Probleme früh erkennen

Neu-Isenburg ‐ Die Schulsozialarbeit unter Trägerschaft der Stadt gibt es in Neu-Isenburg schon seit Jahren. Nun soll die Zusammenarbeit in Form von Kooperationsvereinbarungen schriftlich festgelegt werden. Die Stadt hat zunächst Verträge mit der Goetheschule und der Wilhelm-Hauff-Schule (WHS) unterschrieben. Von Katrin Stassig

Die Schulleiterinnen Evelin Spyra (Goetheschule) und Mechthild Hißler (WHS) betonen: „Es ist nicht selbstverständlich, dass Schulsozialarbeiter im Gymnasium oder in der Grundschule eingesetzt werden.“ Nach den Förderrichtlinien des Kreises wird Schulsozialarbeit nämlich erst ab der Sekundarstufe I bewilligt. „Wir sind der Stadt für die Finanzierung dankbar“, sagt Mechthild Hißler. „Wir könnten das niemals alleine stemmen.“ Und vom Kultusministerium kämen immer nur leere Versprechungen.

„Häusliche Probleme oder Probleme beim Erwachsenwerden machen nicht vor bestimmten Bildungsgängen halt“, stellt Evelin Spyra fest. Gerade beim Übergang von der Grundschule aufs Gymnasium könnten Probleme entstehen. Manche Schüler seien mit dem Unterrichtsstoff im Zuge von G 8 überfordert.

Offenes Ohr, ohne Noten zu vergeben

Am Goethe-Gymnasium ist seit dreieinhalb Jahren Diplom-Pädagogin Tal Lichtman als Sozialarbeiterin tätig. Viele Schüler kommen in der Pause oder am Nachmittag zu ihr. „Sie ist diejenige, die ein offenes Ohr hat, ohne Noten zu vergeben“, so Schulleiterin Spyra. „Jeder kennt sie – sie wird nur ‚die Talli’ genannt.“

An der Wilhelm-Hauff-Schule ist Diplom-Sozialarbeiterin Martina Reuter seit August 2006 im Einsatz. An der Grundschule entsteht der Kontakt zu den Schülern in der Regel über die Erwachsenen – die Lehrer, die Eltern. Zu Schuljahresbeginn stellt Reuter sich in den Klassen vor, damit die Kinder sie kennen lernen und Berührungsängste abgebaut werden.

Derzeit acht Sozialarbeiter an den Isenburger Schulen

Ziel der Sozialarbeiterinnen ist es, Schwierigkeiten von Kindern frühzeitig zu erkennen. Auch die Integration von Schülern in die Klassengemeinschaft gehört dazu. Sie helfen bei Mobbing, vermitteln zwischen Schülern und Lehrern, beraten Eltern bei Erziehungsfragen.

Acht Sozialarbeiter sind derzeit an den Isenburger Schulen auf sechs Stellen tätig. 400.000 Euro pro Jahr investiert die Stadt. Die Sozialarbeit soll noch in diesem Jahr auch auf die Selma-Lagerlöf-Schule in Zeppelinheim und die Ludwig-Uhland-Schule in Gravenbruch ausgedehnt werden.

Rubriklistenbild: © Symbolbild dpa

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