Waldspielpark

Neu-Isenburg: Voller Tatendrang für den Tannenwald

„Eigentlich sieht der Spielplatz nicht ganz so schlimm aus, wie ich dachte“, sagt Pierre Fontaine nach einer Begehung des Tannenwalds. Aber er sieht auch einige „Baustellen“, denen sich ein Verein annehmen könnte.
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„Eigentlich sieht der Spielplatz nicht ganz so schlimm aus, wie ich dachte“, sagt Pierre Fontaine nach einer Begehung des Tannenwalds. Aber er sieht auch einige „Baustellen“, denen sich ein Verein annehmen könnte.

Seit zwei Jahren sprüht im Tannenwäldchen wieder Wasser auf einem Spielfeld – ausgenommen natürlich in Corona-Zeiten.

Neu - Isenburg Aber grundsätzlich ist der beliebte Wasserspielplatz auf Frankfurter Gemarkung – unweit von der Isenburger Friedensallee – nach einer kostenintensiven Sanierung wieder ein Anziehungspunkt für viele Familien. Doch das Murren wurde in der Vergangenheit laut: Ja, die Wasserfontänen funktionieren wieder, aber der Rest des Waldspielplatzes sei ordentlich in die Jahre gekommen. Der Minigolfplatz ist schon seit Jahren nicht mehr bespielbar, nicht zuletzt deswegen, weil es gar keine Schlägerausgabe mehr gibt. Pierre Fontaine, Mitglied des CDU-Stadtverbands, wollte nicht Teil einer meckernden Menge sein: „Das ist einfach nicht meine Art.

Statt nur zu reden sollten wir das Problem angehen. Bloß Forderungen an die Stadt Frankfurt zu stellen, ist zu einfach, wir sollten selbst aktiv werden“, sagt der Kommunalpolitiker voller Tatendrang. Klar sei, dass die Stadt Frankfurt nach der großen Investition von rund 1,3 Millionen Euro derzeit kein großes Interesse daran hat, viel Geld in den Park zu stecken. „Wir müssen schon selbst die Ärmel hochkrempeln“, so Fontaine weiter. Er setzt auf engagierte Isenburger, aber auch auf Frankfurter, die den Tannenwald mögen, mit ihren Kindern dort gerne Zeit verbringen und sich vielleicht einbringen würden: Der Förderverein Spielplatz Tannenwald steht kurz vor der Gründung.

Eine Begehung des Areals im Stadtwald zwischen Isenburg und der Mainmetropole stimmt ihn ganz positiv: „Eigentlich sieht der Spielplatz nicht ganz so schlimm aus, wie ich dachte. Natürlich ist viel zu tun, deswegen macht ein Förderverein auch ganz viel Sinn“, hat er schon ein paar „Baustellen“ ausgemacht, denen sich ein Verein annehmen könnte. Da sei zum Einen die schon erwähnte Minigolfanlage, die im schlechten Zustand und wenig anspruchsvoll ist. Auch die Spielgeräte bieten in seinen Augen wenig Anreiz für ältere Kinder. Die kleine Halle, in der die Tischtennisplatten stehen, bräuchte dringen Überarbeitung: „Die Platten funktionieren schon noch, aber es ist stockdunkel darin und das Licht funktioniert nicht“, hat Fontaine am vergangenen Wochenende schon getestet.

Die Resonanz auf seine Idee einer Vereinsgründung sei überaus positiv. Auf den sozialen Netzwerken gibt es viel Zuspruch und auch bereits erste Ideen: Die Eltern wünschen sich ein Sonnensegel über den Wasserspielen zum Schutz ihrer Kinder. Sein besonderes Anliegen ist auch, die Barrierefreiheit des Spielplatzes zu erreichen. „Neu-Isenburg hat einige Rolli-Kinder, es wäre schön, wenn auch sie zumindest einen Teil der Spielgeräte nutzen könnten“, hat Fontaine beispielsweise spezielle Schaukeln im Sinn.

Der Isenburger hat bereits den Kontakt zum Forum zur Förderung von Kunst und Kultur gesucht. Kati Conrad vom Forum habe ihre Hilfe angeboten, der wunderschöne Park lasse sich mit Konzerten, Ausstellungen, einem Skulpturen-Garten oder Lesungen nachhaltig beleben. Erster Stadtrat Stefan Schmitt (CDU) habe seine Beteiligung schon zugesagt und Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) war sogar bei der ersten Begehung dabei und hat seine Unterstützung zugesichert.

Das Tannenwäldchen hat den Test bestanden: Pierre Fontaine hat mit Töchterchen Sophie-Claire im Wikingerschiff Probe gesessen.

Pierre Fontaine hat bereits Erfahrung mit Vereinen und Vereinsgründung – und mit der Akquise von Spendenmitteln. „Als Verein können wir ganz andere Quellen anzapfen. Stiftungen, größere Unternehmen für unsere Idee gewinnen“, hat er schon den Plan im Kopf. Wichtig ist ihm, dass der neue Förderverein nicht zu einem Politikum wird: „Ich engagiere mich nicht als CDU-Mitglied, ich tue das als Isenburger und es soll eine überparteiliche Geschichte werden“, betont der Initiator. Aus diesem Grund hat er sich bereits für die kommende Woche mit Florian Obst von den Sozialdemokraten verabredet, um zu besprechen, wie möglichst viele Menschen für die Idee zu begeistern sind. Die Stadt Frankfurt hat Fontaine übrigens auch schon angeschrieben. Er braucht eine Genehmigung, um den Park zu nutzen – die erste könnte schon bald für eine Gründungsveranstaltung notwendig sein.

Der Förderverein hat bereits eine eigene Seite bei Facebook und ist unter facebook.com/Tannenwaldspielplatz erreichbar. (Von Nicole Jost)

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