Neue Halle, die ein Plus an Energie erzeugt

Die alte Turnhalle der Albert-Schweitzer-Schule im Buchenbusch an der Neuhöfer Straße soll abgerissen werden. Für 3,3 Millionen Euro wird in Richtung Eschenweg eine neue Sportstätte in Passivhaus-Bauweise entstehen. Einen Eindruck von dem Neubau mit gewölbtem Dach vermittelt die Skizze von der Westansicht des Gebäudes. Baubeginn ist im Sommer. Fotos (2): Sauda

Neu-Isenburg - (es) Die Dependance der Albert-Schweitzer-Schule am Buchenbusch bekommt eine neue Sporthalle. Planung und Kostenschätzung für den Neubau liegen dem Kreistag zum Beschluss vor. Bei dem neuen Gebäude, das auf der südlichen Seite des Schulgeländes in Richtung Eschenweg entstehen wird, handelt es sich um eine Standard-Einfeldhalle in Passivhausbauweise mit den Maßen 15 mal 27 Meter.

Die Kosten betragen - nicht zuletzt wegen dieser modernen Bauart - rund 3,3 Millionen Euro. „Darin enthalten sind aber auch die Aufwendungen für den Abriss des alten Pavillons, der Bau der Geräteräume sowie der Heizungsanlage“, betonte Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger gestern bei der Vorstellung des Kreis-Projekts in der Schule. In zehn bis zwölf Jahren hätten sich aber die Mehrkosten amortisiert so die Baudezernentin. Sie rechnet mit einem Jahr Bauzeit, dabei sollen die Bagger im Sommer anrollen.

Der Neubau sei eine Herausforderung, „weil es ein sehr großes Volumen mit sehr wenig Energie zu heizen gilt“, sagte Architekt Christos Karawassilis von der Firma Huther und Karawassilis Bauplan GmbH (Rödermark). Dabei produziere die Halle mehr Energie als sie verbrauche. Gründe dafür seien unter anderem die Nutzung der Wärme, die beim Sporttreiben entstehe, die Dämmung sowie die gewölbte Dachform. Strom-Überkapazitäten durch Verwendung einer Photovoltaik-Anlage sollen ins städtische Netz eingespeist werden. Die Haustechnik umfasst unter anderem eine Kunstlichtregelung nach Präsenz und Tageslicht sowie eine thermische Solaranlage zur Warmwassererzeugung und Heizungsunterstützung. Auf dem Dach der Umkleiden soll die Photovoltaik-Anlage mit drei Reihen-Elementen installiert werden.

„Zur Finanzierung dieser neuen Sporthalle können wir Zuschüsse aus dem Hessischen Investitionssonderprogramm ‚Schule- und Hochschulbau‘ - verbunden mit dem Konjunkturprogramm II des Bundes - bekommen“, erläuterte Jäger. „Somit können wir die Maßnahmen jetzt sofort in Angriff nehmen und der Kreis als Bauträger muss am Ende wahrscheinlich nur einen ganz kleinen Teil finanzieren.“ Die neue Halle werte nicht nur die Buchenbusch-Dependance der Albert-Schweitzer-Schule auf, „sondern wir schaffen auch gute Bedingungen für den Sportunterricht der Friedrich-Fröbel- sowie der Brüder-Grimm-Schule, die beide die neue Halle nutzen werden“.

Für die geplanten Neuerungen - es entsteht zudem ein Bolzplatz, der aus einem Teil des jetzigen Sportplatzes hervorgehen wird, sowie ein Spielplatz mit Klettergerüst - war der Umzug des Abendgymnasiums ins „Haus des lebenslangen Lernens“ in Sprendlingen ausschlaggebend. „Die Idee, das Areal neu zu gestalten, ist nicht ganz neu. Wir haben sie vor einiger Zeit schon der Stadtverordnetenversammlung präsentiert“, sagte Bürgermeister Oliver Quilling. „Nun ist der langjährige Konflikt der Doppelnutzung - Abendgymnasium und Grundschule - gelöst“, freute sich der Rathauschef. Gut sei, dass die Halle zuerst entstehe, „denn sie wird von vielen Vereinen genutzt“. Nötig wurde der Neubau, weil die alte, 1964 errichtete Halle eine „Energieschleuder“ war. Sie wird abgerissen. Jäger: „Wir schaffen einen modernen Schulhof mit vielen Bewegungs- und Spielmöglichkeiten.“

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