Klimawende nur durch Umstieg zu schaffen

Fahrgastverband Pro Bahn für Verlängerung der RTW in Neu-Isenburg

Noch ist es Zukunftsmusik: Doch so könnte es aussehen, wenn die Regionaltangente West irgendwann durch Neu-Isenburg – wie hier in der Schleussnerstraße – fährt. Diese Foto-Vision stammt von unserem Mitarbeiter Leo F. Postl.
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Noch ist es Zukunftsmusik: Doch so könnte es aussehen, wenn die Regionaltangente West irgendwann durch Neu-Isenburg – wie hier in der Schleussnerstraße – fährt. Diese Foto-Vision stammt von unserem Mitarbeiter Leo F. Postl.

Unterstützung für die Regionaltangente West (RTW) und die Verlängerung bis ins Birkengewann in Neu-Isenburg kommt vom Fahrgastverband Pro Bahn. Der Regionalverband hat zusammen mit der BI „Pro RTW“ eine „Isenburger Erklärung“ zur örtlichen Verkehrspolitik herausgegeben.

Neu-Isenburg - In jüngster Zeit hat es wieder Gegenwind für das RTW-Projekt gegeben. Apostolos Koreas, stellvertretender Regionalverbandsvorsitzender von Pro Bahn, verweist auf die Einwände aus Eschborn zur dortigen Strecke. „Deshalb ist es wichtig, die Bedeutung der RTW hervorzuhaben“, betont er.

„Die Klimawende ist nur mit dem Umstieg vom Auto auf die Bahn und das Fahrrad sowie des Gütertransports von den LKWs auf die saubere Schiene zu realisieren“, schreibt Koreas in der Erklärung. Die Neu-Isenburger Stadtverordnetenversammlung habe dies ebenfalls erkannt und mit großer Mehrheit die Teilnahme der Hugenottenstadt an diesem Projekt beschlossen. Nur so könne langfristig der weiteren Zunahme des schädigenden Individualverkehrs Einhalt geboten werden.

„Wir begrüßen auch ausdrücklich den Ausbau der RTW bis an das östliche Ende der Stadt ins Birkengewann“, heißt es weiter. Es könne nicht sein, dass Autofahrer öffentliche Parkplätze bis vor ihrer Haustür oder vor jedem Laden verlangen, Bahn- und Busbenutzern dieses Recht jedoch verweigert und der gesamte Lebensraum nur dem Auto- und LKW-Verkehr gewidmet wird. „Außerdem verweisen wir auf die Option der Verlängerung der RTW mindestens bis nach Heusenstamm, eher sogar weiter östlich“, betont Koreas. Dem Kreis Offenbach fehlen die Ost-West-Verbindungen auf der Schiene. Das sehe man täglich an den Staus in und um Neu-Isenburg.

Zudem sei der Radverkehr essenzieller Bestandteil des Umweltbündnisses. Deshalb unterstützen Pro Bahn und Pro RTW die Forderung nach einer Realisierung des Radwegs vom Neu-Isenburger Bahnhof über die Rheinstraße, die Offenbacher Straße bis zum Neubaugebiet Birkengewann. Wichtig seien auch ebenfalls die im Nordosten geplante Radverbindung von Offenbach nach Neu-Isenburg sowie auf der westlichen Seite der Radschnellweg von Frankfurt nach Darmstadt, der die Gleise der RTW kurz vor dem Bahnhof überqueren wird.

Ausdrücklich befürwortet wird die Verlängerung der Straßenbahnlinie 17 durch Neu-Isenburg bis nach Dreieich, gegebenenfalls sogar bis nach Langen. Koreas habe in Gesprächen mit Geschäftsinhabern der Frankfurter Straße erfahren, dass ein beträchtlicher Anteil die Verlängerung befürworte. „Denn die Ladenbesitzer leiden unter dem sehr hohen Durchgangsverkehr, der Konkurrenz zum Einkaufszentrum und der Abwanderung ins Internet“, betont der stellvertretende Regionalverbandsvorsitzende von Pro Bahn.

Er geht davon aus, dass eine Reduzierung der Parkplätze in Folge der Straßenbahnverlängerung in Kauf genommen werde. „Wichtiger ist, dass genug Haltestellen eingerichtet werden. Dadurch wird der Bevölkerung im Süden Frankfurts die Fahrt nach Neu-Isenburg deutlich erleichtert. Außerdem erhöht die Reduzierung des Autoverkehrs die Lebens- und Aufenthaltsqualität“, so Koreas. Anderenfalls bestehe die Gefahr von weiteren Ladenschließungen und einer Verödung der „Frankfurter“.

Empfehlenswert sei es, das Projekt der Tram parallel zum Bau der RTW zu realisieren. „Dann braucht man nicht die Kreuzung Friedhof-/Frankfurter Straße zweimal aufzureißen“, betont Koreas.

Der Regionalverband von Pro Bahn und die BI „Pro RTW“ möchten das RTW-Projekt weiter kritisch und konstruktiv begleiten. (Von Holger Klemm)

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