In der Neuhöfer bleibt alles beim Alten

Ruf nach Verbot für Durchgangsverkehr und mehr Tempo 30

Neu-Isenburg - Wiedersehen mit einem alten Bekannten im Stadtparlament: Ein weiteres Mal ging es diese Woche um einen Antrag der Linken, der sich mit der Verkehrssituation in der Neuhöfer Straße beschäftigt.

Die Forderungen: Verbot für den Durchgangsverkehr (Anlieger frei) und durchgängig Tempo 30 auf dem Stück zwischen Frankfurter Straße und B 46. Das Thema hatte bereits im Mai 2016 für Gesprächsstoff im Parlament gesorgt. Anlass war ein Schreiben, in dem Anwohner eine mittlerweile unerträgliche Verkehrsbelastung beklagten. „In einer ersten Unterschriftenaktion haben sich 119 Anlieger der Neuhöfer Straße für eine Änderung der Verkehrssituation ausgesprochen“, hatte die Linke damals berichtet; und daraufhin den Antrag formuliert. Zum Hintergrund: Insbesondere durch die neuen Reihenhäuser wohnen jetzt viele junge Familien dort, die Sorge um die Sicherheit ihrer Kinder geäußert hatten. Diese Woche nun verwies Linken-Fraktionschef Edgar Schultheiß erneut auf die Unterschriftenliste.

Man muss dazu wissen: Seit geraumer Zeit besteht schon eine Tempo-30-Regelung für die Zeit von 7 bis 18 Uhr vom Pappel- bis zum Lärchenweg. An der Ecke Pappelweg Nord / Neuhöfer Straße befindet sich die Kita, im weiteren Verlauf der Neuhöfer gen B46 ist der Schulweg und Elternparkplatz für die Grundschule Buchenbusch. An den Bushaltestellen sind auf der Straße Schwellen zur Verkehrsberuhigung aufgebracht.

Martin Bock (Grüne) merkte dazu an, dass man sich hier eine Stelle ausgesucht habe, die ohnehin von wenig Verkehr belastet sei: „Durch die Eröffnung der Nordtangente Sprendlingen ist hier die Verkehrsbelastung auf ein Niveau vor 30 Jahren gesunken, die angedachte weitere Beschränkung wird eine Verlagerung mit sich bringen – und dies würde die ohnehin überlastete Friedhofstraße treffen.“ Auch für Oliver Gröll (CDU) war der Antrag nicht nachvollziehbar. „Da ist doch kaum Verkehr, außer von den Anwohnern selbst“, so Gröll. Etwas anders dagegen die Sicht von Gene Hagelstein (SPD): „Tempo 30 ist unschädlich, aber nur Anlieger, das geht gar nicht“. Und Bernd Vohl (AfD) betonte: „Wir lehnen das ab, denn ab dem Pappelweg besteht ja ohnehin schon Tempo 30.“

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Diesen Argumenten widersprach Renate Wissler. Sie wies darauf hin, dass in den letzten Jahren dort der Verkehr stark zugenommen habe. „Seit die Firma Arrow ihre Zentrale in der Frankfurter Straße bezogen hat, ist in der Zeit der Rush Hour die Neuhöfer dort ziemlich zu.“ Ferner bemerkte Wissler, dass der Übergang zur Kita nicht in der 30er-Zone liege. Dies betrifft jedoch nur den Übergang im Pappelweg. „Und nachts wird in dieser Straße schon mal richtig gerast“, setzte Wissler nach.

Bei so unterschiedlichen Ansichten verlief letztlich auch die Abstimmung uneinheitlich: Der Linken-Antrag wurde erwartungsgemäß abgelehnt. Bei der separaten Abstimmung über die einzelnen Aspekte fand die Anlieger-Regelung nur die Zustimmung der beiden Linken-Stadtverordneten, alle anderen stimmten dagegen. In Sachen Ausweitung einer Tempo-30-Regelung auf die gesamte Neuhöfer Straße schloss sich die SPD der Antragstellerin an; die Mehrheit war jedoch auch hier dagegen. (lfp / hov)

Rubriklistenbild: © dpa

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