Mehr als 40 Jahre Engagement: Vorbildliches für Hugenottenstadt geleistet

Neu-Isenburger Gerhard H. Gräber erhält Hessischen Verdienstorden

Gerhard H. Gräber (rechts)
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Gerhard H. Gräber (rechts) in Aktion.

Zu den vielen Würdigungen, die der Neu-Isenburger Gerhard H. Gräber für sein langjähriges Engagement über die Jahre erfahren hat, ist eine weitere hohe Auszeichnung hinzugekommen: Der 73-Jährige erhielt den Hessischen Verdienstorden.

Neu-Isenburg – Sozialpate, Stadtkümmerer, Sportcoach, Integrationsbeauftragter des Schützenvereins, ehemaliger Fraktionschef der FDP, Erzähler beim Bembeltreff, Führer zur Stadtgeschichte, Heimatforscher, Dialektförderer, Schöffe, Alt hilft Jung-Unterstützer – diese Liste ist beeindruckend und ließe sich fortsetzen: Gerhard H. Gräber, mehr als 40 Jahre lang engagiert überall in der Stadt mit dabei, genauer Kenner von Geschichte und Gegenwart, hat sich in seiner Stadt in den unterschiedlichsten Vereinen und Funktionen betätigt, bis er vor vier Jahren auf Anraten seines Arztes kürzertreten musste.

„Gerhard H. Gräber ist ein Urgestein kommunalpolitischen Engagements. Seine Reden in der Stadtverordnetenversammlung waren legendär: pointiert, humorvoll, auch streitbar – aber immer fair“, sagt Bürgermeister Herbert Hunkel anlässlich der Verleihung. Gräber habe sich in hervorragender Weise durch sein langjähriges und intensives kommunalpolitisches Engagement für die Stadt verdient gemacht und sei ein würdiger Träger des Hessischen Verdienstorden. „Wir danken ihm für alles, was er zum Wohle der Stadt Neu-Isenburg getan hat“, betonen Hunkel und Erster Stadtrat Stefan Schmitt.

Eigentlich hätte Gräber die Urkunde, die „seine besonderen Verdienste um das Land Hessen und seine Bevölkerung“ würdigt, bereits im Juli in Darmstadt erhalten sollen. Doch aufgrund der Corona-Pandemie in Verbindung mit seinem Gesundheitszustand plante man um: Auf Gräbers eigenen Wunsch fand die Ehrung nun im allerkleinsten Kreis bei ihm zu Hause statt. Dort überreichte Hunkel die Urkunde im Namen und Auftrag von Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier.

Bereits am 1. November 2002 wurde Gräber für sein kommunalpolitisches Engagement die Große Ehrenplakette der Stadt verliehen, nach der Ehrenbürgerschaft die zweithöchste Auszeichnung, die Neu-Isenburg vergeben kann. „Darüber hinaus gibt es nur wenige Menschen in Neu-Isenburg, die sich in ähnlicher Art und Weise mit der Stadt und ihrer Geschichte identifizieren“, so Hunkel.

Gräber war in zahlreichen Vereinen aktiv, insbesondere in der Schützengesellschaft (SGNI), wo er sich unter anderem vorbildlich für die Integration von Migranten und Flüchtlingen eingesetzt hat. Er hat als Stadtkümmerer nach dem Rechten gesehen und als Sozialpate Menschen in Not beigestanden. Auch in den Bereichen Kultur, Mundart und Stadtgeschichte hat er viele Veranstaltungen initiiert und selbst gestaltet.

Politisch immer fest in der FDP verwurzelt, schrieb man das Jahr 1982, als Gräber Stadtverordneter im Parlament wurde. Zunächst bis Mai 1989 und dann noch einmal von April 1993 bis März 2002 gehörte er der Stadtverordnetenversammlung an.

Von 1989 bis 1993 war er ehrenamtliches Mitglied des Magistrats und von 1993 bis 1997 Mitglied des Ältestenrates. Er gehörte außerdem zeitweise dem Haupt- und Finanzausschuss und dem Bauausschuss an. Er war Mitglied im Ausschuss für Familie, Jugend und Soziales und im Ausschuss für Kultur, Sport und Partnerstädte. Zusätzlich vertrat Gräber die Hugenottenstadt in der Betriebskommission des Eigenbetriebs der Stadtwerke und nach deren Umgründung in eine GmbH im Aufsichtsrat – zeitweise auch als Vorsitzender. Darüber hinaus war er Mitglied im Aufsichtsrat der Altes Stadthaus GmbH.

Darauf angesprochen, was ihm für den Artikel noch wichtig ist, kommt Gräber auf folgendes zu sprechen: In den 27 Jahren als Verwaltungsleiter des Max-Planck-Institutes (MPI) für Europäische Rechtsgeschichte in Frankfurt hat Gräber rund 40 junge Menschen in Sachen Verwaltung mit ihren Herausforderungen ausgebildet. „Als wir den Max-Planck-Preis für hervorragende Ausbildung von Bürokaufleuten bekamen, waren 28 der von mir geschulten 37 ehemaligen Lehrlinge gekommen, auch aus dem Ausland. Das hat mich sehr stolz gemacht“, erzählte Gräber einmal. Besonders hervorzuheben ist auch seine Tätigkeit als Obmann für Ausbildung im MPI; dabei suchte Gräber die Kooperation von Industrie- und Handelskammer Frankfurt mit Betrieben, um die Ausbildung junger Menschen in höheren Verwaltungspositionen zu fördern.

„Ich freue mich natürlich sehr, dass alle meine Tätigkeiten, die ich nur mit Unterstützung meiner Frau Helga so erfolgreich durchführen konnte, nun eine solche Anerkennung finden. Ein solches Engagement macht man nicht, um einmal eine Ehrung zu erfahren, sondern weil es mein persönliches Bedürfnis war – aber diese Ehrung bedeutet mir dennoch sehr viel“, sagt Gräber.

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