Neues Ambiente, neuer Schwung

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Das Team des Jugendcafés (von links): Dirk Kühnel, Caterina Gangi, Stephie Maul und Andreas Wiegand.

Neu-Isenburg ‐ Die Wand ist frisch gestrichen, das Programm aufgepeppt, das Publikum verjüngt und das Team ebenfalls – das Isenburger Jugendcafé erstrahlt im neuen Glanz und geht mit Schwung ins neue Jahr. Von Enrico Sauda

Eine Woche lang waren die Pädagogin Stephie Maul, die Jahrespraktikantin und Diplom-Sozialpädagogin Caterina Gangi im Anerkennungsjahr sowie sechs Jugendliche während der Winterferien damit beschäftigt, das Innere des Cafés aufzuhübschen. Was zuvor dunkel und blau war, ist jetzt hell und cremefarben. „Wir wollten mit den Jugendlichen gemeinsam ein neues Ambiente schaffen“, erklären die beiden. Und das ist ihnen gelungen. „Die ersten Reaktionen waren super.“

Das neue Ambiente zieht neue, jüngere Heranwachsende an und dank der beiden „neuen“ Mitarbeiterinnen auch mehr Mädchen. „Es sind wirklich sehr viele neue Gesichter hier“, freut sich Sozialpädagoge Dirk Kühnel. Der Altersdurchschnitt der Besucher sei gesunken, von früher 13 bis 18 Jahre auf jetzt zehn bis 15 Jahre. Das sei gut, denn so können die Mitarbeiter ihre Schützlinge früher prägen.

Mädchen sollen ein Frauenfußballspiel besuchen

Die 26-jährige Stephie Maul ist Nachfolgerin von Heidi Häusler, die im vergangenen Jahr nach mehr als 20 Jahren die Einrichtung verließ. „Als ich eine Weile allein gearbeitet habe, merkte ich, dass die Jungs in der Überzahl waren. Jetzt kommen wieder mehr Mädchen“, sagt Kühnel. Und die kriegen richtig was geboten, denn die beiden 26-Jährigen haben sich einiges ausgedacht und das Mädchenangebot wiederbelebt. „Das lag brach“, weiß Stephie Maul. Weil die seit langem erwartete „Mädchenetage“ zwar noch kein konkretes Thema ist, sie aber auf jeden Fall in diesem Jahr noch auf dem Areal entstehen soll, forcieren die beiden die Mädchenarbeit. Dazu gehören die „Kreativwerkstatt“ für Mädchen ab zehn Jahren donnerstags von 14.30 bis 17.30 Uhr, die Mädchengruppe für Interessierte ab zwölf Jahren montags von 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr sowie die „Hip-Hop-Dance“-Gruppen, die sich montags von 16.30 bis 17.30 Uhr (Mädchen von zehn bis 14 Jahren) sowie von 17.30 bis 19.30 Uhr (für Mädchen ab 14 Jahren) treffen. Tanzlehrerin Sengül Erinc bringt zurzeit fünf Mädchen im Anfängerkurs und etwa 15 im Fortgeschrittenenkurs Hip-Hop-Schritte bei. Während die Teilnehmerinnen in der Kreativwerkstatt ihr künstlerisches Geschick testen, unternimmt die Mädchengruppe einiges.

„Dort kommen sie zusammen, um andere kennen zu lernen, über Themen wie Freundschaft, Beziehung, Schule oder Ausbildung zu sprechen oder zum Kochen, Feiern, Spielen“, erklärt Caterina Gangi. Ein genauer Ablauf ist noch nicht festgelegt. „Klar wird es Ausflüge und Ähnliches geben, aber das besprechen wir mit den Mädchen.“ Ein Programmpunkt scheint zumindest schon festzustehen. „Wir wollen mit den Mädchen ein Frauenfußballspiel besuchen.“

„Wir sind noch nie so gut besetzt gewesen“

Um das alles auf die Beine zu stellen, haben die beiden Mitarbeiterinnen des Jugendcafés Akquise betrieben – und zwar nicht zu wenig. Sie haben Flugblätter in der Brüder-Grimm-Schule verteilt und auch sonst kräftig die Werbetrommel für ihre Angebote gerührt. „Wir müssen das machen, weil es sich um ein unverbindliches Angebot handelt“, erklären sie. Deshalb sei es sehr gut, dass beim ersten Treffen der Mädchengruppe fünf Interessierte mitgemacht haben.

Akquirieren, das mache Spaß. „Wer den dabei nicht hat, der ist hier am falschen Ort, schließlich ist offene Jugendarbeit Beziehungsarbeit“, sagen beide unisono. Überhaupt macht ihnen das Arbeiten im Jugendcafé sehr viel Spaß: „Es ist total abwechslungsreich, man entdeckt ständig etwas Neues in den Menschen und trifft auf sehr viel Offenheit“, schildert Caterina Gangi die Vorteile. „Außerdem weiß man nie, was der nächste Tag bringt“, fügt Stephie Maul hinzu.

Das gilt auch für Kühnel, der schon lange dabei ist. Er freut sich: „Wirklich, wir sind noch nie so gut besetzt gewesen. Wir haben jetzt zweieinhalb Stellen.“ Jetzt könne er sich wieder Gedanken über Angebote für Jungen machen. Dank der guten Besetzung lasse sich besser und entspannter arbeiten. „Das merken auch die Jugendlichen“, stellt Kühnel fest. Um die kümmert sich neben den beiden jungen Frauen und Kühnel selbst noch der 20-jährige Zivildienstleistende Andreas Wiegand aus Dietzenbach. Seit November ist er im Jugendcafé beschäftigt und ihm gefällt es so gut, dass er noch um einen Monat verlängert hat. Während er also bis Ende Juli bleibt, wird Caterina Gangis Stelle ab Mitte April wieder vakant.

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