Flughafenausbau

Viel Skepsis beim Ortstermin

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So soll das Terminal 3 samt Verkehrsanbindung aussehen.

Zeppelinheim - Da staunten selbst Kritiker nicht schlecht, als sie auf dem „Feldherrnhügel“ des Frankfurter Flughafens standen und auf das vor ihren Füßen liegende Treiben blickten. Von Leo F. Postl

In der hereinbrechenden Dämmerung waren das Zusammenspiel von Starts und Landungen und der Bodenverkehr ein beeindruckendes Schauspiel. Der Ausflug auf den aufgetürmten Aushubberg war der Abschluss und sicherlich für manchen der Höhepunkt der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates Zeppelinheim, die diesmal – auf Einladung des Flughafenbetreibers Fraport – im InterCity Hotel im Südosten des Flughafens stattfand. Die Gruppe wurde direkt am Bürgerhaus Zeppelinheim abgeholt und auch wieder dorthin zurückgebracht.

Vor der Kür mit dem abschließenden Rundumblick stand jedoch erst einmal die Pflicht der Tagesordnung auf dem Programm. Ortsbeiratsvorsitzender Sebastian Stern verwies auf die Kenntnisnahme der Lärmmessungen durch die Fraport und Neu-Isenburgs Erster Stadtrat Stefan Schmitt berichtete, dass die Reste der ehemaligen Tankstelle an der B44 Ostseite nun endgültig beseitigt worden seien. Für den Bebauungsplan Z4 (Zeppelinheim 4) habe der Investor neue Vorschläge eingereicht, diese will man in Kürze der Stadtverordnetenversammlung vorstellen, so Schmitt.

Zentraler Punkt der Ortsbeiratssitzung war jedoch die Vorstellung der Ausbaupläne für das Terminal 3 samt entsprechender Verkehrsanbindung durch den Projektverantwortlichen Dr. Markus Bernhard. Der Leiter der Abteilung sowohl Ingenieurbau als auch der Abteilung Genehmigungsverfahren berichtete, dass die Rampen bereits fertig seien und auch schon als Abstellpositionen genutzt würden.

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Das in drei Bauphasen zu errichtende Terminal soll bald in Angriff genommen werden. „Wir sind jetzt so weit, dass wir Ende dieses Jahres den Bauantrag einreichen können“, so Bernhard. Zunächst soll ein „Finger“ errichtet werden, danach die weiteren Gebäudeteile samt Verkehrsanbindung. Im Zuge der Baumaßnahme soll auch das Zugangstor zur Cargo City Süd verlegt, die Straßenverkehrsanbindung über einen zusätzlichen Fahrstreifen von der A3 (Autobahnkreuz) gen Süden (A5) verbessert werden. Wie Anton M. Wüst, Direktor des InterCity Hotels bestätigte, plant das Hotel einen Erweiterungsbau mit rund 400 Zimmern. Die Fertigstellung aller Baumaßnahmen ist für 2016 geplant.

Kritik gab es aus den Reihen der Ortsbeiräte über den geplanten Busverkehr von jeweils acht Bussen (in eine Richtung) pro Stunde, um vom Bahnhof Zeppelinheim Beschäftigte als auch Passagiere zum Terminal 3 zu transportieren. „Die Fraport wollte mal ein Parkhaus auf der Westseite bauen, holt die alten Pläne wieder raus und die Busse sind weg“, warf Herbert Becker in die Diskussion.

Erster Stadtrat Stefan Schmitt hatte gar schon fertige Ideen, wie man die Fahrt durch die Straßen von Zeppelinheim „ziemlich unattraktiv“ machen könnte – er dachte laut an Poller, Ampel und Geschwindigkeitsbeschränkung. „Es kann doch nicht sein, dass man ein großes Terminal baut und die Verkehrslösung einer 1400-Seelen-Siedlung aufbürdet“, so Schmitt.

Diskussion um S-Bahn-Anschluss

Die Fraport baut zwar ein PTS (Passenger Transfer System) von den bereits bestehenden Terminals in den Süden, doch darauf wollten die Zeppelinheimer nicht vertrauen. Über einen neuen zusätzlichen Autobahnanschluss soll der Straßenverkehr aus dem Süden an das neue Terminal herangeführt werden.

Schnell kam die Diskussion auf einen S-Bahn-Anschluss, für den man gar noch das alte Gleisbett, das von Walldorf aus in das Flughafengelände führt, nutzen könnte. Dann zog Markus Bernhard seine Trumpfkarte aus dem Ärmel und zeigte anhand des Planes, dass man gerade für einen eventuellen S-Bahn-Anschluss nicht nur eine entsprechende Trasse, sondern auch den Platz für eine Bahnstation im Terminal freihalten werde. „Es hat sich bisher nur noch kein Betreiber gefunden“, so Bernhard. Hier sah er mehr die Verantwortlichen für den ÖPNV denn die Fraport in der Pflicht.

Weiterhin besteht bei den Zeppelinheimern die Angst, insbesondere durch den Bodenverkehr der Flugzeuge beim An- und Abdocken mit noch mehr Lärm beschallt zu werden. Zur Lösung des Problems meinte Ortsbeiratsvorsitzender Sebastian Stern: „Wir wollen gerne unseren Beitrag dazu leisten, doch die Kröte, die wir schlucken sollen, darf nicht so groß sein, dass wir daran ersticken.“

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