alljährliche Sommercamp war.

Das eigentliche Vereinsgelände, etwas mehr als ein Kilometer Luftlinie von dem derzeitigen Standort entfernt, wird gerade als dauerhaftes Zuhause für die insgesamt fünf Pferde, drei Schweine, zwei Lamas, zwei Ziegen, ein Schaf und ein paar Hasen vorbereitet.

Die Vereinsgeschichte von Wannabe ist bewegt, die Stadt Neu-Isenburg hat eigens für Bodhi Elliot und sein erlebnispädagogisches Projekt den Bebauungsplan des ehemaligen Kompostplatzes verändert. „Überhaupt sind wir Bürgermeister Herbert Hunkel sehr dankbar, er hat mit Hilfe der Verwaltung so viele Wege geebnet und Gespräche mit den anderen Behörden geführt, dass es überhaupt möglich wurde, diesen dauerhaften Platz für uns zu sichern“, ist Elfie Elliot, Frau von Bodhi und Vereinsvorsitzende, dankbar.

Der Umzug hat sich ein bisschen verzögert, eigentlich sollte der Zirkus seine Zelte schon Ende Oktober in der Nachbarschaft von Orplid aufgeschlagen haben. Die Fundamente für den Pferdestall sind bereits gelegt, die Auflagen der Feuerwehr sind mit einem neuen, in den Boden eingelassenen 30 000 Liter-Tank erfüllt, das Materiallager ist gebaut, der Longierzirkel umzäunt. „Wir haben ja glücklicherweise so viele Spenden bekommen, aber es ist auch alles so unglaublich teuer. Ursprünglich haben wir mit 65 000 Euro kalkuliert. Bis jetzt haben wir aber schon Rechnungen in Höhe von 75 000 Euro bezahlt und jetzt ist unser Konto leer und wir haben immer noch keinen Stall“, erläutert Elliot.

Ein bisschen Erleichterung ist es für sie, dass sie vom Architekten erfahren hat, dass die Baugenehmigung des Kreis Offenbach noch eine Weile Bestand hat und der Stallbau damit noch warten kann. „Wir werden jetzt, auch um diese letzte Frist unseres Umzugs bis Ende April einhalten zu können, zunächst nur ein Stallzelt stellen, in dem wir die Tiere unterbringen können“, kündigt Elliot an. Jetzt gelte es, das neue Gelände aufzuräumen, dann die ganzen Wagen und die Zelte abzubauen und umzuziehen.

Das große blau-rote Zirkuszelt mit 24 Metern Durchmesser wird den Artistik-Kindern, den Clowns und Seiltänzerinnen künftig nicht mehr zur Verfügung stehen. Es ist einfach zu groß und passt nicht aufs Vereinsgelände. „Auch das Sommercamp wird dieses Jahr leider ausfallen müssen. Wir schaffen es einfach nicht, es vorzubereiten“, bedauert Elliot. Ab 2021 wird es etwas kleiner ausfallen, statt 40 Kinder können dann nur noch rund 20 Zirkusluft schnuppern. Dafür gibt es vielleicht dann vier Wochen Sommercamp, sodass doch viele Kinder in den Genuss dieses besonderen Abenteuers kommen.

Jeden Tag arbeitet Zirkuschef Elliot auf der Baustelle am neuen Standort – der liegt jenseits der Sprendlinger Landstraße in der Nachbarschaft von Orplid. 

Jetzt gilt es also, nochmal etwas Geld für den Stallbau zu sammeln. Ein großes Benefizkonzert mit dem Landespolizeiorchester Hessen steht am Sonntag, 8. März, um 17 Uhr in der Hugenottenhalle auf dem Programm: Die 26 Musiker unter der Leitung von Gerhard Schultheis spielen ehrenamtlich für den Kinderzirkus. „Toll, dass das klappt, es hilft uns wieder ein Stück weiter“, ist Elfie Elliot erleichtert. Bodhi Elliot wird an diesem Tag mit seinen Tieren an der Huha sein und anschließend gibt es eine Feuershow der Zirkuskünstler.

Der Eintritt zum Konzert kostet 12,40 und Karten sind im Vorverkauf unter frankfurtticket.de oder an der Abendkasse erhältlich.

Was Elfie Elliot noch ganz deutlich klarstellen möchte: „Uns erreichen immer wieder Nachrichten, dass Menschen an den Türen für den Kinderzirkus betteln. Sie kommen nicht in unserem Auftrag, wir sammeln niemals Geld an Haustüren.“ Wer beim Umzug helfen möchte, egal ob mit Geld oder Muskelkraft, kann sich beim Kinderzirkus melden.

Infos im Internet

kinderzirkus-wannabe.de

VON NICOLE JOST

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