Waldfriedhof 

Ort der Besinnung

Den neuen Stein für den „Park der Poesie“ haben Dr. Horst und Renate Müller (von links) gespendet. Darüber freuen sich Initiator Jochen Vollbach und Andrea Mansfeld, Geschäftsführerin des Friedhofszweckverbandes. Foto: vollbach
+
Den neuen Stein für den „Park der Poesie“ haben Dr. Horst und Renate Müller (von links) gespendet. Darüber freuen sich Initiator Jochen Vollbach und Andrea Mansfeld, Geschäftsführerin des Friedhofszweckverbandes.

Auf dem Friedhof im Buchenbusch in Neu-Isenburg soll nicht nur der Verstorbenen gedacht, sondern auch die Möglichkeit gegeben werden, über Leben und Vergänglichkeit nachzudenken. 

Neu-Isenburg - Dazu dient der „Park der Poesie“, der 2018 entstand und rechtzeitig vor dem Totensonntag erweitert werden konnte. Weitere Spender sind willkommen.

„Diese Idee wurde sehr positiv aufgenommen“, freut sich Jochen Vollbach, der gemeinsam mit dem Friedhofszweckverband Initiator ist. Erst im August wurde die große Holzskulptur des Neu-Isenburger Künstlers Florian Piel im Trauerhain aufgestellt. Zudem hat dieser den „Park der Poesie“ mit dem Gedicht „Strophen“ von Hans Sahm bereichert.

Inzwischen haben sich weitere Sponsoren für das schöne Projekt gefunden, wie Renate und Dr. Horst Müller aus Gravenbruch. Das Ehepaar hat die bislang vierte Poesietafel aufgestellt und sich für das Gedicht "Tod ist überhaupt nichts", von Annette von Droste-Hülshoff entschieden. Die westfälische Dichterin (1797 - 1848) gehört zu den bedeutendsten deutschsprachigen Lyrikerinnen des 19. Jahrhunderts. Sie lebte in einer Zeit voller Umbrüche und war geprägt durch das aufgeklärt-katholische Milieu der Stadt Münster. 

Neu-Isenburg: Weitere Spenden für „Park der Poesie“ erwünscht 

Voller Zuversicht schreibt die Dichterin über ihre Gewissheit eines Lebens nach dem Tod. Auf dem Stein steht zu lesen: „Tod ist überhaupt nichts. Ich glitt lediglich über in den nächsten Raum. Ich bin ich, und ihr seid ihr. Warum sollte ich aus dem Sinn sein, nur weil ich aus dem Blick bin? Was auch immer wir füreinander waren, sind wir auch jetzt noch. Spielt, lächelt, denkt an mich. Leben bedeutet auch jetzt all das, was es auch sonst bedeutet hat. Es hat sich nichts verändert, ich warte auf euch, sehr nah bei euch. Alles ist gut.“

Der neue Gedichtstein findet sich auf dem Hauptweg des Waldfriedhofs hinter der Trauerhalle links und nach etwa 50 Metern im öffentlichen Bereich an der Wegabzweigung rechts.

Weitere Sponsoren zur Gestaltung des „Parks der Poesie“ sind erwünscht. In Abstimmung mit der Friedhofsverwaltung kann ein Gedicht ausgewählt werden, das auf einer Metallplatte eingraviert und auf einem Betonsockel montiert wird. „Das Lieblingsgedicht muss keineswegs unbedingt traurig sein. Auch eine Lebensweisheit oder ein Aphorismus sind willkommen“, betont Vollbach. Der Initiator hilft bei Bedarf gern bei der Auswahl und auch bei der Gravur der Platte. Die Fertigung und Aufstellung des Sockels übernimmt die Friedhofsverwaltung zum Selbstkostenpreis. An Kosten muss ein Sponsor mit etwa 400 bis 500 Euro rechnen, auch abhängig von der Länge des Gedichtes. Der Platz kann in Abstimmung mit der Friedhofsverwaltung weitgehend selbst bestimmt werden. Weitere Infos gibt es beim Friedhofszweckverband, Neuhöfer Straße 105, z 06102 73150, info@friedhofszweckverband.de.    Von Holger Klemm

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare