PARK(ING) DAY

Werben für mehr Grün und mehr Toleranz

Die Schüler der Fröbel-Schule verschönerten Herbert Hunkels R4 zum Thema Klimaschutz am Parking Day in der Frankfurter Straße.
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Die Schüler der Fröbel-Schule verschönerten Herbert Hunkels R4 zum Thema Klimaschutz am Parking Day in der Frankfurter Straße.

Jugendliche sorgen für Hingucker-Eröffnung für Aktionstag auf der Frankfurter Straße in Neu-Isenburg.

Neu-Isenburg – Kunterbunt und fröhlich ist das neue Gewand des Oldtimers von Bürgermeister Herbert Hunkel: Die Schüler der Friedrich-Fröbel-Schule haben den blauen R4 mit einem selbst genähten Kleid anlässlich des Parking Day auf der Frankfurter Straße „verhüllt“. Der Watt-Club (Bürgerinitiative für die Energiewende in Neu-Isenburg), der ADFC, der NABU und der VCD haben zum zweiten Mal rund 30 Meter der Parkfläche zum Informations-Zentrum verwandelt. Unter dem Motto „Stadt für Menschen statt für Autos“ laden die Organisatoren dazu ein, über Stadtbegrünung, Mobilität und Klimaschutz zu diskutieren. Die Vernissage mit den Schülern ist dabei ein schöner Auftakt.

„Die Aktion werden die Jugendlichen aber sicher so schnell nicht vergessen. Seit Wochen haben wir gemalt und genäht und zuvor natürlich auch über die Gestaltung und die Inhalte diskutiert“, erzählt Mareike Geist, Lehrerin an der Fröbel-Schule. Das „neue Kleid“ des stadtbekannten Bürgermeister-Autos hat den Klimaschutz zum Thema. Ein Baum teilt sich auf der Windschutzscheibe in eine blühende und gesunde Version, während die andere Seite vertrocknet und krank ist. Mit Verbotsschildern für Flugzeug, Auto und Motorrad machen die Jungs und Mädchen auf den rabenschwarzen ökologischen Fußabdruck aufmerksam, den jeder auf der Welt hinterlässt, der bedenkenlos immer nur ins Auto steigt. Die andere Seite zeigt die Weltkugel. „Wir tragen sie in unseren Händen, wir alle sind verantwortlich für unsere Erde“, erklärt Schülerin Elise (13). Auf der Rückseite zeigen die Schüler mit einem Fahrrad und bunten Blumen die Lösung der Probleme. Die Botschaft: „Wenn jeder mehr Rad fährt, sparen wir ganz schön viel CO2-Ausstoß“, wissen die jungen Isenburger.

Mit-Initiatorin Gisela Mauer ist glücklich darüber, wie gut der zweite Parking Day funktioniert. „Im letzten Jahr mussten wir eine Stunde warten, bis das Ordnungsamt alle Autos entfernt hatte, die sich auf die eigentlich gesperrte Fläche gestellt hatten. Dieses Jahr hat niemand hier geparkt. Das spricht schon für eine Akzeptanz der Aktion“, freut sie sich.

Wenn man nur auf ein paar Parkplätze verzichtet, gewinnt man Platz für mehr Aufenthaltsqualität.

Heinz Kapp, Vorsitzender des NABU in Neu-Isenburg, nutzt den Aktionstag, um für mehr Grün und mehr Toleranz zu werben. „Viele verstehen das falsch: Wir wollen den Verkehr nicht aus der Frankfurter Straße vertreiben. Aber wir wollen die Gewichtung besser verteilen, und momentan wird zu 95 Prozent für die Autofahrer getan“, sagt Kapp. Er verweist auf die Diskussion der Parking-Day-Premiere im vergangenen Jahr. Damals wurde Tempo 30 für die Frankfurter Straße angestoßen. Inzwischen gebe es sogar eine Stellungnahme vom Regierungspräsidium, die Tempo 30 befürworte. „Wir möchten einfach, dass eine Entscheidung von der Politik für Tempo 30 getroffen wird. Dies würde weniger Lärm und weniger Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer bedeuten“, hofft Kapp, dass zeitnah eine neue Geschwindigkeitsbegrenzung kommt. Die Menschen, die sich gestern am Verkehrs-Quiz beteiligen, wünschen sich in großer Zahl eine Verkehrsberuhigung für die Isenburger Hauptverkehrsader.

Ein Bericht über die Diskussionsrunde mit Bürgern zum Thema „Stadt für Menschen statt für Autos“, die gestern am späten Nachmittag den Tag abrundete, folgt. (Von Nicole Jost)

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