Sebastian Morawe löst langjährigen Stadtbrandinspektor ab

Neue Feuerwehr-Spitze in Neu-Isenburg

Die Neu-Isenburger Feuerwache in der Sankt-Florian-Straße
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Die Neu-Isenburger Feuerwache in der Sankt-Florian-Straße

Die Freiwillige Feuerwehr Neu-Isenburg hat sich personell neu „sortiert“ und dabei auch einen Generationswechsel vollzogen. Nach 20 Jahren als Stadtbrandinspektor legte Stefan Werner sein Amt nieder. Wer seinen Posten übernimmt, steht bereits fest: Bei ihrer gemeinsamen Jahreshauptversammlung wählten die Freiwilligen Feuerwehren Neu-Isenburg und Zeppelinheim eine neue Leitung.

Neu-Isenburg -Werners Nachfolge hat am 1. April Sebastian Morawe angetreten. Der 41-Jährige ist ein Eigengewächs, „2021 mache ich mein 30. Jahr bei der Neu-Isenburger Feuerwehr voll“. Er ist verheiratet, Vater von zwei Töchtern, im Hauptberuf bei der Werkfeuerwehr am Frankfurter Flughafen tätig. Seinen Erfahrungsschatz hat er während der Ausbildung zum gehobenen Dienst bei diversen Feuerwehren im Land angereichert. Und Morawe betont: „Es geht nichts ohne Kameradschaft.“ Entsprechend wichtig sei es ihm, die Neu-Isenburger Wehr „in einem guten Team weiter zu entwickeln“.

Ebenso wie Werner trat auch Wehrführer Jochen Müller nicht zur Wiederwahl an. Bürgermeister Herbert Hunkel bedankte sich bei beiden für ihr langjähriges Engagement: „Sie haben großartige Leistungen für die positive Entwicklung der Neu-Isenburger Wehr erbracht. Der hohe Ausbildungsstand, die schnelle, sichere Einsatzbereitschaft, stabile Mitgliederzahlen, gute technische Ausrüstung und eine vorbildliche Jugendarbeit zeichnen die Isenburger Feuerwehren aus. Daran haben Sie einen besonderen Anteil“, betonte der Rathauschef in seiner Rede. Und zeigte sich erfreut darüber, dass die beiden erfahrenen Kräfte als Fachbereichsleiter beziehungsweise stellvertretender Fachbereichsleiter des Fachbereichs 37 weiterhin für die Stadt da sind, auch wenn sie sich für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung stellten.

Pandemiebedingt standen auf der verkürzten Tagesordnung nur die Wahlen für die Führungsspitze. „Durch die Wahlen stand die Versammlung im öffentlichen Interesse und durfte deshalb durchgeführt werden“, heißt es dazu von der Stadt. „Besondere Hygienemaßnahmen wurden eingehalten.“

Hunkel ehrte für ihre langjährige Tätigkeit bei der Freiwilligen Feuerwehr Thomas Peters, der seit April 2001 stellvertretender Stadtbrandinspektor ist, Jochen Müller, seit April 2011 Wehrführer, und Thomas Köhler, seit April 2016 stellvertretender Wehrführer.

Stefan Werner wurde für seine Verdienste die Hugenottenmedaille der Stadt verliehen. Der Verwaltungsfachwirt war von April 2006 bis März 2011 Wehrführer, von April 1991 bis März 2001 stellvertretender Stadtbrandinspektor und dann seit April 2001 Stadtbrandinspektor.

Der Bürgermeister bedankte sich bei allen Isenburger Feuerwehrleuten für ihren vorbildlichen Einsatz – insbesondere in diesen schwierigen Zeiten. Denn während der Corona-Pandemie gilt es für die Feuerwehren nicht nur ihre Einsatzbereitschaft trotz schwerer Bedingungen aufrechtzuerhalten. Auch bei der Bewältigung der besonderen Vorkehrungen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens spielt die Feuerwehr eine wichtige Rolle. So haben die Neu-Isenburger Feuerwehren beispielsweise den Kreis Offenbach bei der Einrichtung eines Pandemielagers auf dem Gelände der ehemaligen Bundesmonopolverwaltung für Branntwein unterstützt. Auch die Verteilung der Schutzmasken an Pflegedienste und Altenheime hat die Feuerwehr organisiert. Unter erschwerten Bedingungen und unter Beachtung der Regeln für systemrelevante Einrichtungen mussten beispielsweise Ausbildungen personell reduziert werden, um Abstandregeln einzuhalten. Im Laufe des Jahres wurden alle Präsenzausbildungen und andere Sitzungstermine komplett gestoppt und auf Online-Dienste umgestellt. Die Plätze auf den Einsatzfahrzeugen wurden reduziert und die Ausrückordnung um Fahrzeuge ergänzt.

Die Einsatzkräfte dürfen aktuell nur mit FFP2-Maske ausrücken. Wegen des Ausfalls der jährlichen Besuche der Atemschutzübungsstrecke haben die Neu-Isenburger Feuerwehren Ersatzveranstaltungen am eigenen Standort angeboten (wir haben berichtet). So konnte die Einsatzbereitschaft der Atemschutzgeräteträger sichergestellt werden.

Unter diesen erschwerten Bedingungen haben die Feuerwehren Neu-Isenburg und Zeppelinheim im Jahr 2020 insgesamt 566 Einsätze erfolgreich absolviert. Erneut hat dabei die Zahl der technischen Hilfeleistungen mit 309 die Zahl der 257 Brandbekämpfungen übertroffen. Besonders gefordert war die Feuerwehr im Februar, als Orkantief „Sabine“ innerhalb weniger Stunden gleich 26 Einsätze bescherte. Etwa vier Wochen später brannte im Gewerbegebiet Süd die Lagerhalle einer Schreinerei. Den Feuerwehrleuten gelang es, das Übergreifen des Feuers auf eine benachbarte Autowerkstatt zu verhindern.

Einen weiteren Großeinsatz verzeichnete die Wehr im September, als sie die Feuerwehr Rödermark bei einem großen Gefahrguteinsatz unterstützte.

Der Bürgermeister sprach allen Feuerwehrleuten seinen Respekt und Dank aus „für das, was sie mit ihrem besonderen Einsatz zum Wohle der Stadtgesellschaft erreicht haben“.

Doch zurück zu den Neuwahlen: Folgende Führungskräfte haben die aktiven Mitglieder der beiden Einsatzabteilungen der Freiwilligen Feuerwehr gewählt: Neuer Stadtbrandinspektor ist Sebastian Morawe, erster stellvertretenden Stadtbrandinspektor Philipp Tsangos und zweiter Stellvertreter Dominic Peters. Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Neu-Isenburg wird Jens Multer, zu den kommissarischen stellvertretenden Wehrführern wurden Thomas Schulze und Joachim Hauschild gewählt.

Wehrführer der Zeppelinheimer Wehr bleibt Udo Bachmann, kommissarisch übernimmt den Posten seines Stellvertreters Sebastian Stern. Zweiter stellvertretender Wehrführer für Zeppelinheim ist Dieter Blattmann.

(Von Barbara Hoven)

Sebastian Morawe ist neuer Stadtbrandinspektor in Neu-Isenburg.

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