Stadt plant Wettbewerb zum Umbau der Hugenottenhalle

Ort der Begegnung in Neu-Isenburg

Hugenottenhalle und Stadtbibliothek sollen zu einem Kultur- und Bildungszentrum werden.
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Hugenottenhalle und Stadtbibliothek sollen zu einem Kultur- und Bildungszentrum werden.

Das dürfte eine der Hauptaufgaben der neuen Legislaturperiode der Stadtverordnetenversammlung werden. Die Hugenottenhalle und Stadtbibliothek, beide in die Jahre gekommen und dringend sanierungsbedürftig, sollen zu einem vielfältigen Ort der Kultur, Bildung und Begegnung werden.

Neu-Isenburg - Der Magistrat hat nun einen Bericht zum Stand der Dinge und zum weiteren Vorgehen vorgelegt, der gestern Abend auch Thema der Stadtverordneten war. Mit der Sanierung, dem Umbau und der Erweiterung will die Stadt neue Wege gehen: Die beiden Einrichtungen verschmelzen zu einem Kultur- und Bildungszentrum. Ein „Dritter Ort“ der Begegnung soll entstehen.

Dieser Prozess wurde 2018 angestoßen, mit dem Bericht zum „Raumprogramm Stadtbibliothek, Kulturbüro und Hugenottenhalle“. Darauf aufbauend prüfte das Büro Lengfeld & Wilisch aus Darmstadt in einer Konzeptstudie, welche Erweiterungspotenziale zu welchen Kosten möglich sind und ob grundsätzlich eine Sanierung und Erweiterung im Vergleich zu einem Abriss und Neubau sinnvoll und wirtschaftlich seien.

„Wir wollen nicht nur ein Gebäude sanieren und umbauen, sondern gleichzeitig auch das Thema Kultur erweitern und neu ausrichten, Schnittstellen nutzen und für die Stadtgesellschaft öffnen. Die Hugenottenhalle wird ein Ort der Kultur, der Bildung und Begegnung. Dazu wurde ein Leitbild erarbeitet, das im fortschreitenden Prozess immer wieder nachjustiert werden muss“, betonen der scheidende Kulturdezernent Theo Wershoven und Bürgermeister Herbert Hunkel. Die Hugenottenhalle war schon immer ein Leuchtturm in der Region. Dies soll so bleiben, versichern beide.

Die Stadtverordnetenversammlung fasste 2020 dazu den Beschluss, den gesamten Gebäudekomplex zu sanieren sowie planerisch und konzeptionell weiter zu entwickeln. Die actori GmbH aus München wurde mit einer Markt- und Wettbewerbsanalyse beauftragt, um die Neuausrichtung inhaltlich zu untersuchen. Um ein einzigartiges kulturelles Zentrum zu schaffen, kam es zu der Empfehlung, unterschiedliche Angebote und Nutzungen aus dem Veranstaltungsbereich, der Bibliothek und der VHS zu mischen, um alle Gesellschaftsschichten anzusprechen. Auch eine erweiterte Gastronomie mit zusätzlichem Café wurde angedacht. Mit einem Trennsystem können aus einem großen Veranstaltungssaal bei Bedarf viele kleine Räume entstehen.

„Wir favorisieren diese Idee“, so Wershoven und Hunkel. So können auch weiterhin große Veranstaltungen im veränderten Rahmen stattfinden, aber auch vielfältige, individuelle Seminar- und Veranstaltungsräume angeboten werden.

Bevor die nächsten Planungsschritte eingeleitet werden, hat der Magistrat den Sachstand noch einmal zusammengefasst und nun den Gremien vorgelegt. Bis Ende Juni will die beauftragte actori GmbH die Projektstruktur erarbeiten, wie die weiteren Schritte konkret aussehen. Wichtig ist Hunkel, bei allen Planungen die Bevölkerung durch Workshops oder Infoveranstaltungen einzubinden: „Schließlich bauen wir das Kultur- und Bildungszentrum für die Neu-Isenburgerinnen und Neu-Isenburger“.

Die nächste große Entscheidung wird die Auswahl des Planungsbüros sein. Dazu wird ein Realisierungswettbewerb stattfinden. Bis Mitte 2022 sollen die ersten Entwürfe vorliegen. Parallel dazu werden belastbare Betriebsmodelle und Finanzierungskonzepte erarbeitet. Personell soll der Prozess von einer Leitung begleitet werden, die auch die Umwandlung des Konzepts und die betriebliche Struktur steuern soll. Die Stellenausschreibung wird bereits vorbereitet.

Für die Steuerung der technischen und baulichen Planung und Realisierung des aufwendigen Projekts soll eine kommunale Arbeitsgemeinschaft der GEWOBAU mit der Stadt gebildet werden. Um große Darlehensaufnahmen zu vermeiden, werden von der Stadt weitere Fördermöglichkeiten gesucht.  hok

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