Vereinbarung unterzeichnet

Rumänen sollen nun endlich ihr Geld bekommen

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An dem halbfertigen Rohbau für die „Isenburger Gärten“ werkeln mittlerweile andere Arbeiter, der Generalunternehmer, die Firma d&b Bau, hat einen neuen Rohbauer beauftragt.

Neu-Isenburg - Die 18 rumänischen Bauarbeiter, die auf der Reihenhaus-Baustelle „Isenburger Gärten“ im Neubaugebiet Birkengewann wochenlang um ihren Lohn geprellt worden sind, hingen bis gestern in der Luft.

Doch nun haben sich die Verhandlungspartner auf eine Lösung geeinigt: „Vor drei Stunden wurde die Vereinbarung zwischen der Gewerkschaft und dem Generalunternehmer d&b Bau unterzeichnet, so dass die Zahlung des Nettolohns dann auch kurzfristig geleistet werden kann“, berichtet Gewobau-Geschäftsführer Stephan Burbach nachmittags auf Anfrage unserer Zeitung. Die Gewerkschaft fordere nun die Gelder treuhänderisch an und werde diese dann an die Arbeiter weitergeben.
Die Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft IG BAU und der Firma d&b Bau, die als Generalunternehmer für die Auftraggeber Gewobau und GWH Bauprojekte tätig ist, hatten sich hingezogen. Grund waren offenbar steuerliche Aspekte, die strittig waren zwischen den Verhandlungspartnern. Das Generalunternehmen hatte die 18 Arbeiter in eine andere Steuerklasse eingruppieren wollen als die Gewerkschaft.

Gewerkschaftssekretär Johannes Schader von der IG Bauen-Agrar-Umwelt in Frankfurt bestätigt auf Nachfrage unserer Zeitung, dass die Vereinbarung bezüglich der Lohnzahlung unterzeichnet wurde. Zwar ist ihm – auch wenn er das so nicht ausdrücklich sagt – durchaus anzumerken, dass die gefundene Lösung aus seiner Sicht für die Rumänen hätte noch besser ausfallen können, „aber wir sind ja froh, dass die d&b Bau das überhaupt so gehandhabt hat und wir nun eine Vereinbarung haben treffen können“. Denn die Männer warten schließlich schon seit Wochen auf die ausstehenden Löhne.

Einige der Rumänen, so berichtet Schader, hätten mittlerweile neue Arbeit gefunden, andere seien in ihre Heimat zurückgekehrt.

Von Stephan Burbach ist indes auch zu erfahren, dass die Arbeiten an den „Isenburger Gärten“ weiterlaufen, die d&b Bau habe dafür einen anderen Rohbauer gefunden – und habe angeboten, dass alle 18 Arbeiter von d&b eingestellt werden.

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Und was bleibt? Wie wollen die Verantwortlichen nach den Erfahrungen mit den von einem Sub-Sub-Unternehmer (der unter Verdacht des Betrugs steht) nicht geleisteten Lohnzahlungen an die Rumänen künftig sicherstellen, dass die Arbeiter pünktlich und fair entlohnt werden? Burbach betont, man werde sich alle Unterlagen genau vorlegen lassen – von der Bescheinigung über die Krankenkasse, Sozialversicherungsanmeldung, Mindestlohnvergütung. „Und dann wird man noch schärfer und in noch engerer Taktung kontrollieren, wer wann auf der Baustelle ist.“

Wie berichtet, hatten die Rumänen Kontakt zur IG Bau aufgenommen und um Unterstützung gebeten, nachdem sie zwar drei Monate geschuftet, aber nur einen Bruchteil ihres Lohns von besagtem Subunternehmer bekommen hatten. Die Gewerkschaft hatte daraufhin errechnet, dass den Rumänen für fast 4200 Arbeitsstunden im Mai mindestens rund 62.000 Euro brutto hätten bezahlt werden müssen. Tatsächlich hätten sie jedoch nur Abschläge von 14.000 Euro netto bekommen. Im Juni hätten für rund 2020 Arbeitsstunden mindestens 30.000 Euro brutto vergütet werden müssen. (hov)

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