Absagen von CDU, SPD und Grünen / FDP reduziert

Neu-Isenburger Parteien verzichten auf Straßenwahlkampf


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Im Vorfeld der Kommunalwahl verzichten die Parteien fast komplett auf den Straßenwahlkampf.

Angesichts der Corona-Pandemie verzichten CDU, SPD und Grüne im Endspurt des Kommunalwahlkampfs auf Straßenwahlkampf, die FDP hat ihn reduziert. Das Interesse an der Briefwahl ist groß.

Neu-Isenburg – Landauf landab wird im Vorfeld der Kommunalwahl am 14. März ein starkes Interesse an der Briefwahl registriert. Das ist in Neu-Isenburg nicht anders, wie aktuelle Zahlen zeigen. Bei 27 734 Wahlberechtigten wurden bis gestern Vormittag 7 310 Briefwahlunterlagen beantragt. 2016 waren es insgesamt 3 129. Die Aufrufe, angesichts von Corona doch verstärkt auf die Briefwahl zu setzen, scheinen also zu fruchten.

Die Pandemie hat auch zu einem völlig anderen Wahlkampf geführt, der vor allem im Netz abläuft. Normalerweise würden alle Parteien am heutigen Samstag mit Infoständen in der Fußgängerzone vertreten sein. Das wird nicht der Fall sein. Nach CDU und SPD verzichten nun ebenfalls die Grünen auf einen Straßenwahlkampf, auch wenn Infostände, unter Beachtung der Corona-Verordnungen eigentlich möglich gewesen wären.

Doch da stellt sich die Frage der Sinnhaftigkeit, wie der CDU-Stadtverband betont. Spitzenkandidatin Christine Wagner: „Wir haben das Thema lange und intensiv erörtert. Wir sind der festen Überzeugung, dass wir als Kandidaten für die Kommunalwahl eine besondere Vorbildfunktion haben, die wir auch im Alltag vorleben müssen. Daher haben wir uns bewusst dafür entschieden, während des Lockdowns auf Infostände zu verzichten.“ Die CDU könne guten Gewissens nicht den Bürgern abverlangen, auf Kontakte zu verzichten, und gleichzeitig Wahlwerbung in der Fußgängerzone betreiben. Da dann der Kontakt gewollt sei und nicht ausbleiben könne, sei die Einhaltung der Corona-Verordnungen faktisch nicht umsetzbar. Wagner: „Leider müssen wir somit auf den uns so wichtigen persönlichen Kontakt weitestgehend verzichten.“

Die SPD hat ebenfalls, wie bereits berichtet, auf den Straßenwahlkampf verzichtet. „Wie sollen wir glaubhaft von Kontaktbeschränkungen reden, aber gleichzeitig den Kontakt zur Bevölkerung suchend einen Infostand betreiben? Das ist nur schwer vermittelbar“, betont SPD-Spitzenkandidat Gene Hagelstein. Denn an Infoständen gebe es Ansammlungen, die den Regeln entgegenstehen würden. Auch anderen Presse- und öffentlichkeitswirksamen PR-Aktionen, wie gemeinsames Müllsammeln oder Plätzchenbacken erteilten die Genossinnen und Genossen eine Absage. „Oberste Priorität hat das Beste für Neu-Isenburg, und das ist zuerst ein Ende der Pandemie und des Lockdowns“, betont SPD-Vorsitzender Florian Obst.

Auch die Grünen haben sich dem mittlerweile angeschlossen. Nach einem großen Zuspruch bei Infoständen hat sich die Partei zu seinem Verzicht entschlossen. „Wir werden da sein, auch wenn wir persönlich nicht präsent sein werden“, kommentiert Sprecher Günther Marx den Verzicht auf das persönliche Gespräch. „Wer möchte, findet unser Material am Samstag auf dem Stand in der Fußgängerzone oder kommuniziert mit uns über E-Mail: info@gruene-neu-isenburg.de oder über die Homepage gruene-neu-isenburg.de und die Sozialen Medien.“

Einen etwas anderen Weg schlägt die FDP ein, die nicht ganz auf den Straßenwahlkampf verzichten möchte. „Wir machen das in sehr reduzierter Form“, sagt Spitzenkandidat Thilo Seipel. Es wird auf jeden Fall einen Stand am 13. März und eventuell noch einen weiteren geben. Da soll aber nur Infomaterial ausliegen. „Wir gehen nicht aktiv auf die Leute zu und sprechen sie an“, versichert Seipel. Die Stände werden maximal von zwei Leuten betreut. Fragen seien möglich. Dazu könne aber immer nur eine Person an den Stand treten. Ansonsten setzen die Liberalen auf Aktivitäten im Netz. Die FDP hat eigens einen Wahlspot produziert, der auf der Homepage (fdp-neu-Isenburg.de) und Facebook abzurufen ist. Dort gibt es auch Kurzporträts der Kandidaten mit einigen Kernthesen.

Auch die politischen Mitbewerber versuchen, sich auf ihren Homepages oder den Sozialen Medien in Szene zu setzen – neben den klassischen Broschüren und Flyer, die in den Briefkästen landen. Die CDU hat sich dazu die sogenannten „Sprechenden Plakate“ einfallen lassen. Fraktionsvorsitzender Patrick Föhl: „Auf allen Plakaten ist ein QR-Code sowie ein Link auf die entsprechende Seite unserer Homepage enthalten. Dort sind die Videos zu den entsprechenden Plakaten zu sehen, die die jeweiligen inhaltlichen Positionen der CDU erörtern.“ Die sprechenden Plakate sind im Internet abrufbar über cdu-neu-isenburg.de. Ergänzend dazu gibt es von einzelnen Kandidaten auch themenorientierte Videos.

CDU-Vorsitzender Stefan Schmitt: „Der persönliche Kontakt fehlt schon sehr und ist durch nichts zu ersetzen. Gleichwohl gilt es besonders auch für die CDU, in der Pandemie vernünftig zu sein und als gutes Beispiel voranzugehen. Auch, wenn wir nicht persönlich auf der Fußgängerzone anzutreffen sind, sind wir für die Menschen da, die sich jederzeit an alle Kandidatinnen und Kandidaten telefonisch oder per E-Mail wenden können.“ Die Kontaktdaten sind abrufbar über die Homepage oder unter z 06102 800612.

Auf der Homepage der SPD (spd-neu-isenburg.de) findet sich ebenfalls jede Menge Material zu den Kommunalwahlen wie beispielsweise zum Programm und den einzelnen Kandidaten. So gibt es einen Verweis auf eine Kurzvorstellung der 45 Kandidaten auf Youtube.  hok

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