Kita-Plätze beitragsfrei

Stadt will Bedarf an Betreuung abklopfen

Neu-Isenburg - Täglich sechs Stunden Kita gratis: Nach dem Willen der Hessischen Landesregierung sollen ab August 2018 Eltern keine Gebühren mehr für eine sechsstündige Betreuung der Kitakinder im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt zahlen.

Der Gesetzentwurf dazu befindet sich auf der Zielgeraden. Bislang war nur das letzte Kindergartenjahr vor der Einschulung beitragsfrei, jetzt sollen auch die sechs Stunden Betreuung in den beiden Jahre davor gebührenfrei werden. Logisch, dass die neue Regelung in den Kommunen mit Interesse verfolgt wird – vor allem mit Blick auf die Frage, wie sich die Sache auf die städtischen Ausgaben auswirken wird.

„Die Kommunen haben hierbei die Möglichkeit, die Umsetzung eigenverantwortlich in ihren Kitas zu organisieren“, schreibt Isenburgs Magistrat dazu. Zum Ausgleich der wegfallenden Gebühren solle den Kommunen und freien Trägern ein Zuschuss von 135,60 Euro pro Monat und Kind gewährt werden. „Tatsächlich betragen die vollen Nettokosten der Stadt für einen Ganztages-Kita-Platz U6 (ohne Erträge) 505 Euro im Monat, eine Betreuung bis mittags kostet circa 253 Euro“, erklärt Bürgermeister Herbert Hunkel gestern. „Abzüglich der rund 136 Euro vom Land, verbleiben bei der Stadt noch 117 Euro. Doch die Finanzierung steht vorerst noch auf einem anderen Blatt. Wir wollen jetzt erst einmal vor Ort ermitteln, wie sich der Betreuungsbedarf durch das neue Kitagesetz verändert.“

Viele Isenburger Haushalte haben deshalb nun Post aus dem Rathaus bekommen. Um den Betreuungsbedarf zu ermitteln, habe man alle Eltern mit Vormittagsplätzen beziehungsweise einer Betreuung mit bis zu sechs Stunden in den städtischen Kitas (126 Eltern) und in den kirchlichen Einrichtungen (76) angeschrieben, berichtet Hunkel. Auch die Eltern, die erst im kommenden Kita-Jahr eine Betreuung benötigen und den Wunsch nach einem Vormittgs-Platz geäußert haben, wurden befragt. Das betrifft nach Angaben des Magistrats 185 Eltern. Insgesamt wurden somit 387 Eltern kontaktiert, die sich entweder für einen Vormittagsplatz angemeldet hatten oder bereits einen Vormittagsplatz in Anspruch nehmen. „Eltern mit anderen Betreuungsarten bis 14 beziehungsweise 17 Uhr wurden nicht befragt, da diese sich ja bereits für ein Modell mit mehr als sechs Stunden Betreuungszeit entschieden haben“, heißt es vom Magistrat. Außerdem habe man keine Eltern angeschrieben, deren Kids eine Einrichtung der freien Träger besuchen, „da dort keine Vormittagsplätze angeboten werden“.

Bilder: Tag der offenen Tür bei der Feuerwehr Zeppelinheim

Insbesondere interessiert die Stadt, ob die Eltern beim gewählten Betreuungsmodell bis 12 Uhr ohne Mittagessen bleiben oder ob sie die Zeiten aufstocken beziehungsweise doch ein Mittagessen dazu buchen möchten. „Die Rückläufe der Anschreiben werden dann ausgewertet, damit die Stadt organisatorische Maßnahmen einleiten kann“, erklärt Hunkel,

Die derzeitigen Gebühren pro Platzart und Monat liegen bei einer Betreuung von 7.30 bis 12 Uhr bei 63,80 Euro, bei Betreuung von 7.30 bis 14 Uhr bei 101 Euro (zuzüglich Essenkosten) und bei einer Betreuung von 7.30 bis 17 Uhr bei 132 Euro (plus Essenskosten). (hov)

Rubriklistenbild: © Symbolfoto: dpa

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