Große Freude

Erster Unverpackt-Laden in Neu-Isenburg macht auf – „Für mich erfüllt sich ein Traum“

Sie freuen sich auf den Unverpackt-Laden-Start: Namensgeberin Stefany Dücker (rechts) und ihre Mitarbeiter Gabriele Scheuermann und Hans-Joachim Ritter vor dem Schaufenster in der Frankfurter Straße.
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Sie freuen sich auf den Unverpackt-Laden-Start: Namensgeberin Stefany Dücker (rechts) und ihre Mitarbeiter Gabriele Scheuermann und Hans-Joachim Ritter vor dem Schaufenster in der Frankfurter Straße.

So etwas hat es bislang in Neu-Isenburg nicht gegeben. Im Mai öffnet ein Unverpackt-Laden in der Frankfurter Straße und schließt eine Angebotslücke.

Neu-Isenburg – Die großen Glasspender stehen bereit, übergroße Bonbonnieren und die Regalbretter warten auch nur noch darauf, befüllt zu werden. Manche mögen es ein mutiges Wagnis nennen, in diesen Pandemie-Zeiten einen neuen Laden zu eröffnen, Doch Gründerin Stefany Dücker ist überzeugt, dass „Frau Dücker“ in Neu-Isenburg sehr gut ankommen wird: Am Freitag, 14. Mai, feiert die Geschäftsfrau die Einweihung ihres Unverpackt-Ladens in der Frankfurter Straße 43.

„Ich freue mich riesig. Für mich erfüllt sich ein Traum“, sagt die 53-Jährige, die seit 25 Jahren in der Hugenottenstadt lebt und vor der Selbstständigkeit 30 Jahre lang beim Reise-Riesen Thomas Cook, unter anderem lange im Marketing, gearbeitet hat. Mit der Insolvenz kam die Arbeitslosigkeit. „Ich dachte mir, wenn nicht jetzt, wann dann. Ich beschäftige mich schon lange mit dem nachhaltigen Leben und dem Thema Müllvermeidung“, erklärt Stefany Dücker, wie ihre Idee seit dem November 2019 gewachsen ist.

Was Kunden im Unverpackt-Laden in Neu-Isenburg kaufen können

Ab Mitte Mai also wird sie den Kunden aus der Region unverpackte Lebensmittel anbieten. „Die Menschen machen sich vermehrt Gedanken über Nachhaltigkeit. Das Bewusstsein über unseren immensen Verpackungsmüll ist da. Unser Schwerpunkt wird bei Lebensmitteln liegen: lose Ware, Obst- und Gemüse in Bio-Qualität, frisches Brot, Eier in Bio-Qualität, Fleisch vom Demeter-Hofgut Patershausen, Molkereiprodukte aus der Kühlung in Gläsern und Tiefkühlprodukte in kompostierbarer Verpackung. Aber wir bieten auch Non-Food-Artikel an. Unverpackte und nachhaltige Reinigungsmittel aus Spendern, Seifen und Geschenkartikel“, kündigt Dücker an. Dazu gibt es Essig und Öle, Tee und Kaffee, Wein und Sekt in Bio-Qualität – ebenfalls alles in Glas-Behältern.

Die zahlreichen Glasspender in dem maßgemachten Regal werden mit Getreide, Reis, Nudeln, Couscous und noch viel mehr gefüllt. Die Kunden können ihre eigenen Behälter mitbringen, aber bei Frau Dücker wird es auch ein Glaspfandsystem geben, damit die Isenburger spontan zum Einkaufen kommen können. Die unverpackten Lebensmittel kommen in den verschiedensten Versionen daher. Braunen Vollkornreis wird es ebenso geben wie einen weißen, polierten Reis, Vollkorn-Dinkelnudeln oder Weizen-Pasta. „Wir sind keine Gesundheitspäpste und wir wollen auch nicht missionieren“, stellt Stefany Dücker klar. Aber sehr gesundheitsbewusste Menschen oder Veganer werden in dem Zwei- Zimmer-Lädchen, in dem bis vor einem Jahr in einer Boutique Kleidung verkauft wurde, mit Sicherheit fündig. Vegane Süßigkeiten und die Möglichkeit, Haferflocken ganz frisch und selbst zu quetschen oder Getreide durch die Mühle zu Mehl zu vermahlen, gehören mit zum Einkaufserlebnis.

Unverpackt-Laden in Neu-Isenburg öffnet: Corona-Pandemie beeinflusst Start

Damit es – in diesen Pandemie-Zeiten ganz besonders wichtig – auch hygienisch zugeht, bekommt jeder Kunde sein eigenes Abfüllbesteck und weiße Baumwollhandschuhe, die selbstverständlich immer frisch gewaschen werden.

Die Corona-Pandemie ist ein gutes Stichwort: Stefany Dücker plant mit ihrem Team aus zwei weiteren Verkäufern, Gabriele Scheuermann und Hans-Joachim Ritter, auch Tastings anzubieten. „Das ist im Augenblick wegen Covid leider noch nicht möglich. Aber sobald es wieder geht, sollen unsere Kunden auch die Möglichkeit haben, unsere Waren zu probieren. Kaffee zum selbst Aufbrühen ist dabei nur eine Idee“, verrät Dücker. „Es ist mir wichtig, dass die Menschen im Laden nicht einfach nur einkaufen. Sie sollen eine qualitative Zeit hier verbringen“, freut sie sich auf den Austausch mit den Kunden. Mittelfristig sind eine Abo-Kiste und ein Lieferservice geplant, der innerhalb Neu-Isenburgs mit einem Lastenfahrrad unterwegs sein soll.

Unverpackt-Laden in Neu-Isenburg: Im Mai geht es los

Der Unternehmerin, die gerade als Stadtverordnete der Grünen erstmals ins Stadtparlament eingezogen ist, ist wichtig, dass der Laden frisch und modern daherkommt. Sie selbst sieht sich als Marke, klein und fein – aus diesem Grund heißt das Geschäft auch „Frau Dücker“. „Aber auch wenn es ein kleiner Laden ist, soll er nicht kruschelig, sondern hell, offen und modern sein“, betont Dücker. Bei dem Ladenausbau hat sie auf regionale Handwerker gesetzt: die Malerarbeiten, der Innenausbau, die Küche im Mitarbeiterraum – für die komplette Gestaltung waren Isenburger Unternehmen verantwortlich.

„Jetzt kann es also losgehen“, ist die Chefin voller Vorfreude, „mein Unternehmen erscheint auf den ersten Blick mutig, aber ich habe keinen Zweifel, dass es funktioniert.“ So sei die Resonanz auf den Unverpackt-Laden in ihrem Umfeld sehr positiv ausgefallen. Die Hugenottenstadt hat nämlich bisher weder ein Unverpackt-Angebot noch einen Bioladen. Frau Dücker hat ab dem 14. Mai von Montag bis Freitag von 9 bis 18.30 Uhr und samstags von 9 bis 14 Uhr geöffnet. Die Internetseite frauduecker.de ist derzeit im Aufbau. (Nicole Jost)

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