Park&Ride-Parkplatz an der Isenburger Schneise

Teures Knöllchen: 55 Euro für das Falschparken „im Wald“

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Eigentlich immer überfüllt: Um den stark frequentierten Pendlerparkplatz an der Straßenbahnendhaltestelle, für den die Stadt Frankfurt zuständig ist, gibt es immer wieder Ärger. Aktuell geht es um teure Knöllchen. 

Immer wieder gibt es Ärger um einen Park&Ride-Parkplatz bei Neu-Isenburg. Dieses mal geht es um einen teuren Strafzettel.

  • Der Park&Ride-Parkplatz am Stadtrand von Neu-Isenburg ist bei Pendlern beliebt.
  • Immer wieder gibt es dort umfangreiche Parkkontrollen. 
  • Ein Mann hat jetzt ein Knöllchen über 55 Euro bekommen für „Parken im Wald“

Neu-Isenburg – Für viele Pendler ist die Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 17 ein guter Start, um schnell und bequem nach Frankfurt zu kommen. Die Bahn fährt von der Neu-Isenburger Stadtgrenze über den Frankfurter Hauptbahnhof und die Messe bis zum Rebstockbad. Schon seit vielen Jahren ist der Parkdruck auf dem im Wald gelegenen Park&Ride-Parkplatz an der Isenburger Schneise entsprechend hoch.

Ein Dreieicher hat jetzt eine reichlich teure Erfahrung dort machen müssen: Weil er sein Auto nicht auf der markierten Parkfläche abgestellt hat, sondern zwischen zwei befestigten Abschnitten, hat er vom Frankfurter Ordnungsamt ein Knöllchen kassiert. „Nicht dass ich einen Strafzettel bekommen habe empört mich, sondern die Höhe des Verwarngeldes ärgert mich maßlos. Ich soll 55 Euro an die Stadt Frankfurt überweisen“, berichtet der Autofahrer.

Neu-Isenburg: „Parken im Wald“ trifft Falschparker hart

Er nutze die Verbindung aus Neu-Isenburg gerne, weil es aufgrund der unterschiedlichen Tarifzonen deutlich günstiger ist, von der Isenburger Schneise zu starten, als aus Dreieich. „Aber für 55 Euro kann ich für meine Unternehmungen nach Frankfurt zehn Mal im Parkhaus Gebühren zahlen. Ich verstehe das einfach nicht. Einerseits wird immer vom Klimaschutz gesprochen, der Verbannung des Individualverkehrs aus den Innenstädten und die Menschen sollen öffentliche Verkehrsmittel benutzen – und dann flattern solche Verwarngelder ins Haus“, ärgert er sich über die in seinen Augen überzogene Höhe der Rechnung.

Das Frankfurter Ordnungsamt hat eine Erklärung für das 55-Euro-Knöllchen. Das Abstellen des Autos auf den nicht markierten Flächen wird als „Parken im Wald“ geahndet. „Es handelt sich in diesem Fall nicht um eine Verkehrsordnungswidrigkeit, sondern um einen Verstoß gegen das hessische Feld- und Forstschutzgesetz“, teilt das Frankfurter Ordnungsamt auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Neu-Isenburg: Regelmäßige Kontrollen an Isenburger Schneise

Vom Gesetzgeber gebe es keinen vorgegebenen Bußgeldkatalog mit Regelgeldbußen. Bis zu 1000 Euro können die Kommunen für solche Vergehen verhängen. „Frankfurt am Main nimmt 55 Euro für das Parken auf Waldgelände“, sagt der Mitarbeiter der Pressestelle weiter.

Es gibt Gründe, warum Hessen Forst das Parken auf den unbefestigten Flächen untersagt: Der Waldboden werde durch das Befahren und Parken verdichtet. Auch Pflanzen, insbesondere Baumwurzeln, würden durch die Autos beschädigt. Möglicherweise auslaufende Betriebsstoffe könnten den Boden verunreinigen.

Die Mitarbeiter der Stadtpolizei des Ordnungsamtes kontrollieren das Areal an der Isenburger Schneise sehr regelmäßig und bringen Falschparken zur Anzeige. „Jeder Verkehrsteilnehmer ist verpflichtet, sich einen regulären Parkplatz zu suchen. Fehlende Parkplätze am gewünschten Ort rechtfertigen nicht das Begehen von Parkverstößen“, betont das Ordnungsamt.

Neu-Isenburg: Immer wieder Ärger um Parkplatz

Die Argumentation des Umweltschutzes greife auch nicht. „Sicherlich ist es sinnvoll, nicht mit dem Auto in die Stadt zu fahren und stattdessen den ÖPNV zu nutzen. Allerdings stellt auch der Wald ein wichtiges Biotop dar, welches vor Beschädigung geschützt werden muss“, so der Pressesprecher abschließend.

Neu-Isenburgs Bürgermeister Herbert Hunkel bedauert, dass es immer wieder Ärger rund um den stark frequentierten Parkplatz gibt. „Wir haben schon häufig mit der Stadt Frankfurt verhandelt. Auch der Verkehrsdezernent Klaus Oesterling hat uns schon signalisiert, dass er einer Erweiterung des Parkplatzes nicht im Wege steht“, sagt Hunkel. Aber es gehe nun einmal um den Wald und um wertvollen Bannwald. Da sei der Besitzer des Waldes, Hessen Forst, sehr konsequent und gebe keinen Quadratmeter ab.

Von Nicole Jost

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