Stellungnahme der Stadt

Schulentwicklungsplan: Auf Bevölkerungszuwachs reagieren

Neu-Isenburg - Die Stadt hat eine Stellungnahme zur Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes durch den Kreis erarbeitet. Darin wird die Suche nach neuen Grundschulstandorten gefordert.

Auf das Wachstum der Bevölkerung müsse mit einer Erweiterung der Kapazitäten reagiert werden. Der Schulentwicklungsplan bietet einen Überblick über die Entwicklung der Schülerzahlen. Und diese steigen in Neu-Isenburg seit Jahren. Im Bereich der Grundschulen in der Kernstadt prüft der Kreis, wie weitere Kapazitäten geschaffen werden können, ob Erweiterungsmöglichkeiten an der Albert-Schweitzer- oder an der Hans-Christian-Andersen-Schule bestehen oder ob ein Neubau erforderlich ist. „Dies ist umso dringlicher, da in den vorgelegten Planungen des Kreises die neuen Wohngebiete Birkengewann und Stadtquartier Süd noch nicht ausreichend berücksichtigt wurden“, betont Bürgermeister Herbert Hunkel. Die Stadt schlägt vor, als Standort für eine neue Grundschule den Bereich in der Nähe der Fröbel- und der Goetheschule zu prüfen.

Nach den Prognosen wird sich die Ludwig-Uhland-Schule in Gravenbruch bei einer Vierzügigkeit einpendeln, die Räume dafür sollen bereits zum Schuljahresbeginn 2018/2019 an das bestehende Gebäude angebaut werden. Erst wenn der Bedarf weiter steigt, soll die Selma-Lagerlöf-Schule in Zeppelinheim erweitert werden. Durch den anhaltenden Zuzug in Zeppelinheim war die Schule wiederholt zweizügig. Die Stadt Neu-Isenburg begrüßt die Verselbstständigung der Lagerlöf-Schule.

Besonders stark ist die Goetheschule gewachsen. Mindestens sechs Züge pro Jahrgang werden aktuell unterrichtet, perspektivisch wird von einer sieben- oder achtzügigen Jahrgangsstärke ausgegangen, insbesondere wenn weniger Neu-Isenburger an der Heinrich-Heine-Schule in Dreieich angenommen werden. Hier hat der Kreis bereits begonnen, die fehlenden Räume in einem ersten Bauabschnitt um acht Klassen- und zwei Fachräume zu erweitern. Die Stadt rät dringend, die Erweiterung fortzusetzen und den zweiten Bauabschnitt im Jahr 2021 anzuschließen.

Die Planungen zur Umwandlung der Brüder-Grimm-Schule in eine Kooperative Gesamtschule mit gymnasialem Zweig werden von der Stadt begrüßt. Mit einem attraktiven Profil, das die Stärken des wohnortnahen Standortes herausarbeite, sieht man hier die größten Chancen, die Abwanderung von Isenburgern an andere Schulen im Kreis zu stoppen. Bereits jetzt haben sich die Schülerzahlen stabilisiert und die Jahrgänge sind dreizügig. Perspektivisch sei ein Anwachsen auf sieben oder acht Züge pro Jahrgang denkbar. Die Räumlichkeiten wären vorhanden. Nach Vorstellung der Stadt wäre auch die Integration eines Grundschulzweiges denkbar.

Ein weiteres Anliegen der Stadt ist die Berücksichtigung der Ganztagesbetreuung an den Grundschulen. In diesem Bereich liegt Neu-Isenburg im Kreis deutlich an der Spitze. Zahlen aus dem Jahr 2016 zeigen, dass 71,9 Prozent der Mädchen und Jungen in die Schulkindbetreuung gehen. Berücksichtigt man noch weitere Maßnahmen wie die Hausaufgabenhilfen, so wird sogar eine Betreuungsquote von 88,4 Prozent der Grundschüler erreicht. Somit konnte die Stadt nach eigenen Angaben seit 2014 eine Steigerung der Quote um 12,1 Prozent und mit weiteren Maßnahmen um 18,4 Prozent erreichen. Alle Kinder der sechs Grundschulen erhalten einen Betreuungsplatz, die Belegungsquote von 102,6 Prozent, wird durch Platzsharing-Modelle erreicht.

„Uns ist eine verlässliche und qualitätvolle Betreuung der Kinder an allen Grundschulstandorten, auch in den Ferien, ein wichtiges Anliegen, um zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf beizutragen“, so Hunkel. Deshalb wird der Kreis als Schulträger gebeten, bei der Planung für die Erweiterung der Schulstandorte die Möglichkeiten der ganztägigen Betreuung zu berücksichtigen – besonders im Hinblick auf die benötigten Räume und Mittagsessensversorgung. Die Stadt soll frühzeitig in die Planungen einbezogen werden.

Die Stellungnahme der Stadt wurde in der Sitzung des Sozialausschusses einstimmig beschlossen. (hok)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare