„Wahrlich zum Schaudern“

Wertstoffhof wegen Corona geschlossen - Müll landet auf der Straße

„Man muss nicht bis in den Wald gehen, um über Abfall zu stolpern – offenen Auges, auch mit dem Fotoapparat, durch die Stadt lässt einen an mancher Ecke wahrlich schaudern“, fasst Maria Sator-Marx ihre Eindrücke zusammen. 
+
„Man muss nicht bis in den Wald gehen, um über Abfall zu stolpern – offenen Auges, auch mit dem Fotoapparat, durch die Stadt lässt einen an mancher Ecke wahrlich schaudern“, fasst Maria Sator-Marx ihre Eindrücke zusammen. 

Da der Wertstoffhof wegen Corona geschlossen ist, sammelt sich in Neu-Isenburg einiges an wildem Müll. Maria Sator-Marx, Fraktionschefin der Grünen ärgert sich über Rücksichtslosigkeit und sieht strukturelle Probleme. 

  • Wegen der Corona-Krise hat der Wertstoffhof in Neu-Isenburg geschlossen
  • Viel Müll landet daher im öffentlichen Raum
  • Eine Grünen-Politikerin ist verärgert

Neu-Isenburg – Müll ist in diesen Tagen ein großes Thema: Der Sperrmüllhaufen in der Erich-Ollenhauer-Straße (wir haben berichtet) ist inzwischen vom DLB entsorgt, viele Menschen murren, dass der Wertstoffhof derzeit zum Schutz der Mitarbeiter geschlossen ist und somit das aufgeräumte Sammelsurium aus heimischen Kellern und Garagen nicht annimmt.

Maria Sator-Marx, Fraktionschefin der Grünen, war an den Ostertagen spazierend im Stadtgebiet unterwegs und hat sich über so einige Schmuddelecken in Neu-Isenburg geärgert. Neben der Rücksichtslosigkeit der Leute, die sich Müll und alter Autos verantwortungslos entledigen, sieht sie aber auch ein strukturelles Problem bezüglich der Abfallentsorgung, des ruhenden Verkehrs und des Zustands von Grundstücken und deren Einfriedigungen in der Stadt. Sie vermutet unzureichende oder gar keine Kontrollen. Die Kommunalpolitikerin hat eine ganze Liste mit Dingen erstellt, die ihr auf ihren Rundgängen durch die Stadt aufgefallen sind – ohne den Anspruch auf Vollständigkeit.

Corona in Neu-Isenburg: Viel Müll auf der Straße

In der Frankfurter Straße hat sie fünf abgestellte Fahrzeuge vor dem ehemaligen Opelgelände, die ohne Kennzeichen und offensichtlich fahruntüchtig schon lange dort stehen, gesehen. Auch in der Schleussnerstraße sind ihr abgestellte Fahrzeuge in Fahrtrichtung der Frankfurter Straße aufgefallen – ohne Kennzeichen, unzureichend gesichert auf Autotransportern. Außerdem gibt es dort Abfallablagerungen auf dem Parkplatz hinter dem ehemaligen Lokal La Maison, ebenso auf dem Parkplatz neben der ehemaligen Spielhalle – öffentlich zugänglich unter anderem fünf Gasflaschen, die mit einem Foto über WhatsApp bereits vor Monaten an den DLB weitergeleitet worden seien. 

Auf der Parkfläche an der Carl-Ulrich-Straße sei es rund um die Autovermietung absolut vermüllt, auf der Bahnhofstraße lägen in Höhe der Hausnummer 231 zwölf Altreifen auf dem Bürgersteig und in der Herzogstraße sei der Jägerzaun am Parkplatz des Hotels Best Western neben der Bushaltestelle völlig defekt mit losen Holzteilen. Der Abfallcontainer vor dem Hotelgebäude sei öffentlich zugänglich und das leer stehende ehemaliges Hotelgebäude im nördlichen Teil sei ungesichert.

Auch kaputte, abgestellte Autos sind in Neu-Isenburg ein Problem.

Grünstreifen im Birkengewann seien „völlig vermüllt“. Die Grünanlage in der Luisenstraße habe überquellende Müllbehälter, sie sah Essensreste und Verpackungsmüll rund um alle Parkbänke und ein Loch in der Fahrbahn aufgrund eines abgesägten und wegrostenden Schildes. In der der Schützenstraße gebe es ebenfalls ein Loch in der Fahrbahndecke im Kreuzungsbereich, das schon seit Ende 2019 bekannt sei.

Sator-Marx fragt sich auch, wann die ehemaligen Bauminseln bepflanzt werden. Auch in der Gartenstraße gebe es Abfall auf dem Grünstreifen, die Einzäunung des Chinarestaurants sei defekt und vermüllt und die Sicherung der ehemalige Blumenkästen rage sogar auf den Gehweg. An den Grundwiesen hat sie mit Altmetall beladene Fahrzeuge entdeckt, die unbeleuchtet und ungesichert an unübersichtlichen Stellen bis auf die Fahrbahnmitte stehen. Zudem gebe es auch im „Landschaftsschutzgebiet“ entlang des Gehwegs und im gesamten Bereich Abfallablagerungen.

Müll in Neu-Isenburg: „Muss Konsequenzen haben“

„Ich ärgere mich, dass es so aussieht, und ich finde, dass es auch Konsequenzen haben muss, wenn Bürger so den öffentlichen Raum verschandeln“, sagt Sator-Marx. Auch in Zeiten der Corona-Krise müsse es Perspektiven geben, wann der Wertstoffhof wieder öffnet. Die Isenburger seien es gewohnt, ihren Sperrmüll abgeben zu können. Dass der Sperrmüll weiter abgefahren werde, sei ja toll, aber die Wartezeiten reichten schon bis weit in den Mai. „Ich will auf dem Wertstoffhofgelände niemanden mit Handschlag begrüßen, es könnten ja Sicherheitsabstände eingehalten werden“, hofft die Kommunalpolitikerin auf eine baldige Öffnung.

Dass eine gewisse Ordnung vor den Grundstücken eingehalten werden müsse, bedürfe auch der Kontrollen durch das Ordnungsamt. „Wenn es ohne Konsequenzen bleibt, wenn ich alles vergammeln lasse, ist das kein gutes Zeichen. Bürger haben schließlich die Pflicht, auch den Bürgersteig sauber zu halten.“

Sator-Marx regt aber auch an, besonders schön gepflegte Grundstücke, die bis in den öffentlichen Raum strahlen, auch mal lobend zu erwähnen. „Vielleicht müssen wir kreativ werden, und Menschen, die es besonders schön machen, mal mit Schwimmbadkarten oder ähnlichem belohnen“, hofft die Politikerin auf einen Nachahmungseffekt.

VON NICOLE JOST

Nach Wochen der Zwangspause dürfen Friseure wieder öffnen. Wegen der strengen Auflagen in der Corona-Krise ist das eine echte Herausforderung, erzählt eine Friseurmeisterin aus Neu-Isenburg. 

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare