Radwegverbindung bereitet Bürgern und ADFC Sorgen

Ruf nach einer Ampel für Pedaleure

+
Blick von der Nordseite des Gravenbruchrings auf die Kreuzung vor der Brücke der A661. Dort die Straße zu kreuzen, sei vor allem für Familien mit Kindern gefährlich, so die Kritik im Gravenbrucher Ortsbeirat. Bild links: Gute Nachrichten für Radler gibt’s vom Bahnhof: Die neue Fahrradabstellanlage mit Überdachung ist fertig – und wird bereits gut genutzt.

Neu-Isenburg - Dass es noch Luft nach oben gibt bei der Radwegverbindung zwischen der Kernstadt und Gravenbruch, ist keine neue Erkenntnis. Im Ortsbeirat machen sich Politik und ADFC gemeinsam auf die Suche nach Sofortmaßnahmen für mehr Sicherheit.

Diesmal im Fokus: die Querung des Gravenbruchrings. Gute Nachrichten für Pedaleure gibt’s indes vom Bahnhof: Die Fahrradabstellanlage mit Überdachung ist fertig. Um die Suche nach Optimierung für die Radwegverbindung von Gravenbruch nach Neu-Isenburg zu diskutieren, hatte Gravenbruchs Ortsvorsteher Dirk Papenbrok (CDU) auch Isenburgs ADFC-Vorsitzenden Franz Drews eingeladen. Beide nutzen ihr Rad nicht nur in der Freizeit, sondern Papenbrok fährt, wenn es das Wetter zulässt, mit dem Rad zur Arbeit nach Frankfurt. „Wir beide sind die Radwege in Gravenbruch selbst und von hier nach Neu-Isenburg abgefahren, leider gibt es viel zu bemängeln“, so Franz Drews.

Grundsätzlich entsprächen – aufgrund neuer Breitenvorschriften für Radwege sowie deren gemeinsamer Nutzung mit Fußgängern – viele Rad- und Fußwege nicht mehr den gesetzlichen Vorschriften. „Allein schon bei der Begegnung von zwei Radfahrern gibt es an vielen Stellen Probleme“, betonte Drews. Ganz bedeutsam für die Stadt als Verantwortliche für etwaige Haftungsansprüche wäre aus seiner Sicht die sofortige Entfernung der Schilder, die an den zu engen Wegen eine gemeinsame Nutzung von Fußgängern und Radlern vorsehen. Hier riet Drews zu schnellem Handeln.

Der größte Kritikpunkt betraf jedoch die Kreuzungsstelle des Radweges mit dem Gravenbruchring – kurz vor der Brücke der A661. „Hier wechselt der Radweg, wenn man aus Isenburg kommt, von der Nordseite des Gravenbruchringes auf die Südseite und der Verkehr von rechts, also aus Neu-Isenburg, kann überhaupt nicht eingesehen werden“, beschrieb Drews die Lage. In umgekehrter Richtung seien es die Fahrzeuge, die aus dem Dunkel der Brücke plötzlich auftauchten. „Wenn dort Familien mit Kindern die Straße kreuzen wollen, ist dies ein recht gefährliches Unterfangen – und es muss ja nicht erst was Schlimmes passieren, bevor man tätig wird“, rät auch hier Drews zum baldigen Handeln.

Ampelregelung als sicherste Lösung vorgeschlagen

Als sicherste Lösung wurde sowohl von Papenbrok als auch von Drews eine Ampelregelung vorgeschlagen. „Eine Bedarfsampel, die der Radfahrer auslöst, wäre hier angebracht“, meint Papenbrok. Zusätzlich könne eine entsprechende Markierung auf der Fahrbahndecke, etwa schwarz-weiße Karos, auch die Autofahrer auf eine Gefahrenstelle hinweisen. „Das Schild, das auf kreuzende Radfahrer verweist, steht viel zu weit weg“, ergänzte Drews. Zudem seien viele Abschnitte der Radwegeverbindung nicht „alltagstauglich“, führte Papenbrok an.

Nun könne man eine Ampel nicht von heute auf morgen dort hinstellen, das brauche seine Zeit, verwies Bürgermeister Herbert Hunkel auf Vorlaufzeiten mit den Entscheidungen in den verschiedenen Gremien – und Geld koste es schließlich auch. Papenbrok führte ins Feld, dass eine Ampel vor der stark frequentierten Kreuzung der Sprendlinger Landstraße mit dem Gravenbruchring und der B459, die nach Gravenbruch führt, zu Rückstau führen könnte. Dies sah Hunkel aber auch als willkommenen Regulator für eine Entlastung der Karlstraße in der Isenburger Innenstadt. „Manche Autofahrer würden dann doch andere Wege nehmen“, hofft Hunkel.

Jetzt, so der Vorschlag des Bürgermeisters, soll sich die Verkehrskommission mit Beteiligung des ADFC des Themas annehmen, bevor teure Schnellschüsse veranlasst würden. „Uns sind jetzt die Kritikpunkte bekannt und wir werden handeln“, versprach Hunkel. Bekanntlich soll ja – vielleicht noch in diesem Jahr – der Radweg parallel zur B456 nach Gravenbruch neu gebaut werden. Dann dürfte auch der Kreuzungsbereich am Autokino – dort müssen die Radler ja wieder auf die andere Seite wechseln – mit der Ampelregelung unter die Lupe genommen werden.

Grenzenlos radeln auf der Vennbahn

Gute Nachrichten gibt’s indes für Radler, die Möglichkeiten schätzen, ihren Drahtesel am Bahnhof trocken und sicher abzustellen: Die dritte, überdachte Fahrradabstellanlage ist fertig. „Neben den zwei überdachten Anlagen am Westendplatz bietet die neue Anlage als Stahl-Glaskonstruktion Platz für weitere 24 Räder im Norden der Bahnhofstraße“, so Hunkel. Das Projekt wird im Rahmen der Sozialen Stadt durch das Land gefördert. Geschätzte Kosten: 43.000 Euro.  (lfp)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare