„Schließung wäre ein Unding“

Online-Petition für Erhalt der Wasseranlage

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Seit Wochen umzäunt: „Wegen Sicherheitsmängeln ist dieses Spielgerät/dieser Spielplatz leider gesperrt“ heißt es derzeit an der Wasseranlage im Tannenwald. Das rechte Bild zeigt die bei vielen Isenburgern beliebte Spielmöglichkeiten im vergangenen Sommer – da noch mit Wasser.

Neu-Isenburg/Frankfurt - Isenburgs Nachwuchs wird in diesem Jahr auf eine beliebte Anlaufstelle für sommerlichen Freizeitspaß verzichten müssen: Die Wasseranlage im Waldspielpark Tannenwald an der Stadtgrenze zu Frankfurt bleibt über die Sommermonate geschlossen.

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Der Grund: Bei einer Kontrolle wurde jüngst festgestellt, dass die Anlage so, wie sie derzeit dasteht, nicht mehr sicher betrieben werden kann. Das hat Bernd Roser vom Frankfurter Grünflächenamt gestern auf Anfrage bestätigt. Im Internet haben Bürger nun eine Petition gestartet, um sich für den Erhalt der Wasserspiele einzusetzen. Der Ort liegt zwar auf Frankfurter Gemarkung, ist aber für viele Isenburger Teil der Kindheitserinnerungen. Das wird auch beim Blick auf die Kommentare im Internet von Leuten deutlich, die den Aufruf „Sich für den Erhalt der Wasseranlage im Tannenwald Neu-Isenburg/Frankfurt einsetzen!!“ auf der Petitionsplattform change.org bereits unterstützen. Auf die Frage, warum sie unterschreibt, antwortet etwa eine Frau: „Weil so was für die Kinder erhalten bleiben muss, wir haben da als Kinder gespielt und meine Kinder sollen das auch können, ohne die Wasserspiele stirbt der ganze Tannenwald und das darf nicht sein.“ Weiter schreibt sie, Spiel und Spaß für Groß und Klein müssten bleiben, „sogar wir als Erwachsene ohne Kinder sind heute noch gerne da und wenn wir dann Kinder haben erst recht. Vor allem für Familien mit nicht viel Geld ist dies etwas, wo sie ihren Kindern eine Freude machen, ihnen etwas bieten können – und da sie keinen Eintritt zahlen müssen, ist sogar mal ein Eis am Kiosk drin“.

Doch der Reihe nach: Dass der Tannenwald in die Jahre gekommen ist, ist keine neue Erkenntnis, auch der Wasserspielplatz hat in seiner jetzigen Form Jahrzehnte auf dem Buckel. Genau wie andere Spielplätze wird er regelmäßig auf Sicherheit überprüft – in der Regel einmal pro Woche per Sichtkontrolle, zudem werden alle drei bis vier Monate Platz und Geräte genauer unter die Lupe genommen und einmal im Jahr steht die Hauptkontrolle an. „Das ist die intensivste Überprüfung, wie der TÜV beim Auto“, erklärt Bernd Roser. Eben eine solche Hauptuntersuchung habe es Ende Januar an der Wasseranlage gegeben. Dabei hatten die Prüfer offenbar allerhand zu beanstanden. Es gehe nicht darum, dass die Anlage baufällig sei, sondern es sei festgestellt worden, dass bestimmte Sicherheitsauflagen nach neueren Vorschriften nicht mehr erfüllt seien.

Diese Jahr wird Anlage wohl nicht mehr geöffnet

Für die Stadt Frankfurt als Betreiberin der Anlage bleiben nun nur zwei Möglichkeiten: zumachen oder reparieren. Seit einigen Wochen sind die braunen Spielgeräte nun umzäunt, auf einem Schild des Grünflächenamts ist zu lesen: „Wegen Sicherheitsmängeln ist dieses Spielgerät/dieser Spielplatz leider gesperrt.“ Normalerweise, so berichtet Roser gestern, würde die Saison fürs Planschen im Freien Mitte Mai wieder beginnen, „doch in diesem Jahr werden wir die Anlage wohl nicht mehr öffnen können“. Das dürfe nämlich erst dann wieder passieren, wenn sie grundlegend erneuert worden sei. Doch so was kostet Geld. Derzeit fehle es für eine schnelle Sanierung an den finanziellen Mitteln, außerdem sei zunächst eine gründliche Planung nötig, und die brauche eben Vorlauf.

Im Moment werde daher diskutiert, wie es mit der Anlage weitergehen soll. Roser hofft, dass sich eine Lösung finden lässt, möglicherweise auch in Zusammenarbeit mit der Stadt Neu-Isenburg. Viele Isenburger wollen indes für den Erhalt der Anlage kämpfen. Dass sie nicht mehr laufen könnte, wäre für die Initiatorin der Online-Petition „unvorstellbar, denkt man nur an all die Kinder, die hier ihre Freude und Spaß finden“. Für Familien, aber auch Kindergärten, Hort oder Ferienspiele sei dies „immer ein gern aufgesuchter Ort, den man ohne Eintritt nutzen konnte“. Es müsse doch möglich sein, dass „gerade unseren Kindern nicht immer mehr genommen wird“.

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Deshalb sollen mit der Petition die Städte Frankfurt und Neu-Isenburg aufgefordert werden, aktiv zu werden, denn es wäre aus ihrer Sicht „ein Unding“, würde „eine der letzten schönen kostenlosen Freizeitmöglichkeiten für Familien und Kinder“ geschlossen. Für ihr Anliegen wirbt die Initiatorin nun im Internet um Unterstützer. Und stößt damit offenbar auf offene Ohren: Die Online-Petition hat bereits gestern bis Redaktionsschluss 450 Unterstützer gefunden. Auch eine Facebook-Gruppe hat sich inzwischen gegründet, dort wird ebenfalls rege über das Thema diskutiert. 

hov

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