Anja Kürschner hat ihre Liebe zum Beruf gemacht

Third-Wave-Kaffeebar im Alten Ort eröffnet

 
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Frisch gebrüht schmeckt es am besten: Anja Kürschner hat sich ihren Traum erfüllt und in der Kronengasse eine Kaffeebar eröffnet. Die Isenburgerin möchte mit ihrem Angebot dazu beitragen, den Alten Ort aufzuwerten.

Neu-Isenburg – Die coolen, schwarzen Wände, die chromglänzenden Kaffeemaschinen und die gemütliche Sitzecke mit den Kissen verwöhnen das Auge, der Duft nach feiner Röstung und vollen Kaffeearomen zieht Kaffeeliebhaber dann vollends in den Bann von „Kaffeegunst“: Mit der Third-Wave-Kaffeebar im Alten Ort hat sich Anja Kürschner ihren (Kaffee)-Traum verwirklicht. Von Nicole Jost

„Ich hatte schon immer die meisten Kaffeemaschinen in meinem Bekanntenkreis“, erzählt sie. Gut zehn verschiedene Maschinen oder Arten, um Kaffee zuzubereiten, kann sie in besten Zeiten in ihrem privaten Haushalt Gästen anbieten. Aus ihrer Leidenschaft für Kaffee und Kaffeebohnen hat die Neu-Isenburgerin jetzt eine berufliche Passion gemacht. Denn nach zahlreichen Seminaren, Weiterbildungen und Workshops bei verschiedenen Kaffeegurus in Deutschland, hat sie vor drei Jahren über die Isenburger Volkshochschule erstmals selbst Espresso-Seminare angeboten. „Da bin ich komplett auf den Geschmack gekommen, meine Liebe zu Kaffee zum Beruf zu machen“, sagt die zweifache Mutter und Geschäftsführerin der Kommunikationsagentur Wortwahl in Neu-Isenburg.

Neben ihrer Arbeit als reiner Dienstleister und ihrer Rolle als Mutter hat sie sich als Servicekraft im Café der Frankfurter Kaffeerösterei Hoppenworth & Ploch in die Feinheiten des Kaffeeaufbereitens eingearbeitet und sich weiter zur Expertin ausbilden lassen. „Ich kann ja keinen eigenen Laden eröffnen, wenn ich selbst nie dort gearbeitet habe“, sagt Anja Kürschner. Ihre erste Idee, einen schönen Raum im Industriegebiet zu suchen und dort Barista-Workshops und Kaffee-Verkostungen anzubieten, verwirft sie, als ihr der kleine Raum in der Kronengasse 18 im Alten Ort ins Auge fällt. „Es war für mich unheimlich wichtig, einen schönen Platz zu finden, an dem sich die Gäste wohlfühlen. Der Alte Ort ist dafür perfekt“, findet Kürschner. Mit viel Liebe und einem Blick auf jedes Detail hat sie den 20 Quadratmeter kleinen Raum in ein modernes und doch gemütliches Schmuckstück verwandelt. Und das Konzept geht auf: An zwei Tagen in der Woche, Freitag und Samstag, öffnet die Barista zwischen 10 und 18 Uhr – und die Nachfrage ist groß.

Neben dem Verzehr der Espressi, so manch einem Cappuccino oder einem guten Filterkaffee, können die Kunden bei Anja Kürschner auch diverse Kaffeebohnen und Zubehör kaufen. Dabei legt die 50-Jährige viel Wert auf Qualität.

Das steckt auch hinter der Bezeichnung Third-Wave-Kaffee: Nach dem Filterkaffee und den Kaffeevollautomaten kommt jetzt die dritte Welle. Es geht darum, die Kaffeebohne vom Anbau, die Röstung, den Handel bis zur Zubereitung mit größter Sorgfalt zu behandeln, Transparenz und Geschmack stehen dabei im Vordergrund. „Es geht auch um den richtigen Moment bei der Röstung, dass sich die Röstaromen mit dem Aroma des Kaffees genau treffen. Wenn das passiert, können wir beispielsweise Beerenaromen aus dem Kaffee herausschmecken“, sagt die begeisterte Barista. Sie ermuntert ihre Kunden auch dazu, zunächst auf Zucker zu verzichten, den Kaffee-Geschmack erst einmal für sich wirken zu lassen.

So lecker, so ekelig: Kaffeeautomaten sind hygienisch heikel

Bei der Zubereitung komme es auf jedes Detail an. Ein Espresso sei ein so kleines Getränk, da genügen schon zwei Gramm zu viel, um den Geschmack ins nicht mehr so Genussvolle kippen zu lassen. All solche Details verrät Kürschner den Teilnehmern bei ihren Barista-Kursen. „Ich möchte Kaffeefans die Chance bieten, auch mal selbst unter Anleitung an einer professionellen Handhebelmaschine Espressoshots zu ziehen. Das ist schon was Besonderes“, betont sie und ergänzt: „Auch Espressokunde, Milch aufschäumen und Latte Art, bei der schöne Bilder in den Espresso gegossen werden, sind sehr beliebt.“

Die Kaffeebar soll bald weitere Tage öffnen. Kürschner träumt von kleinen Warteschlangen auf der Kronengasse, Menschen, die einen schnellen Espresso genießen möchten und dann weiterziehen. „Der Alte Ort hat einfach Flair. Es wäre schön, wenn in der Stadt noch andere Spezialitätengeschäfte für ein abwechslungsreiches Angebot sorgen. Das haben die Stadt und die Bürger verdient, zumal auch viele Frankfurter hierherkommen“, so Kürschner. „Ich hoffe, ein wenig dazu beizutragen, und möchte mein Kaffeeangebot den Wünschen entsprechend erweitern.“ Der nächste Barista-Workshop ist am Sonntag, 24. März, 14 bis 17.30 Uhr; die nächste Verkostung am Sonntag, 28. April, 14 Uhr.

Infos: kaffeegunst.de

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