Mehr für die Sicherheit tun

AG Verkehrswende fordert besseren Schutz für Radler und Fußgänger

AG Verkehrswende fordert besseren Schutz für Radler und Fußgänger
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AG Verkehrswende fordert besseren Schutz für Radler und Fußgänger

„Die Stadt muss endlich mehr für die Sicherheit der nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer tun. “ Das fordert die AG Verkehrswende in Neu-Isenburg. Zudem sollte die Stadt endlich die überfällige Umsetzung des Radverkehrskonzepts endlich angehen.

Neu-Isenburg – Die seit Mai bestehende AG unter dem Dach des ADFC hat ihre Positionen und Forderungen für einen sicheren Radverkehr an den Magistrat geschickt. Aktuell kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen den Verkehrsteilnehmern, schreibt die AG. Radwege und Schutzstreifen würden von Autos zugeparkt und Radler unter Missachtung des Sicherheitsabstandes von 1,50 Metern von Autos und Lastern überholt. Eltern und Schüler klagen über gefährliche Schulwege. Zugeparkte Gehwege stellen oft unüberbrückbare Hindernisse für Radler und Fußgänger dar.

AG-Mitglieder haben nach eigenen Angaben bei einem Treffen mit Bürgermeister Herbert Hunkel sowie Vertretern des Ordnungsamtes und des Fachbereichs Stadtentwicklung auf die eklatantesten Probleme hingewiesen. So wurde moniert, dass von den Beschlüssen zum Radkonzept aus dem Jahr 2015 erst eine einzige Maßnahme von 16 umgesetzt worden sei. „Dabei ist allseits bekannt, dass – auch im Zeichen des Klimawandels – kurzfristige Maßnahmen unternommen werden müssen“, betont die AG. Die Vertreter der Stadt hätten dabei auch auf die Verantwortlichkeit der politischen Parteien hingewiesen. Solange dort kein Umdenken stattfinde, käme die Verwaltung nicht weiter.

Seit Jahren gehe es um die Umsetzung von Fahrradstraßen. Immer wieder hat es laut AG neue Vorschläge, daraufhin Ablehnungen und neue Varianten, gegeben. So gehe das schon jahrelang. Nur, für die Radler habe sich nichts verbessert – im Gegenteil. Durch den immer dichteren Autoverkehr werde der Raum für Radler und Fußgänger knapper. Viele Radler würden sich nicht mehr auf die Straße trauen. „Teilweise fahren dann insbesondere Ältere auch mal auf dem Gehsteig, was zwar verboten ist und die Fußgänger gefährdet. Aber wer will es den Menschen verdenken?“, betont die AG. „Zu Fuß und mit dem Rad braucht es derzeit Mut, sich in den Straßenverkehr zu wagen.“

Beim Park(ing) Day sei der AG Verkehrswende Tempo 30 in der Frankfurter Straße noch für das laufende Jahr zugesagt worden. Die Initiative fordert darüber hinaus ein solches im gesamten Stadtgebiet. „Das hat den Vorteil, dass auch Schleichverkehre ausgeschlossen werden. Durch diese Geschwindigkeitsreduzierung ergibt sich eine höhere Verkehrssicherheit, weniger klimaschädliche Abgase, weniger Lärm und geringere Schäden an den Straßen.“ Umweltverträgliche Verkehrsmittel müssten gegenüber dem Autoverkehr mindestens gleichberechtigt, in verkehrsberuhigten Bereichen sogar vorrangig behandelt werden. Damit verbunden sei mehr Lebensqualität. Nach Meinung der AG seien der öffentliche Nahverkehr, eine Fahrradinfrastruktur und gute Gehwege unabdingbar für eine funktionierende Kommune.

Zugesagt habe die Verwaltung bei dem Treffen die kurzfristige Abschaffung beziehungsweise Prüfung der Drängelgitter. Lastenfahrräder und Kinderanhänger würden durch diese massiv behindert. Auch die rechtliche Prüfung der Haftung, wenn Kinder unter neun Jahren wegen zugeparkter Gehsteige auf die Straße ausweichen müssten, sei zugesagt worden. Die Initiative übergab im Nachgang des Treffens eine Liste mit 67 gefährlichen Punkten in Neu-Isenburg, die teilweise schon länger bekannt seien: „Passiert ist so gut wie nichts.“

Die Mitglieder treffen sich immer am letzten Donnerstag im Monat – und damit am 28. November – um 20 Uhr im Quartier IV, Luisenstraße 18. Weitere Infos gibt es unter AGVerkehrswende@web.de.

VON HOLGER KLEMM

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