Gastronomin Monika Schwebel hat mit der Traditionsgaststätte viel vor

Neues Leben im Grünen Baum in Neu-Isenburg

 Diese Woche wurden die nagelneuen Möbel für den Grünen Baum geliefert.
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Diese Woche wurden die nagelneuen Möbel für den Grünen Baum geliefert.

Es herrscht reger Betrieb in der Gaststätte Zum Grünen Baum im Alten Ort in Neu-Isennburg. Doch es sind – noch – keine Gäste, die ein und aus gehen. Sondern Handwerker. Gerade kommen die Möbelpacker und verladen Stühle. Geht es nach Monika Schwebel, dann läuft der Laden in der Woche zwischen dem 29. Januar und 7. Februar.

Neu-Isenburg - Seit gut sechs Wochen sind Schwebel und ihre beiden Kinder Marc Henry und Mandy Viktoria schwer am Schaffen. „Seitdem geht’s hier richtig rund, wir sind bis zu zehn Stunden am Tag hier. Auch an den Wochenenden“, erzählt die Gastronomin, die zuvor fast 20 Jahre lang das Frankfurter Haus geführt hat. „Bis zum 30. Dezember waren wir dort auch noch geöffnet“, sagt Schwebel, der der Abschied aus „ihrem“ alten Lokal so gar nicht schwer fiel. „Es war an der Zeit.“

Sie sitzt im zweiten Stock des Grünen Baums, den sie liebevoll „im Grünen“ nennt, an einem der neuen Tische und erzählt, wie es dazu kam. Schließlich war das Frankfurter Haus ihre große Liebe. „Aber es ist wie manchmal in einer Beziehung: Die Liebe ist erkaltet. ,Das bin nicht mehr ich’ habe ich mir irgendwann mal gesagt. Ich konnte mich damit nicht mehr identifizieren“, weiß Schwebel, die ursprünglich einen ganz anderen Beruf gelernt hat: Dekorateurin. „Im Grünen Baum war ich früher Stammgast, hier hat es mir immer sehr gut gefallen, die Lage mit Marktplatz und Altstadt.“

Ihr Beschluss, mit Sack und Pack umzuziehen, kam allerdings nicht von heute auf morgen. „Die erste Entscheidung ist schon vor ungefähr vier Jahren gefallen“, erinnert sie sich. „Damals sprach mich Bürgermeister Hunkel an, ob ich nicht den Grünen Baum übernehmen wollte.“ So war der Samen für die Pflanze, die jetzt nach und nach dort wächst, gesetzt. „Ich gehe nicht, weil das Frankfurter Haus schlecht lief“, stellt sie klar. „Im Gegenteil. Das Geschäft war immer gut. Wir hatten unsere Stammgäste. Und wir waren beim Gastronomieführer ,Frankfurt geht aus’ auch wieder unter den Top Fünf.“ Und auch so mancher Promi schaute vorbei. „Vor Kurzem erst war Thomas Gottschalk da.“ Auch mit ihrem Verpächter schied sie im Guten, sagt sie. Aber: „Ich gehe mit lachenden Augen.“

Sie freue sich auf die neue Aufgabe und Familie Schwebel hat viel vor – und einen Pachtvertrag über 15 Jahre. Sie habe zwar von der Einrichtung des Frankfurter Hauses nichts mitgenommen, dafür aber ihr komplettes Team. „Und wir haben einen neuen Chefkoch, Daniel Groß, sowie einen jungen Sous-Chef“, sagt Schwebel und erläutert ihre Zukunftspläne. „Wir behalten die deutsche Küche und fügen zusätzlich eine neue Richtung hinzu, nämlich in die vegetarische und vegane“, die sei zurzeit sehr gefragt. Im Frankfurter Haus sei dieses Angebot, das sie auch dort schon eingeführt hat, nicht wirklich gut angekommen bei den Stammgästen. „Sie haben das nicht akzeptiert, aber ich hoffe, dass sie das annehmen werden, wenn sie ins neue Haus kommen.“

Das verfügt über drei Etagen, wobei die oberste für Veranstaltungen vorgesehen ist. „Im ersten Stock haben bis zu 60 Gäste Platz, im Erdgeschoss ebenfalls. Aber natürlich nicht jetzt in Zeiten von Corona“, betont sie und zeigt auf eine hochmoderne Umluftanlage, die dafür sorgt, „dass hier alle 20 Minuten die Luft vollständig erneuert ist. Das war schon eine riesige Investition“. Überhaupt sollen Umzug und Umbau etliche Hunderttausend Euro gekostet haben.

Außerdem verfügt der neue Grüne Baum über einen mediterranen Innenhof und vor der Tür ist auch Platz für etliche Tische. Jetzt schon gebe es Anfragen für Veranstaltungen. „Und wir bieten auch schon etwas für Kommunionen an“, sagt Schwebel. Eine große Eröffnungsparty hingegen wird es nicht geben – wegen der Pandemie.

Von Enrico Sauda

Eins fehlt noch an dem Haus am Marktplatz: der Name des Lokals. „Wir haben ein neues Logo entwickeln lassen. Das kommt in den nächsten Tagen und wird über der Eingangstür angebracht“, erzählt Monika Schwebel.

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