Auf der Suche nach dem neuen Normal

Neu-Isenburger Stadtfotograf Daniel Falke will das Leben in der Krise in den Fokus rücken

Sehr gerne begleitet Daniel Falke auch Sportler mit seiner Kamera. Das Foto zeigt Daniel Andres Hecktor, ein Kunstradfahrer des spanischen Nationalteams.
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Sehr gerne begleitet Daniel Falke auch Sportler mit seiner Kamera. Das Foto zeigt Daniel Andres Hecktor, ein Kunstradfahrer des spanischen Nationalteams.

Sie haben sich auf die Suche nach dem Grün in der Stadt begeben, das Leben der Vereine festgehalten und minimalistische Strukturen oder Kontraste gefunden – die Stadtfotografen haben seit 2005 Neu-Isenburg aus den unterschiedlichsten Perspektiven in den Fokus genommen. Das Thema des frisch gekürten Stadtfotografen Daniel Falke könnte dagegen aktueller nicht sein. Ihm geht es um das „neue Normal“, um die Dokumentation von Neu-Isenburg in der aktuellen Corona-Krise.

Neu-Isenburg - Die dreiköpfige Jury des Forums zur Förderung von Kunst und Kultur (FFK) mit Andreas Thiele, Kati Conrad und Kerstin Diacont hat sich einstimmig für Falke entschieden. „Dabei war die Auswahl unglaublich schwer, alle neun Bewerbungen und Themen haben uns gut gefallen“, berichtet die stellvertretende Vorsitzende Kati Conrad. „Es ist für uns schwer, so tollen Fotografen absagen zu müssen und wir hoffen, dass viele davon Lust haben, noch mal mit einer neuen Idee dabeizusein.“ Nun freuen sie und das FFK sich auf die Zusammenarbeit mit Daniel Falke und sind gespannt auf seine Bilder.

Kontaktbeschränkungen und Maskenpflicht erschweren eigentlich die Arbeit eines Fotografen, doch genau das möchte der 34-jährige Frankfurter zum Thema machen. Unter dem Motto „Das neue Normal“ will er dokumentieren, wie Vereine, Firmen, Institutionen, Personen und Familien mit der Krise umgehen und sich nicht unterkriegen lassen. Wie hat der Alltag sich verändert, was macht Probleme, welche kreativen Lösungen wurden gefunden, damit es weitergeht? Und da gebe es genügend Ansatzpunkte. Er will mit Leuten – unter Wahrung der Hygiene- und Abstandsregeln – in Kontakt kommen und deren Geschichte mit der Kamera festhalten. Für seine Ausstellung im kommenden Jahr im Stadtmuseum denkt er an ein Gesamtbild zu der jeweiligen Person, Institution oder Familie sowie viele Detailfotos. Generell ist es ihm wichtig, mit der Kamera in einen Dialog mit den Abgebildeten zu treten. Und vielleicht kommt im Laufe des Jahres noch das eine oder andere Fest dazu, das in den Fokus der Kamera rücken kann.

Daniel Falke wurde in Frankfurt geboren und ist im Vordertaunus aufgewachsen. Hauptberuflich arbeitet er im Servicemanagement der Telekom, seit vergangenem Jahr nebenberuflich als Fotograf. „Das war natürlich angesichts der Krise ein ungünstiger Zeitpunkt, doch ich habe es nicht bereut“, berichtet er. 2019 hat er sich mit seiner Frau und der kleinen Tochter auf eine zehnmonatige Reise durch Südamerika und Ostasien begeben und von dort viele Bilder mitgebracht. „Ich habe meine Kamera, eine Sony A7 III, eigentlich immer dabei“. Dabei ist er erst vor ein paar Jahren durch seinen Schwiegervater zur Fotografie gekommen. Nun möchte er die Beschäftigung damit nicht mehr missen.

Er fotografiert am liebsten Porträts in der Stadt, Reportagen, die Natur. Frankfurt schätzt er dabei als „kleine Großstadt“, die gut zu Fuß erkundet werden kann. Wichtig ist ihm aber dabei, nicht nur auf den Auslöser zu drücken, sondern den richtigen Moment zu finden. „Meist habe ich schon vorher ein Gefühl für das Bild, das ich umsetzen will.“

Nun will er als Stadtfotograf loslegen. Falke denkt da nicht nur an eine Momentaufnahme, sondern will die Stadt und ihre Menschen das ganze Jahr begleiten. Denn mit der Stadt im Süden von Frankfurt verbindet ihn ein Wunsch: Er möchte gerne hier leben und selbst Neu-Isenburger werden. „Neu-Isenburg kenne und schätze ich durch seine Konzerte, einige Schwimmbadbesuche und den schönen Stadtwald“, erzählt Daniel Falke. „Ich bin sehr dankbar, nun ein Teil von Neu-Isenburg sein zu dürfen, und freue mich auf Eure Geschichten, die wir gemeinsam mit Bildern erzählen können.“ (Von Holger Klemm)

Der neue Stadtfotograf begibt sich gerne auf fotografische Streifzüge wie beispielsweise am Frankfurter Mainufer. In den kommenden Monaten wird Neu-Isenburg sein Betätigungsfeld sein.
Daniel Falke ist der neue Stadtfotograf in Neu-Isenburg

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