Umzug ins IZ steht an

„Caketales“: Mit Leidenschaft für Leckereien

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Tortenzaubern leicht gemacht: Wie das süße Naschwerk (mit oder ohne Schaf-Tortenständer) gelingt, kann man sich von Nadine Brams (links) und Meike Schwantes auch in Kursen zeigen lassen.

Neu-Isenburg - Mit der Kuchenschaf-Erfindung fing alles an: Nadine Brams wurde im Fernsehen mit ihren Tortenständern bekannt, mittlerweile schreibt sie ihr Kuchenmärchen gemeinsam mit Meike Schwantes im eigenen Laden in Gravenbruch weiter. Weil der zu klein wird, steht ein Umzug ins IZ an. Von Enrico Sauda 

Sie sind Kauffrauen – die eine lernte in der Bank, die andere bei einer Versicherung. Sie haben jeweils ein sechsjähriges Kind, und sie teilen eine Leidenschaft: das Verzieren von Torten. Nun arbeiten die Gravenbrucherin Nadine Brams und die Sprendlingerin Meike Schwantes zusammen in einem gemeinsames Geschäft. Das „Caketales“ liegt am Forsthaus Gravenbruch.

Und das kam alles so. „Vor zehn Jahren habe ich hobbymäßig mit Motiv-Torten angefangen“, erinnert sich die 33-jährige Nadine Brams. „Ich auch, aber unabhängig von einander“, ergänzt die 29-Jährige Meike Schwantes. „Dann geriet das so ein wenig in Vergessenheit, bis zu meiner Schwangerschaft, die Mama-Hormone traten in Aktion und ich entdeckte diesen Zeitvertreib für mich wieder und wurde aktiv.“ Dazu Meike Schwantes: „Bei mir war das auch so.“ Doch es war Brams, die dann auf die Idee kam, den „Caketales“-Tortenständer zu erfinden und ihn patentieren zu lassen. Er stellt ein Schaf dar, bei dem Kopf und Unterkörper die Basis für Motivtorten bilden. „Das gab es bis dahin noch nicht: einen stehenden Kuchen, der ausschaut wie eine Figur“, erklärt Brams die Besonderheit. Mit diesem Tortenständer, den es inzwischen auch in der Version als Mädchen und Junge gibt, schaffte es Nadine Brams sogar ins Fernsehen. „Das war damals eine Weltneuheit und 2016 bin ich zur Vox-Sendung ‘Die Höhle der Löwen’ gegangen und hatte auch einen Deal mit Ralf Dümmel“, berichtet Brams. In der Show werben Erfinder und Unternehmensgründer um Risikokapital zum Wachstum ihrer Firma. Sie stellen ihre Geschäftskonzept den „Löwen“ vor und bieten ihnen Geschäftsanteile in Relation zum ermittelten Unternehmenswert an. Die „Löwen“ sind prominente Investoren – in der aktuellen Staffel unter anderem Carsten Maschmeyer oder der Hamburger Unternehmer Ralf Dümmel. Sie stecken eigenes Geld in Unternehmen ihrer Wahl und begleiten diese mit ihrem Wissen fachlich.

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„Da kannten Meike und ich uns aber noch nicht und ,Caketales’ gab es als Firma noch nicht“, so Brams. „Nach der Ausstrahlung 2016 haben wir richtig gut Figuren verkauft – aber es ging dann nicht mehr ums Handwerk, sondern fast nur noch um den Vertrieb der Figuren“. Innerhalb von drei Monaten brachte sie 60 000 Stück an die Frau und den Mann. Damals lernte sie auch Meike Schwantes kennen. „Geplant war, dass die Figuren durch den Direktvertrieb beworben werden. Das kann man sich wie Tupperpartys vorstellen. Und für einen solchen Job hat Meike sich damals beworben“, berichtet Brams. „Das war der ursprüngliche Gedanke und das passte mir gut in meine damalige Lebenssituation, weil ich dringend eine Arbeit brauchte. So haben wir uns kennengelernt“, erzählt Schwantes. Doch sie merkten rasch, dass ihnen der Vertrieb nicht genug gab. „Es fehlte uns das Handwerkliche und die Liebe“, betonen beide. „Es war nur noch Verkaufen. Es hatte nichts mehr mit dem Dekorieren zu tun und war nicht mehr das, was ich wollte“, so Nadine Brams.

Nach etlichen Gesprächen entdeckten sie, dass sie „immer schon“ beide denselben Traum verfolgten: „Genau das, was wir jetzt haben. Einen eigenen Laden. Aber allein hätte sich keine von uns getraut.“ Die Lebensumstände „zwangen“ sie, den nächsten, den großen Schritt zu wagen. Als alleinerziehende Mütter sei ihnen eben nur die „Flucht nach vorne geblieben“.

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Die hat sich gelohnt, denn inzwischen ist ihr Geschäft aufgeblüht und gewachsen. So sehr, dass der Laden in Gravenbruch zu klein geworden ist. Jetzt müssen die beiden mit Sack und Pack in die Kernstadt ins Isenburg-Zentrum ziehen. „Man muss schon sagen, dass es ganz gut läuft, dafür, dass wir erst vor einem Jahr angefangen haben und wir zwei alleinerziehende Mütter sind“, sagt Brams. „Der Laden dort ist dann um einiges größer“, schildert die junge Frau den Grund für den Umzug.

Die Tortenständer, einst Publikumsmagneten und Fundament für den geschäftlichen Erfolg, sind inzwischen zwar immer noch das, „was uns ausmacht, aber sie sind nicht mehr unser Hauptgeschäft. Das ist jetzt die komplette Welt drumrum. Wir sprechen damit alles rund ums Thema Backen an und geben Kurse“. Ihr Faible sind Hochzeitstorten. Doch nicht nur. „Wenn jemand heiratet und sich innerhalb eines Jahres wieder scheiden lässt, gibt es die Scheidungstorte kostenlos.“

Weitere Infos: www.caketales.de

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