Planung für 15 Freiluft-Veranstaltungen im Sportpark läuft auf Hochtouren

Neu-Isenburger Kultursommer kann kommen

Christopher George von der Isenburger Veranstaltungsagentur „12 Löwen“ hat mit seinem Team schon viel Herzblut in das Kultursommer-Konzept investiert. Mit Erfolg: Die Bewerbung um Fördergeld vom Land für das Open-Air-Event war erfolgreich.
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Christopher George von der Isenburger Veranstaltungsagentur „12 Löwen“ hat mit seinem Team schon viel Herzblut in das Kultursommer-Konzept investiert. Mit Erfolg: Die Bewerbung um Fördergeld vom Land für das Open-Air-Event war erfolgreich.

Noch ein Sommer mit kaum Live-Kultur? Für Neu-Isenburg kommt das nicht in die Tüte. So wird gerade an einem stattlichen, aber aus Sicht der Initiatoren trotz Auflagen machbaren Open-Air-Programm gestrickt: Für den „Iseborjer Kultursommer“ sind 15 Veranstaltungen im Zeitraum vom 27. August bis 19. September angedacht. Als Veranstaltungsort soll der Fußballplatz hinter der Rollschuhbahn im Sportpark dienen, sozusagen als pandemiekompatible Pop-Up-Spielstätte.

Neu-Isenburg - Geplant ist ein facettenreiches Programm aus Musik, Comedy und Theater von regionalen Kulturschaffenden. Zum Final-Wochenende soll dort vom 17. bis 19. September dann auch das Open-Doors-Festival über die Bühne gehen – als Ersatz für den Julitermin in der Innenstadt. Eintritt soll keiner genommen werden.

Soweit die Eckdaten, die Christopher George, der zusammen mit Michael Kercher die Geschäftsführung der Neu-Isenburger Veranstaltungsagentur „12 Löwen“ innehat, am Dienstagabend dem Ausschuss für Kultur, Sport, Ehrenamt und Vielfalt bei dessen konstituierender Sitzung in der Hugenottenhalle vorstellt. Die 12 Löwen GmbH, Veranstalter des in normalen Zeiten jährlichen Musikspektakels Open Doors, und die Isenburger Eventagentur „8 Days a Week“ hatten sich gemeinsam für das Open Air-Festivalprogramm „Ins Freie!“ des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst zur Förderung neuer Open-Air-Spielstätten beworben. Die Veranstaltungen sollen draußen stattfinden, weil die Pandemie kaum Voraussagen für den Kulturbetrieb in Innenräumen zulässt, heißt es dazu aus Wiesbaden.

Und dafür, dass der „Iseborjer Kultursommer“ auch wirklich kommen und Künstler und Kulturhungrige gut drei Wochen lang erfreuen kann, sprechen seit Dienstagabend schon zwei gewichtige Fakten.

Erstens: Die Bewerbung hatte Erfolg, die Fördermittel vom Land sind inzwischen zugesagt.

Und zweitens: Zwar steht die endgültige Beschlussfassung durch das Stadtparlament, ob die Stadt an diesem Kultursommer samt Open-Doors-Wochenende teilnimmt, noch aus, doch die darf als Formsache gelten. Denn für die Idee und den Ansatz, den Christopher George erläutert, gibt es im Kulturausschuss zuerst viel Lob und dann ein einstimmiges Ja des Gremiums.

Ideen fürs Event gibt es viele: Angedacht ist unter anderem die Einbindung der Rollschuhbahn als Rollerdisco, ein Comedy-Format von „Rebell Comedy“, ein eintägiges Deutschrock-Festival, wöchentliche Newcomerkonzerte aus dem „Club 8“ sowie ein facettenreiches Kulturprogramm aus Theater und regionalen Kulturschaffenden. Es fallen auch die Schlagworte Jazzfrühschoppen und Kinderfest in der Ausschusssitzung. Die endgültige Programmplanung soll im Juli veröffentlicht werden.

Die Open-Air-Bühne für den Kultursommer soll, wie gesagt, auf dem Fußballplatz hinter der Rollschuhbahn im Sportpark installiert werden. Was den Veranstaltungsort betrifft, so sei dieser aus mehreren Gründen eine gute Wahl: Er sei durch die Lage in Bezug auf Lärmbelästigung und der bereits existierenden Umzäunungen bestens geeignet, zum Kultursommer-Areal umgewandelt zu werden, erläutert George. Denn auch ohne Eintritt werde man wohl wegen der Pandemie um Einlasskontrollen nicht herumkommen – zumal niemand jetzt schon genau sagen könne, wie dann die Corona-Regeln aussehen.

„Wir begrüßen das Projekt und die Programmplanung. Hier werden gute Möglichkeiten für alle Neu-Isenburger Kulturvereine und Kulturinitiativen geschaffen, sich nach der Corona-Pandemie erneut in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Genauso wichtig ist es, den Bürgerinnen und Bürgern wieder den Zugang zu Kunst und Kultur zu ermöglichen und dabei gleichzeitig lokale und regionale Künstlerinnen und Künstler zu fördern“, kommentieren Kulturdezernent Theo Wershoven und Bürgermeister Herbert Hunkel. Allein: „Selbstverständlich steht über allem der weitere Pandemie-Verlauf.“ Außerdem weist der Rathauschef darauf hin, dass der normale Spiel- und Trainingsbetrieb im Sportpark durch die Veranstaltungen nicht beeinträchtigt werden soll.

Auch die Kinder und die Musikschule sollen die Möglichkeit erhalten, sich zu präsentieren. „Interessierte Vereine können sich an die IG Vereine wenden“, teilt der Magistrat gestern mit.

„Die 12 Löwen GmbH als professionelle Eventagentur zusammen mit der 8 Days a Week GmbH & Co KG als Veranstaltungstechnikdienstleister bilden eine erprobte stabile Basis für die Durchführung des Projektes Iseborjer Kultursommer“, zeigt sich Hunkel erfreut über die Sommerperspektive für die Stadt.

Angetan zeigen sich auch die Mitglieder des Kulturausschusses. Dr. Philip Sänger (FDP), neu im Gremium und zum stellvertretenden Ausschussvorsitzenden gewählt, lobt das Kultursommer-Konzept – und spricht ein großes Dankeschön an George und seine Mitstreiter aus, „dass Sie den Mumm haben, das in dieser Zeit zu planen“. Als jemand, der beruflich täglich mit Corona zu tun habe, wisse er, dass es in zwei Wochen wieder kippen und die Regeln sich ändern könnten, sagt der Arzt.

Joachim Großpersky (CDU), frisch gewählter Ausschussvorsitzender, zeigt sich ebenfalls begeistert. „Wir sehen das Projekt als positives Signal für die Kulturbranche und für die Bürger. Die Menschen hungern ja nach Live-Kultur“, sagt Großpersky.

Es sei daher eine tolle Sache, wenn das ermöglicht werde. Und er sei überzeugt, dass die Reihe auch Strahlkraft über Neu-Isenburg hinaus haben werde.

Ein Verkehrs- und Parkkonzept, erläutert George auf Nachfrage im Ausschuss, sei ebenso in Arbeit wie die weitere Detailplanung. Und was ist, wenn das Wetter schlecht ist? Ja, es sei natürlich ein Open Air, sagt der Veranstaltungsfachmann, aber auch für dieses Thema bereite man sich gerade auf alle Eventualitäten vor.

Der Stadtverordnetenversammlung liegt nun in der kommenden Woche (16. Juni, 19 Uhr, Hugenottenhalle) die Entscheidung zum Beschluss vor, ob die Stadt am Iseborjer Kultursommer inklusive Open-Doors-Wochenende teilnimmt. Ein weiterer Beschluss betrifft die Freigabe der Haushaltsmittel von 67 500 Euro, die ursprünglich für die Durchführung des Open-Doors-Festivals im Haushalt 2021 standen.

Die restlichen Kosten für das Open-Air-Festival sollen übers besagte Landesprogramm „Ins Freie!“ gefördert (mit rund 370 000 Euro) beziehungsweise von den Veranstaltern „8 Days a Week“ und „12 Löwen“ getragen werden. Dort läuft die Sponsorensuche nun auf Hochtouren.

Von Barbara Hoven

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