Bis er eröffnet, wird’s wohl noch dauern

Supermarkt in Gravenbruch: „Ein ordentliches Ding“

+
Was macht denn der Schuttberg im ehemaligen Bäckerei-Laden? Auch diese Frage stellt sich mancher Anwohner.

Gravenbruch - Es sind bewegte Zeiten im Stadtteil: Die beiden Kirchengemeinden erleben gerade eine Zäsur und auf der anderen Seite geht es vielen Gravenbruchern einfach zu langsam voran mit dem ersehnten neuen Supermarkt.

Gründe für Bürgermeister Herbert Hunkel, am Samstag vor Ort am Infostand auf die Fragen der Bürger einzugehen. Die interessieren sich auch dafür, was sich an der Kempinski-Kreuzung tut. Das Ortsbild rund um den Dreiherrnsteinplatz erfährt derzeit eine gravierende Veränderung und auch an der Kempinski-Kreuzung wird noch bis Ende April gearbeitet. Unter anderem, so berichtet Hunkel, wird dort der Übergang für Fußgänger und der Weg zur Bushaltestelle umgestaltet – um das Überqueren der viel befahrenen Straße von Heusenstamm nach Isenburg einfacher zu machen.

Das wohl am meisten nachgefragte Thema ist aber am Samstag: Wann geht es endlich los mit dem Neubau des Rewe-Marktes? Dazu hat das Stadtoberhaupt drei positive Nachrichten. „Hier hängt die jetzt eingetroffenen Baugenehmigung für den Bauherrn, hier nebenan sitzt Rewe-Standortplaner Axel Kittler und Frau Altuntas, die Frau des Eigentümers des Areals, will auch noch kommen“, so Hunkel zu den Interessierten, die morgens am Stand stehenbleiben.

Rewe-Standortplaner Axel Kittler (von links) und Bürgermeister Herbert Hunkel zeigen Interessierten wie Thomas Gramlich und Dr. Klaus-Peter Winter, wie der Supermarkt aussehen soll.

Doch da klingelt sein Handy – und es kommt die Absage von Cansel Altuntas. „Wir kommen auch so klar, zum Markt kann ich alles sagen“, reagiert Kittler. Der Rewe-Expansionsmanager hat eine große Rolle mitgebracht. Als er diese entrollt, kommt ein detaillierter Plan des neuen Supermarkts zum Vorschein. „An den Außenmauern des Marktes wird sich nichts mehr ändern, innen kann es noch die eine oder andere kleine Veränderung geben“, erklärt Kittler den Herren Thomas Gramlich und Dr. Klaus-Peter Winter, die sich gerade genauer informieren wollen. Das Markgebäude wird freilich größer als jenes des ehemaligen, inzwischen abgerissenen Tengelmann und reicht weiter gen Osten; ein Teil davon wird mit Wohnungen überbaut. Dort, wo derzeit noch die Forsthaus-Galerie steht, werden Parkplätze für den Rewe entstehen.

„Der neueste Markt in Neu-Isenburg ist derzeit jener an der Schleussnerstraße, er war einer der letzten der damaligen Generation, jetzt ist bereits alles überholt“, weist Kittler auf das neue Konzept hin. Rund alle sieben Jahre erfolge ein Generationswechsel, die derzeitige Variante läuft unter der „Konzeption 2020“, wie Kittler erläutert. Mit 1400 Quadratmetern Verkaufs- und einer Gesamtnutzfläche von 2000 Quadratmetern ist der Markt für Gravenbruch „ein ordentliches Ding“, wie es Kittler formuliert; im Rewe-Marktbereich jedoch die unterste Grenze. „Wir haben hier mit rund 6000 Einwohnern kalkuliert, daraus ergibt sich ein bestimmter Bedarf und den erfüllen wir überaus gut.“

Ex-Tengelmann in Gravenbruch: Bilder zu den Abrissarbeiten

Von den präsentierten „Animationsansichten“ waren Gramlich und Winter schon mal begeistert. „Das sieht wirklich ordentlich aus, besser, als wir es erwartet hatten“, kommentiert Gramlich. „Ich wohne seit über 40 Jahren hier und ich denke, nicht nur ich bin froh, dass so ein Projekt nun endlich wahr wird“, zeigt sich auch Winter recht zufrieden. Und wann geht es endlich los? „Wir haben jetzt die Baugenehmigung vorliegen, da müssen nun noch die letzten Forderungen eingeplant werden, das dürfte so zwei bis drei Monate dauern“, meint Kittler. Er rechnet mit einer Eröffnung des Marktes „im Herbst nächsten Jahres“.

Von den anderen Themen erweist sich der Umbau der Kempinski-Kreuzung als immer noch „kritikbehaftet“. Durch den Umbau werde es nahe der Kreuzung einen durch die Ampelanlage gesicherte Fußgängerquerung auf die gegenüberliegende Seite geben, erläutert Hunkel. Dort ist nämlich die Bushaltestelle – jedoch nicht direkt an der Kreuzung, sondern rund 50 Meter weiter zurück. Bisher sind die Busnutzer einfach „wild“, jedoch direkt auf der Höhe der beiden Bushaltestellen, über die Straße gelaufen. „Jetzt kann ich zwar sicher über die Straße gehen, aber muss dann wieder so weit zurück laufen, was für ein Unsinn – zudem ist das eine Buswartehäuschen nicht überdacht“, ereifert sich eine Gravenbrucherin. Der Grund: Wo das Bushäuschen steht, verläuft eine Gasfernleitung, somit ist es dort nicht möglich, ein Fundament für ein Wartehäuschen zu gründen.

Dass sich der Bürgermeister dafür eingesetzt hat, den Rückweg zum Wartehäuschen noch besonders herstellen zu lassen, kann da auch keine Zufriedenheit schaffen. (lfp)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare