Bürgerstammtisch Bansamühle zeigt vor Ort, wo der Schuh drückt

Parkdruck und pöbelnde Jugendliche

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Anwohner zeigen der Ordnungsamt-Leiterin Andrea Ziegler (Zweite von links) auf der Karte die Stellen im Wald, an denen Jugendliche nach ihren Beobachtungen oft lagern.

Neu-Isenburg - Hier eine beschwerliche Ausfahrt, weil nicht ordnungsgemäß geparkt wird, dort ein Grundstück, das mehr und mehr mit Bauwagen zugestellt wird und im Wald zwei Stellen, an denen Jugendliche lagern und Spaziergänger schon mal blöd anmachen: Beim Vor-Ort-Termin mit dem Bürgerstammtisch Bansamühle erfährt die Chefin des Ordnungsamts, was die Bürger beschäftigt.

Ein Bürgerstammtisch im Dialog mit dem Ordnungsamt: Bei dem Rundgang, der am Spielplatz „Am Mühlgraben“ startete, wurden einige Kritikpunkte angesprochen. Der Bürgerstammtisch ist ein freies Treffen, zu dem im Prinzip jeder kommen kann. Die meisten „Stammgäste“ wohnen jedoch im Bereich der Bansamühle, meist zwischen dem Gravenbruchring und der Erlenbachaue. Aber auch Paul Klose, der in der Offenbacher Straße wohnt, kommt regelmäßig, sogar das Westend ist mit Renate Kruske vertreten. „Ich sehe dies mehr als geselligen Treff, bei dem man über Gott und die Welt reden kann“, meint Klose. Ute Wiechert, die direkt am Bansapark wohnt, freut sich auch über die gemeinsamen Unternehmungen.

Diesmal hatte man Andrea Ziegler, die Leiterin des Ordnungsamts, eingeladen, ihr wollte man bei einem Rundgang ein paar „Auffälligkeiten“ zeigen. Vom Treffpunkt am Spielplatz aus ging es denn auch gleich direkt in die „Walachei“, wie der Bereich zum Schindkautweg hin von den Anwohnern gern genannt wird. Auf den Freiflächen ist nicht immer das, was man sich als Nachbar wünscht. „Auf dem großen Grundstück dort hinten stehen in letzter Zeit immer mehr Wohn- und Bauwagen, ob das so sein darf?“, fragte ein Anwohner. Da dort gar ein offizieller Stromkasten installiert ist, sollte es sich um eine genehmigte Sache handeln. „Das ist mir nicht bekannt, aber ich werde mich informieren“, so die Ordnungsamtsleiterin.

Ein allgemeines Problem des abgeschlossenen Wohngebiets von der Bansamühle bis zum Mühlgraben ist die Parksituation. „Es stehen immer mehr Autos auf den engen Straßen, da kommt man aus seiner Hauseinfahrt kaum noch heraus“, schilderte Christel Arnold. In der Tat gibt es Engstellen, ob diese eine Gefahr für den öffentlichen Verkehrsraum darstellen – und wie man Abhilfe schaffen kann – will Ziegler nun prüfen lassen. „Die Leute hätten zwar fast alle entsprechend Platz in ihren Garagen, doch sie werden anderweitig genutzt – sogar Duschen soll es dort geben“, meint ein Bewohner.

Recht unsicher fühlen sich Spaziergänger, ja selbst Hunde-Gassi-Geher bei ihren abendlichen Runden im Wald nördlich des Gravenbruchrings. „Dort gibt es zwei Stellen, einmal ein großes Auslaufrohr des Erlenbachs und einmal eine nicht mehr genutzte Brücke, dort lungern oft Jugendliche herum, die auch schon mal die Leute anmachen“, schilderte ein Hundebesitzer seine Erlebnisse. Er vermutete gar, dass nicht nur viel Alkohol konsumiert, sondern möglicherweise auch gedealt werde. Ziegler riet, bei Verdacht des Drogenhandels die Polizei zu verständigen, aber auch wenn sich die Jugendlichen aggressiv den Spaziergängern gegenüber verhalten. „Das ist zwar Frankfurter Stadtwald, aber bei Gefahr oder Dealerei kommt auch die Isenburger Polizei“, betonte sie.

Gebessert habe sich die Problematik der wiederholten Einbrüche, auch hier hatte das Engagement des Bürgertreffs zur Aktion „Nachbarn schützen Nachbarn“ geführt. Für Ziegler stellte sich die Parkraumsituation noch als „passabel“ dar – da gebe es in anderen Quartieren einen erheblich größeren Parkdruck. „Manchmal muss man nur mal miteinander reden um etwas zu verbessern, deshalb sind wir froh, dass sich Andrea Ziegler für uns die Zeit genommen hat“, bedankte sich Rudi Reitz im Namen des Bürgertreffs. 

lfp

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