Operation Sicherer Schulweg

Neu-Isenburg - Das Problem, über das sie spricht, ist nicht neu, aber offenbar immer wieder deutlich aktueller, als man sich albträumen lässt: Es seien teils „wüste Szenen, die alle Klischees bedienen“, die sich da morgens vor der Hans-Christian-Andersen-Schule abspielen, erzählt die Anruferin.

Gerade jetzt in der kalten Jahreszeit gebe es nicht selten brenzlige Situationen, weil Eltern ihre Sprößlinge mit dem Auto „möglichst bis auf den Schulhof“ bringen wollten. Das Problem, das die Unvernunft einiger Eltern zur Gefahr für viele Kinder wird, stellt sich aber mitnichten nur an der Grundschule in der Innenstadt, sondern vielerorts. Dabei will man bei der Stadt und in enger Abstimmung mit der Polizei und den Grundschulen seit Jahren viel tun, damit Kinder sicher zur Schule kommen.

Ein Weg zu mehr Sicherheit ist das Schulwegsicherungskonzept. Dies werde in Neu-Isenburg seit Jahren auf freiwilliger Basis umgesetzt und sei ein zusätzliches Angebot, das der Sicherheit der Kinder dient, stellt Erster Stadtrat Stefan Schmitt heraus. Dabei werden mögliche Gefährdungspunkte für Schüler besprochen und gegebenenfalls beseitigt. Schmitt, der selbst Vater von zwei Kindern ist, verweist auch auf die empfohlenen Schulwegpläne, die unter www.neu-isenburg.de eingesehen und ausgedruckt werden können.

„Ein gelungenes Schulwegsicherungskonzept bindet alle Verkehrsteilnehmer ein“, betont der Erste Stadtrat. Neben den Maßnahmen der Straßenverkehrsbehörde und der Verkehrserziehung in den Schulen habe aber das Verhalten jedes Einzelnen großen Einfluss. „Ein umsichtiges Verhalten und gegenseitige Rücksichtnahme sind die wichtigsten Bausteine, und gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit sollten die Verkehrsteilnehmer morgens besonders auf die Schulkinder achten“, ruft Schmitt zum vorsichtigen Fahren auf. Auch die Sicherheit der Kinder, die mit dem Bus in die Schule fahren, stehe regelmäßig auf dem Prüfstand. Außerdem gebe es im unmittelbaren Einzugsbereich der Schulen in unregelmäßigen Abständen Kontrollen von Ordnungspolizisten.

Denn obwohl die Park- und Halteregeln vor den Schulen eindeutig gekennzeichnet seien, sei in den Stoßzeiten immer wieder zu beobachten, dass Eltern – sowohl an den Grund- als auch an den weiterführenden Schulen – alle zur gleichen Zeit, am selben Ort und mit laufendem Motor ihre Kinder absetzen wollen. Die Stadt versuche es in diesen Fällen stets zunächst mit Aufklärung, anstatt sofort auf Strafen zu setzen. „Häufig reicht ein Hinweis auf die Straßenverkehrsordnung, um die Verkehrsteilnehmer zu sensibilisieren, gerade beim Bringen und Holen der Kinder“, berichtet Schmitt von Erfolgen dieser Vorgehensweise.

Ein weiteres Thema bereitet dem Ersten Stadtrat Sorge: „In letzter Zeit häufen sich die Klagen über Radfahrer, die auf Gehwegen unterwegs sind.“ Auch das Radeln ohne Licht werde immer mehr zum Problem. Drum plant die Stadt Aktionen mit Schulen, um auf das Thema aufmerksam zu machen.

Was das Radfahren auf dem Gehweg betrifft, so ist die Rechtslage eindeutig: Es ist grundsätzlich verboten. Eine Ausnahme gebe es nur für Kinder bis zum achten Lebensjahr, die den Gehweg benutzen müssen, und Kinder bis zum zehnten Lebensjahr, die ihn benutzen dürfen. Alle anderen, die beim Radfahren auf dem Bürgersteig erwischt werden, müssen mit einem Verwarnungsgeld rechnen. Je nachdem, ob eine Gefährdung anderer vorliegt, kann sowas zwischen fünf und 20 Euro kosten.

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