„So schöne Erinnerungsstücke“

Schwarze Elf übergibt dem Stadtarchiv Bilder ihres langjährigen Bühnenmalers

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Für die Feierlichkeiten zum 300-jährigen Bestehen der Stadt 1999 hat Maler Leo Berkefeld diese Entwürfe erstellt. Franz Holick von der Schwarzen Elf (rechts) überreicht Bürgermeister Herbert Hunkel nun die Isenburg-Motive.

Kleine Zeitreise ins Jahr 1960. Es ist der 21. Februar und im Saal des TV 1861 steigt die Narrensitzung der Schwarzen Elf unter dem Motto „Vivat Bac(c)hus“.

Neu-Isenburg – „Die von Leo Berkefeld herrlich aufgemachte Bühne mit dem Riesenbild eines Weinkellers mit riesigen Fässern beherbergte den zwangsläufig mit einem Riesendurst ausgestatteten Elferrat – fünf aus der Katholischen Jugend, vier vom Kirchenchor und zwei von der Kolpingfamilie – und ließ eine Riesenstimmung aufkommen“, ist in der Chronik des Karnevalsvereins zu lesen.

Diese Woche leben diese und weitere Erinnerungen wieder auf, als Franz Holick mit bunten, besonderen Bildern in die Magistratspressekonferenz kommt: Es sind drei Bilder aus dem Fundus von Leo Berkefeld, dem langjährigen Bühnenmaler der Schwarzen Elf. Die Gemälde, die Holick mitgebracht hat, sind allesamt Entwürfe, die der gebürtige Frankfurter Berkefeld für das Neu-Isenburger Stadtjubiläum im Jahr 1999 gemalt hatte. Holick hatte die Stadt angesprochen, weil er es zu schade fand, wenn diese Werke irgendwo in einer Schublade liegen.

Leo Berkefeld mit seiner Frau Elli 1999 in Weinheim im Alter von 89 Jahren.

Die Stadt will die Bilder nun in das Stadtarchiv aufnehmen, „wo die Kunstwerke sowohl von allen Besuchern bewundert werden können als auch für die Nachwelt erhalten bleiben“, wie Bürgermeister Herbert Hunkel betont.

„Leo Berkefeld war Maler von Beruf und gestaltete nach dem Krieg viele Innenausstattungen und Schaufenster in Neu-Isenburg“, berichtet Franz Holick, der einige Arbeiten von Berkefeld aufgehoben hat. Die Schwarze Elf verdanke ihm viele ihrer Bühnendekorationen und Umzugswagen. „In den Anfangsjahren der Schwarzen Elf malte und zeichnete er außerdem für die Programmhefte, erstellte Anzeigenvorlagen und Plakate. Er entwarf unser Wappen und malte und gestaltete die Bühnenbilder von 1960 bis 1975“, erinnert sich Holick, der lange Vorsitzender der Karnevalisten war und nun den Ehrenvorsitz innehat.

Auch als Leo Berkefeld 1974 schon in Weinheim wohnte, brachten Vertreter des Vereins ihm die Platten für die Rückwand des Bühnenbildes, die er dann mit Clowns bemalte. „Bei der Montage passte dann immer alles“, zeigt sich Holick heute noch begeistert.

Die Schwarze Elf verdankt dem Maler viele Bühnendekos und Motive wie dieses.

Ein Blick in die Bildarchive des Vereins zeigt lustige, bunte Werke – wie zum Beispiel einen Motivwagen (leider undatiert) für den Lumpenmontag, auf dem diverse leicht bekleidete Damen zwischen Schiller- und Neuhöfer Straße unterwegs sind. „Ein wunderschöner Motivwagen, gemalt von Leo Berkefeld, nimmt die Gerüchte um Isenburger Bordelle aufs Korn“, hat der Chronist der Schwarzen Elf zu den alten Fotos notiert. Auch Plakate – etwa für den Narrenabend der Pfarreien Neu-Isenburgs am 27. Januar 1963 beim TV – oder Werbeanzeigen wie jene mit der grinsenden Wurst, gezeichnet für Metzger Helmut Hohner in der Bahnhofstraße, stammen aus der Feder Berkefelds.

„Ein großes Dankeschön an die Schwarze Elf“, sagt der Rathauschef, als er die Bilder von Holick erhält. „Ich kann mich auch noch gut an die Arbeiten von Leo Berkefeld erinnern und freue mich sehr, dass wir jetzt im Stadtarchiv so schöne Erinnerungsstücke haben.“ (hov)

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