Drei Finalisten in der Hugenottenhalle

Fallon holt sich Völker-Preis

+
Timothy Fallon wurde mit dem Franz-Völker-Preis 2014 ausgezeichnet.

NENeu-Isenburg - Zu Ehren des Neu-Isenburger Tenors Franz Völker stiftet die Stadt einen nach ihm benannten, mit 6.000 Euro dotierten Preis, der im fünfjährigen Turnus vergeben wird. Damit sollen junge Tenöre bis 35 Jahre gefördert werden. Von Leo Postl 

Seit diesem Jahr wird er in Kooperation mit dem Staatstheater Mainz vergeben. Timothy Fallon heißt der Preisträger 2014 - für manche der sachkundigen Gäste am Samstagabend in der Neu-Isenburger Hugenottenhalle war dies eine Überraschung. Im Rahmen des Wettbewerbskonzertes stellten sich die drei Finalisten, Timothy Fallon (USA), Yohan Kim (Südkorea) und Martin Rainer Leipoldt, mit ihren selbst ausgewählten Arien vor. Sie alle wollen in die Fußstapfen von Franz Völker treten. Wie Moderator Stefan Vogel, Operngeschäftsführer in Mainz, erläuterte, steht bei den drei Sängern nicht das Preisgeld im Vordergrund, sondern die avisierte Produktion mit Philharmonischen Staatsorchester Mainz, bringt dieses doch ein bedeutsame Reputation mit sich. Für den Wettbewerb hatten sich 29 Tenöre aus aller Welt beworben, acht von ihnen lud die Jury zur Vorentscheidung nach Mainz ein, die drei Finalisten standen nun am Samstagabend auf der Bühne in der Hugenottenhalle.

Yohan Kim hat bereits mehrere Wettbewerbe gewonnen, darunter drei erste Preise und drei Sonderpreise, und trat auch recht selbstsicher auf. Auf erst einen Preis konnte der aus New York stammende Timothy Fallon verweisen, noch ganz ohne größere Erfolge stand Martin Rainer Leipoldt vor dem Publikum in Neu-Isenburg.

Timothy Fallon eröffnete mit der Ouvertüre aus „Die Entführung aus dem Serail“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Der 34-jährige US-Amerikaner wirkte noch etwas verhalten, dem „lyrische Tenor“ fehlte die Durchschlagskraft. Der 29-jährige Yohan Kim aus Südkorea hatte sich mit dem Rezitativ und Arie des Fernando aus „Cosi fan tutte“ eine der wohl schwierigsten Solopartien für Tenöre ausgewählt - fordert sie doch gleich sieben Mal das „hohe C“. Der ehemalige Tubist Martin Rainer Leipoldt, mit 28 Jahren der jüngste im Trio, wechselte erst vor drei Jahren als Orchestermitglied (Tuba) in die Riege der Tenöre. Leipoldt hatte sich für die Arie des Cavaradossi aus Tosca „Recondita armonia“ entschieden. In einer zweiten Vorstellungsrunde präsentierte sich Timothy Fallon mit der Arie des Lindoro aus L´ítaliana in Algerie „Languir per una bella“. Hier sammelte Fallon wohl die entscheidenden Punkte für die Entscheidung der Jury unter Vorsitz von Startenor Christian Elsner, dem ersten Preisträger des Franz-Völker-Preises.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare