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Plädoyer in Neu-Isenburg für Wachsamkeit

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Weiße Rosen gegen das Vergessen: Die „Omas gegen Rechts“ legten anlässlich des Holocaust-Gedenktages an der Frankfurter Straße an den Stolpersteinen Blumen ab.
Weiße Rosen gegen das Vergessen: Die „Omas gegen Rechts“ legten anlässlich des Holocaust-Gedenktages an der Frankfurter Straße an den Stolpersteinen Blumen ab. © jost

Zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust setzen die „Omas gegen Rechts“ ein Zeichen auf der Frankfurter Straße in Neu-Isenburg: Auf den Stolpersteinen, die den Neu-Isenburger Opfern der Nationalsozialisten gewidmet sind, legen sie weiße Rosen nieder. „Es ist immer wieder wichtig, an die grausamen Taten aktiv zu erinnern, damit in unserem Land so etwas nie mehr passiert“, erläutern die Frauen beim Ablegen der Blumen, „ganz besonders in dieser Zeit, in der wieder gehetzt wird und die rechten Gedanken öffentlich geäußert werden“.

Neu-Isenburg - Die Gruppe „Omas gegen Rechts“, die inzwischen einen öffentlichen Treffpunkt im Quartier 4 hat, weist außerdem auf die Stolperstein-Broschüre von Dr. Heidi Fogel hin, die die Geschichten der Opfer aufarbeitet. Das Heftchen ist in der Stadtbücherei, im Bürgeramt und im Rathaus zu bekommen.

Krankheitsbedingt hatte die für den Gedenktag von der Stadt geplante Lesung „Kabarett(isten) im KZ“ mit Jo van Nelsen in der Stadtbibliothek kurzfristig abgesagt werden müssen. „Als wir von der Absage erfuhren, haben wir sofort nach einer Alternative gesucht, denn diesen Tag darf man nicht übergehen“, betont Bürgermeister Herbert Hunkel. Am Donnerstagabend traf man sich daher nun zu einer Kranzniederlegung und kurzen Gedenkfeier am Bertha-Pappenheim-Haus. Dort gedachte man insbesondere jener 87 Bewohner – darunter 36 Kinder – des Heims „Isenburg“ des Jüdischen Frauenbundes, die in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort ermordet wurden. „Es ist seit ein paar Jahren eine wichtige Tradition geworden, dass Schülerinnen und Schüler der Goetheschule eine Fahrt nach Auschwitz unternehmen und dort an der Klagewand jene 87 Namen der Ermordeten aus diesem Haus hier vortragen – dies wollen wir heute ebenfalls tun“, erklärte Hunkel. Unter der Gedenktafel lag ein Kranz der Stadt. Pfarrer i. R. Matthias Loesch und seine Frau Jutta hatten noch einen weiteren Kranz mitgebracht. „Dieser ist ganz speziell den Kindern gewidmet“, betonte Loesch.

Das Stadtoberhaupt wies darauf hin, wie wichtig Gedenkveranstaltungen seien: „Wir können dies alles leider nicht mehr rückgängig machen, aber wir müssen alles dafür tun, dass so etwas nie mehr passiert“, sagte Hunkel. Er forderte alle auf, nicht wegzusehen, wenn es auch nur ansatzweise Anzeichen für Rassismus oder jedweder Art von Anfeindungen gebe. „Man hat gesehen, wohin das führen kann – es stockt einem heute noch der Atem, wenn man durch die Gedenkstätte Auschwitz geht“, so Herbert Hunkel.  njo/lfp

Am Bertha-Pappenheim-Haus traf man sich zu einer Kranzniederlegung mit Bürgermeister Herbert Hunkel und Stadtverordnetenvorsteherin Christine Wagner.
Am Bertha-Pappenheim-Haus traf man sich zu einer Kranzniederlegung mit Bürgermeister Herbert Hunkel und Stadtverordnetenvorsteherin Christine Wagner. © postl

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