Kinder und Senioren

„Jung trifft Alt“: 95 Jahre überbrückt

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Berührungsängste? Fehlanzeige. Im Gegenteil: Voller Neugier und Freude begegnen sich im Projekt „Jung trifft Alt“ Generationen. Die sechste Auflage bestätigt den Erfolg. Der Abschied fällt diesmal besonders schwer: Kinder und Senioren ließen gestern das vergangene halbe Jahr bei einem Fest Revue passieren.

Neu-Isenburg - Keine Frage, das Konzept „Jung trifft Alt“ geht auf. Wie sehr es sich im inzwischen sechsten Jahr der fruchtbaren Kooperation von Hort und Seniorenheim bewährt hat, ist gestern Nachmittag beim Abschlussfest zu beobachten.

Schön sei sie gewesen, die Zeit, in der Kinder der Freizeitvilla regelmäßig ins Altenpflegeheim An den Platanen kamen, so ist zu hören. Ein halbes Jahr lang lief der Generationen-Austausch, bei dem eine rekordverdächtige Altersspanne von 95 Jahren überbrückt wurde: Das jüngste Kind war diesmal sechs, die älteste Bewohnerin 101 Jahre alt. Das brachte auch die Herausforderung mit sich, dabei allen Teilnehmern gerecht zu werden.

Jeden Donnerstagnachmittag trafen sich sechs Hortkinder der Freizeitvilla, die an der Albert-Schweitzer-Schule ins erste oder zweite Schuljahr gehen, mit sechs Bewohnern des Altenpflegeheims, um gemeinsam Zeit zu verbringen. Zu Beginn erkundeten die Kinder das Haus und lernten so die Lebenswirklichkeit der Senioren kennen. Daraus ergaben sich weitere Anknüpfungspunkte für gemeinsame Aktivitäten.

Das Projekt wurde aufgrund des großen Erfolgs bereits das sechste Mal veranstaltet, erstmalig im Februar 2011. Sozialarbeiter Klaus Dieter Meier und Alltagsbegleiterin Sevinc Herres hatten mit Bettina Liebermann und Cornelia Bünger, der Leiterin der Freizeitvilla, ein vielfältiges und abwechslungsreiches Programm erarbeitet. Zum Auftakt der Treffen fand immer ein gemütlicher Kaffeeplausch statt mit anschließender „Befindlichkeitsrunde“ und einem gemeinsam gesungenen Lied. Anschließend wurde gebastelt, gemalt oder gebacken. Im Gymnastikraum gab es Bewegungsangebote – zum Beispiel „Body-Percussion“, eine Art Rhythmus-Gymnastik für Rollstuhlfahrer.

Natürlich gab es für beide Seiten auch Überraschungen – doch die Erfahrung, sich mit der anderen Generation auseinanderzusetzen, bereicherte vor allem beide Seiten. Gestern ist zu erfahren, dass es „in dieser Gruppe besonders deutlich zu sehen war, dass einige Kinder mit den Bewohnern eine starke persönliche Beziehung aufgebaut hatten, die ihnen eine ganz besondere Sicht auf die ältere Generation ermöglichte“. Da ist es nicht verwunderlich, dass einigen der Abschied schwer fällt. Sie nutzen das Fest, um ihre Eindrücke auszutauschen und das vergangene halbe Jahr Revue passieren zu lassen.

(lfp)

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