100 neue Bäume

Pflanzaktion der Dreieicher Bienenzüchter in Isenburg und Langen

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Die Dreieicher Bienenzüchter haben mit Schriftführerin Britta Dietz (Zweite von links) und Revierförster Dieter Hanke (rechts) 100 Esskastanien in den Neu-Isenburger Heegwald und den Koberstädter Wald in Langen gepflanzt.

Neu-Isenburg - Der Bienenzuchtverein Dreieich setzt ein grünes Signal für mehr Artenvielfalt in den Wäldern und pflanzt im Heegwald und in der Langener Koberstadt in Kooperation mit Hessen-Forst insgesamt 100 junge Esskastanien. Von Nicole Jost 

Bienen mögen den „Baum des Jahres“ – und auch die geänderten Klimabedingungen spielen bei der Auswahl eine Rolle. Viktor Schuppe und Dieter Hanke sitzen auf Knien auf einer Lichtung des Neu-Isenburger Heegwalds. Ihre Kollegen des Bienenzuchtvereins Dreieich haben rund 30 Zentimeter tiefe Löcher in den immer noch reichlich trockenen Waldboden ausgehoben. Vorsichtig heben die beiden Imker einen ein Jahr alten Sämling einer Esskastanie in den Waldboden. Nicht einmal einen halben Meter groß ist das zarte Bäumchen; und auch die Wurzeln sehen noch fein und empfindlich aus. „Das Wurzelwerk muss komplett unter der Erde verschwinden“, erklärt Hanke, der Revierleiter des Forstamts Langen. Und wichtig sei es auch, die jungen Bäume gut zu wässern, damit ihre Lebensadern sich gut im Heegwald verwurzeln können.

Rund 20 Imker haben bei der Aktion gemeinsam 100 junge Esskastanien gepflanzt. Dazu haben sie sich im Heegwald und in der Langener Koberstadt verteilt. „Wir möchten einfach für mehr Artenvielfalt in den Wäldern sorgen. Hier in Isenburg können wir die Bäume inmitten der anderen jungen Bäume setzen, die sich auf diesem Waldstück natürlich ausgebreitet haben“, sagt Hanke. Am Rande einer Waldkreuzung sei es strategisch auch gut, weil die Revierförster die jungen Bäume im Blick halten können.

Die Pflanzaktion der Bienenzüchter ist eine Kooperation mit Hessen-Forst. Die Esskastanie ist dabei der Baum der Wahl, weil es der „Baum des Jahres“ ist. „Und die Kastanien sind auch sehr bienenfreundlich“, betont Britta Dietz, Schriftführerin der Bienenzüchter. „Die Esskastanie kommt ursprünglich nicht aus unseren Gefilden. Sie ist eigentlich südlich der Alpen zuhause“, weiß Baumfachmann Dieter Hanke. Aber die Kastanie komme gut mit dem Klima zurecht – und sei in Zeiten des Klimawandels und bei den immer heißeren und trockeneren Sommern auch widerstandsfähiger als viele heimische Bäume.

Die 100 Jungpflanzen hat der Bienenzuchtverein finanziert und aus der Staatlichen Baumschule in Hanau-Wolfgang bezogen. Das sei zunächst einmal keine ganz große Ausgabe, weil die Bäume eben noch Sämlinge seien. „Natürlich dauert es so ein bisschen länger, bis die Bäume groß sind. Aber in den ersten Jahren wachsen die Esskastanien schnell und mit 100 Bäumen können wir natürlich sehr viel mehr erreichen, als wenn wir drei ältere, schon größere Bäume in den Wald pflanzen“, betont Hanke.

Von Hessen-Forst haben die Bienenzüchter sogenannte Tubex-Wuchshüllen zur Verfügung gestellt bekommen. Die hellen Plastikschalen rund um die Bäumchen sollen besonders als Schutz vor den gefräßigen Rehen dienen. „Die mögen nämlich einen neuen Geschmack wie den der hier noch nicht so oft vorkommenden Esskastanie ganz besonders gern“, sagt der Revierförster augenzwinkernd.

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Gemeinsam ist die Gruppe auch ganz schnell. Mit Spaten und Gießkannen bestens ausgerüstet, sind die jeweils 50 Bäumchen schnell in den beiden Revieren gepflanzt.

Für Florian Engert kein Problem, sich am Wochenende morgens durch den Wald zu buddeln. „Nein, überhaupt nicht. Wir können mit 100 Bäumen ja schon was bewegen und es ist eine gemeinsame Vereinstätigkeit. Das macht ja auch Spaß“, sagt der junge Mann, der seit vier Jahren aktiver Imker ist. „Wir haben ja auch schon Bienenwiesen gepflanzt und andere Aktionen gestartet. Wir alle profitieren von dem Verein und dem geballten Wissen über die Bienen. Da gebe ich der Gemeinschaft auch gerne etwas zurück, indem ich eine solche Aktion aktiv unterstütze“, erklärt er sein Engagement.

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