„Platzbedarf doppelt so groß“

Neu-Isenburg ‐ Bei der jüngsten Mitgliederversammlung des Freundeskreises der Stadtbibliothek haben die Anwesenden unter anderem über einen Ausbau der Einrichtung diskutiert. Von Katrin Diel

Die Erweiterung der Hauptstelle in der Frankfurter Straße und ihre Umgestaltung zu einem Lern- und Bildungszentrum bezeichnete die Vorsitzende Margit Rützel-Banz als „wichtigstes Anliegen für die Zukunft“. Dies sei vom Freundeskreis ja bereits im Zuge des 15-jährigen Bestehens 2009 in einem offenen Brief an Magistrat, Stadtverwaltung und Fraktionen gefordert worden. Stadtbibliotheksleiterin Jutta Duchmann unterstrich bei der Mitgliederversammlung nochmals die Dringlichkeit des Projekts. „Wir müssen aufpassen, dass wir in der Gesamtentwicklung nicht den Anschluss verlieren und unsere Leser nicht in die Büchereien nach Sachsenhausen, Dreieich oder Langen abwandern“, warnte Duchmann.

Lärmpegel ist zu hoch, es fehlt an Rückzugsecken

Nach den geltenden EU-Richtlinien und den nationalen Standards sei die Bibliothek nämlich um 50 Prozent zu klein. Das werde im Alltag augenfällig, da sei es in den Räumen „insgesamt zu voll“. Die Sitzplätze seien zumeist belegt, der Run auf die PC-Plätze enorm. Es gebe zunehmend „Konflikte zwischen den Nutzergruppen“, der Lärmpegel sei zu hoch, und der Krach dringe überall hin. Es fehle an Rückzugsecken.

Rückendeckung erhielten Rützel-Banz und Duchmann von Diplom-Bibliothekarin Sylvia Beiser, Lehrbeauftragte für Bibliotheksbau und -einrichtung an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Sie referierte bei der Mitgliederversammlung des Fördervereins über „Trends und Visionen im modernen Bibliotheksbau“. Sie schilderte anhand zahlreicher Fotos, wie heutzutage Bibliotheken gebaut sein sollten. Ihr Fazit für Neu-Isenburg deckte sich mit der Freundeskreis-Initiative: Der Platzbedarf der Hauptstelle sei nach neuesten Erkenntnissen etwa doppelt so groß – um die Medien offen und zugleich abgeschirmt präsentieren zu können und der Funktion der Bibliothek als Lern- und Bildungszentrum gerecht zu werden.

„Wir bleiben am Ball!"

Kulturdezernent Theo Wershoven meldete sich daraufhin zu Wort. Er dankte dem Freundeskreis für dessen Engagement, avisierte indes für die Hauptstelle in diesem Jahr lediglich eine Renovierung. Eine Erweiterung, für die sich der Freundeskreis stark mache, werde es „in den nächsten beiden Jahren“ nicht geben. Wershoven berief sich dabei auf die Stadtparlamentsmehrheit von CDU und FWG. Er selbst sei der Meinung, „dass wir in der Hauptstelle zwar an Grenzen stoßen“ – aber den Bedürfnissen der Nutzer werde man zurzeit noch gerecht.

Die Freundeskreis-Vorsitzende sah das zwar weiterhin anders, bekundete jedoch ihre Freude über die von Wershoven aufgezeigte Zeitperspektive. „Das lässt uns langfristig hoffen“, sagte Rützel-Banz und kündigte dem Kulturdezernenten an: „Wir bleiben am Ball!“

Der Freundeskreis zählt derzeit 71 Mitglieder. Im vergangenen Jahr wurden Anschaffungen in Höhe von insgesamt 3000 Euro für die Stadtbibliothek getätigt.

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