Basketballteam und Tennisspielerin ausgezeichnet / Posthume Würdigung

Neu-Isenburger Sportler punkten mit tollen Leistungen

Mit dem Rudolf-Seiferlein-Preis wurde posthum Walter Bechtold gewürdigt. Der IG-Vorsitzende Michael Blatz (links) und Bürgermeister Herbert Hunkel übergaben die Auszeichung an die Töchter Sylvia Wiesner und Petra Bechtold.
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Mit dem Rudolf-Seiferlein-Preis wurde posthum Walter Bechtold gewürdigt. Der IG-Vorsitzende Michael Blatz (links) und Bürgermeister Herbert Hunkel übergaben die Auszeichung an die Töchter Sylvia Wiesner und Petra Bechtold.

Eigentlich hätte die Sportlerehrung für die erfolgreichen Aktiven 2019 im April 2020 über die Bühne gehen sollen. Doch Corona machte einen Strich durchdie Rechnung. Da die Auflagen es nun ermöglichten, fand am späten Mittwochnachmittag im kleinen Kreis im Hotel Kempinski die Ehrung für die Mannschaft und die Sportlerin des Jahres 2019 sowie die Verleihung des Rudolf-Seiferlein-Preises statt.

Neu-Isenburg - Bürgermeister Herbert Hunkel ging auf die schwierige Zeit ein: „Es war nicht einfach, unsere schönen Sportanlagen nicht nutzen zu dürfen.“ Er dankte allen, die sich mit eingebracht haben, das zu überstehen. „Hier hat sich wieder einmal der besondere Zusammenhalt und das füreinander Einstehen in unserer Stadt bewiesen“, betonte er. Die Feier wurde von Nicole Basadre und Markus Gärtner von der Musikschule musikalisch umrahmt.

Der Rudolf-Seiferlein-Preis für eine Person, die sich in herausragender Weise ehrenamtlich um die Vereinswelt verdient gemacht hat, ging posthum an Walter Bechtold. „Er hat sich buchstäblich bis zum letzten Tag in den Dienst unserer Vereine gestellt. Leider kann Walter Bechtold diese Auszeichnung nicht mehr persönlich entgegennehmen, denn er verstarb am 28. März vergangenen Jahres – aber er wird uns unvergessen bleiben“, so Hunkel. Die Laudatio hielt Michael Blatz, sein Nachfolger als Vorsitzender der IG Vereine. Die Eigenschaften von Bechtold, der am 22. August 1936 in Neu-Isenburg geboren wurde, seien Hilfsbereitschaft, Selbstlosigkeit, Respekt, Verständnis, aber auch Standhaftigkeit, Durchsetzungsvermögen und Geduld gewesen. Bereits mit drei Jahren startete er als aktiver Turner im Turnverein 1861. Bechtold war unter anderem Abteilungsleiter der Narrengilde, 25 Jahre Vorsitzender des Mandolinenvereins „Spessartfreunde“, war Mitglied in der Vereinskommission, im Lumpenmontagsausschuss und in der Stiftung für Sport und Kultur. Seit 1979 im Vorstand der IG stand Bechtold von 1991 bis April 2019 an der Spitze der IG Vereine. „Das sind mehr als 40 Jahre ehrenamtliches Engagement“, lobte Michael Blatz. Dafür gab es zahlreiche Ehrungen – unter anderem 2012 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik. Den Rudolf-Seiferlein-Preis nahmen seine Töchter Sylvia Wiesner und Petra Bechtold entgegen.

Zur Mannschaft des Jahres wurden die Ersten Herren des Basketball Clubs (BCN) gewählt. Hunkel lobte die fast perfekte Bilanz 2019. In der Landesliga, der zweithöchsten Spielklasse in Hessen, gab es saisonübergreifend 16 Siege und nur eine Niederlage in einem Pflichtspiel. Mit einer makellosen Rückrunde holten die Korbjäger ein Jahr nach dem Aufstieg in die Landesliga einen beachtlichen dritten Platz – und wurden zudem als fairstes Team der Liga ausgezeichnet. „In der Saison 2019/2020 machte die von Vassili Adamoudis trainierte Mannschaft gleich da weiter, wo sie aufgehört hatte, und holte Sieg um Sieg“, so Hunkel. Das Ergebnis: der vorzeitige Aufstieg in die Oberliga Hessen. Daneben wurde mit dem Vize-Titel im Hessenpokal einer der größten sportlichen Erfolge des Vereins gefeiert. Der Kern um Kapitän Daniel Hack, Aufbauspieler Sid Michalakis und Roman Moschny – den besten Punktesammler der Liga, der in Äthiopien schon auf Steinböden gedribbelt hat – kennt sich seit vielen Jahren und sorgt für den Zusammenhalt in einem echten Multi-Kulti-Team.

Sportlerin des Jahres wurde mit der Tennisspielerin Dr. Brigitta Friedl vom TC Rot-Weiß eine Neu-Isenburger Tennisikone, wie Hunkel hervorhob. Er verwies auf mehrere Seiten von Erfolgen der Ausnahmesportlerin. Sie ist mehrfache Hessenmeisterin, mehrfache Deutsche Meisterin und Vizemeisterin im Damen Einzel 55 und Doppel 55. Bei den Europameisterschaften erreichte Friedl im Einzel 55 den dritten Platz. Sie war Mitglied für das Team Deutschland bei der Team-Weltmeisterschaft und gewann 2016 in Finnland Bronze. 2019 wurde sie Deutsche Doppelmeisterin in der AK 60, Dritte bei den Deutschen Meisterschaften im Einzel als auch mit der Mannschaft in der AK 60. Darüber hinaus ist Friedl seit vielen Jahren erfolgreiche Spitzensportlerin in der Regionalliga Süd-West für den TC und engagiert sich in herausragender Weise auch ehrenamtlich im Tennissport. Dafür gab es 2015 für ihre mittlerweile 40-jährige ehrenamtliche Tätigkeit vom Hessischen Tennis-Verband die Goldene Ehrennadel. Die Sportlerin des Jahres selbst zeigte sich überaus erfreut und gerührt. Sie dankte allen, insbesondere ihrem Mann Günter, die sie auf dem nicht immer einfachen Weg stets bestärkt und gefördert haben. „Ich bin so glücklich, dass ich diese besondere Auszeichnung entgegennehmen darf.“

Im Rahmen des Kultursommers werden am Samstag, 28. August, um 17.30 Uhr rund 40 weitere erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler auf der Bühne im Sportpark ausgezeichnet.

Von Leo F. Postl

Mannschaft des Jahres 2019 wurde das erste Herrenteam des Basketball Clubs. Den Pokal nahmen (von links) Christof Schäfer, Mannschaftskapitän Daniel Hack, Trainer Vassili Adamaoudis und Tehkuh Bangang entgegen.
Dr. Brigitta Friedl ist Sportlerin des Jahres 2019.

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