Verkehrskonzepte der Stadt

Rückenwind für Radler

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Ein anständiger Stellplatz fürs Fahrrad ist an der Straßenbahnendhaltestelle oft Mangelware. Das soll sich bald ändern.

Neu-Isenburg - Neue Schutzstreifen und Wegweiser, ein Radverkehrskonzept auf der Zielgeraden und Fortschritt beim Car-Sharing: Was die Stadt in Sachen Verkehr so alles vor hat.

Bleiben die Temperaturen so mild, werden wohl schon dieser Tage einige Isenburger ihre Fahrräder aus dem Keller holen und flott machen für die Radsaison. Spätestens aber im Frühjahr ziehen immer mehr Leute das Rad den öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Auto vor. Es ist auch erklärtes Ziel der Stadtoberen, das Radeln weiter zu verbreiten. Wegweisendes Aufholen in Sachen (Rad-)Verkehr hat sich die Stadt daher für 2015 auf die Fahnen geschrieben: „Mobilität und Verkehrsplanung sind die großen Themen, die wir dieses Jahr auf der Agenda haben“, kündigt Erster Stadtrat und Baudezernent Stefan Schmitt (CDU) an.

Um Isenburgs Qualitäten für umweltbewusste Selbststrampler zu steigern, soll’s unter anderem zügig vorwärts gehen in Sachen Radverkehrskonzept, an dem bekanntlich Fachleute der Hochschule Darmstadt tüfteln. Das Konzept werde im ersten Quartal den Stadtverordneten samt umfangreichem Maßnahmenprogramm zur Entscheidung vorgelegt, sagt Schmitt. Leitlinie sei dabei das Prinzip „Radverkehr auf der Fahrbahn“. Im Konzept sei etwa die kurzfristige Umsetzung von Schutzstreifen vorgesehen, die das Radeln sicherer machen sollen – in Kurt-Schumacher-Straße und Friedensallee – sowie ein Minikreisverkehr an der Ecke Am Trieb/Offenbacher Straße im Birkengewann.

Für den Baudezernenten gehören neben einem verbesserten Radwegenetz aber auch „hochwertige Fahrradabstellanlagen“ dazu. Noch dieses Jahr werde das Projekt „Fahrradabstellanlagen vor öffentlichen Einrichtungen“ abgeschlossen. ADFC-zertifizierte Anlagen sollen aufgestellt werden an den Standorten Bansamühle, Haus Dr. Bäck, Bildungszentrum Westend, Jugendcafé, Bertha Pappenheim-Haus, Kita Kaleidoskop, Hugenottenhalle sowie im Sportpark. Kostenpunkt: 30.000 Euro. „Das werden nicht diese sogenannten Vorderrad-Quetscher, sondern radfreundliche Bügel“, betont Schmitt. Und dass es auch am Bahnhof 24 weitere Fahrradabstellanlagen geben soll.

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Die Wegweiser für Radler sollen ebenfalls erweitert werden. Neun innerörtliche Ziele, darunter Bahnhof oder Waldschwimmbad, werden ergänzend zum Wegweisungssystem für den Kreis ausgewiesen. Die Wegweiser seien bereits geliefert, die Montage erfolgt laut Stadt „kurzfristig“. 15 000 Euro lässt sich die Stadt die vereinfachte Navigation für Radler kosten. Noch in diesem Jahr soll außerdem eine Entscheidung darüber fallen, „ob und wie ein öffentliches Fahrradverleihsystem eingerichtet werden soll“, sagt Schmitt.

Deutlich weiter sei man bereits beim Thema Car-Sharing. Er klingt optimistisch, als er von „laufenden Gesprächen mit führenden Anbietern“ erzählt. Ziel sei es, bis zur Jahresmitte eine Car-Sharing-Station in Isenburg einzurichten.

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Auch an der jüngst barrierefrei umgebauten Straßenbahnhaltestelle soll’s bald neue Fahrradabstellanlagen geben. Zudem sei man in Verhandlungen mit Frankfurt bezüglich der Neuordnung des Park&Ride-Parkplatzes und zum barrierefreien Ausbau auch der zweiten Haltestelle.

Weiteres Thema ganz oben auf der Agenda des Dezernenten: der ÖPNV. Derzeit werde der Nahverkehrsplan im Kreis Offenbach vom Büro Metron im Auftrag der Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach überarbeitet, dabei stehe auch Isenburgs Busliniennetz auf dem Prüfstand. Daher bittet er um Verständnis, dass die Stadt erst dann mit dem barrierefreien Umbau der Bushaltestellen weitermache, wenn der Plan erstellt und damit klar sei, wo genau es künftig welchen Stopp geben werde. Ziel Neu-Isenburgs müsse natürlich bei aller Neuordnung sein, „dass es keine Verschlechterung im Busverkehr geben darf“.

hov

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