Bauarbeiten zum Sickerbecken im Wald

Ab Mittwoch fallen Bäume

Gravenbruch - Monatelang ist die Forderung des Regierungspräsidiums (RP) Darmstadt, ein neues Sickerbecken im Wald zu bauen, Objekt hitziger Debatten gewesen.

Die Gravenbrucher gingen auf die Barrikaden, auch weil ursprünglich dafür knapp 4000 Quadratmeter Wald gerodet werden sollten; die Stadt wehrte sich ebenfalls. Das Ergebnis ist bekannt, der Widerstand zeigte Wirkung: Am Hainbach wird kein neues Becken gebaut, man fand nach Hin und Her in Abstimmung mit Wasser- und Naturschutzbehörden, städtischen Gremien und Ortsbeirat eine deutlich kleinere Lösung. „Alle haben der Planung in der nun vorliegenden Form zugestimmt, sodass im April mit den Bauarbeiten begonnen werden kann“, teilt der Dienstleistungsbetrieb (DLB) nun mit. Bis Dezember soll der Bau erledigt sein. Statt einem Flächenbedarf von 4487 Quadratmetern sieht die neue Planung nun einen Platzbedarf von 1250 Quadratmetern vor.

Ganz ohne Waldrodung lässt sich das Projekt trotzdem nicht verwirklichen, auch das war bekannt. Immer wieder kam in letzter Zeit die Frage auf, wann es nun weitergeht. Nun steht fest: In der kommenden Woche rücken die Arbeiter an. „Die Rodungsarbeiten beginnen am 28. Januar“, schreibt der DLB. Etwa drei Tage lang werden sich die Maschinen durch den Wald fressen. Insgesamt werde eine Fläche von nun noch 1928 Quadratmetern gerodet. Es sollen allerdings 678 Quadratmeter wieder aufgeforstet werden.

Entwässerung im Trennsystem

Zum Hintergrund: Gravenbruch wird im Trennsystem entwässert. Regenwasser wird getrennt vom Schmutzwasser in voneinander unabhängigen Kanalnetzen abgeleitet. Das Schmutzwasser wird mittels mehrerer Hebewerke ins Schmutzwasserkanalnetz der Kernstadt eingeleitet. Dagegen wird das Regenwasser über eine Pumpstation zwei Sickerbecken am nordöstlichen Rand von Gravenbruch zugeführt. Die Sickerbecken haben einen Ablauf in den Hainbach, der im angrenzenden Wald Richtung Offenbach fließt. Weil jedoch die Technik der in den 1960er Jahren errichteten Sickeranlage nicht mehr den heutigen Standards entspricht, hatte das RP die Sanierung gefordert.

Dafür, so erläutert der DLB, werde nun im Wesentlichen ein Regenklärbecken gebaut. Sichtbar sei künftig von dem permanent mit Regenwasser gefüllten Becken nur eine 30 Zentimeter starke Wand. In dem Becken sollen die Schmutzstoffe des Regenwassers zurückgehalten werden. Erst nach dieser mechanischen Reinigung fließt das Wasser in die Sickerbecken, die künftig in unveränderter Form nur noch als Rückhaltebecken fungieren, und darf dann in den Hainbach.

hov

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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