Rathaus-Neubau auf dem Güterbahnhof-Gelände?

Neu-Isenburg - (lu) Der Magistrat lässt derzeit offenbar prüfen, ob statt der geplanten Sanierung des in die Jahre gekommenen Rathauses in der Hugenottenallee ein Neubau auf dem Gelände des Güterbahnhofs, das seit längerem brach liegt, errichtet werden könnte.

Seit Mai 2008 herrscht Stagnation auf dem Güterbahnhofsgelände. Dort sind vom holländischen Investor Geeris bisher zwar die Spielothek sowie zwei große Tiefgaragen gebaut worden. Auch der zum Theaterbistro „Gleis 1“ umgebaute ehemalige Kunstbahnhof, der alte Güterbahnhof, soll nun am 20. März seine Pforten öffnen.

Doch die geplante restliche Bebauung über den Tiefgaragen bis zum Bahnwärterhäuschen mit Autohäusern - darunter das Toyota-Autohaus Oestreich - hatte sich, wie berichtet, zerschlagen und wurde seit dem Baustopp im Frühsommer 2008 nicht weiter verfolgt.

„Eine entsprechende Prüfung für einen Neubau dort läuft“, bestätigte gestern auf Anfrage Bürgermeister Oliver Quilling. Eine erste, überschlägige Kostenschätzung habe jedoch ergeben, dass ein Neubau deutlich teurer werde als eine Sanierung des alten Rathauses. Dies offenbar vor allem aus Gründen der Statik. „Die Tiefgaragen sind für zwei flache, ,leichte‘ Autohäuser ausgelegt und nicht für ein Verwaltungsgebäude mit mindestens vier Stockwerken. Unsere Experten im Bauamt sagen, das geht nicht.“ Diese Neubau-Möglichkeit werde wohl wegfallen. Zudem könne die Sanierung des bisherigen Rathauses, wo derzeit Beton-Untersuchungen liefen, für die Stadt deutlich günstiger werden durch Mittel aus dem Konjunkturpaket II des Bundes, das man anzapfen wolle.

„Uns interessiert vor allem, ob weiterhin von einer Bebauung mit zwei Autohäusern ausgegangen wird, oder ob der Projektentwickler mittlerweile andere Investoren in Betracht zieht“, begründet der SPD-Fraktionsvorsitzender Christian Beck eine entsprechende Anfrage der Sozialdemokraten an den Magistrat zum Güterbahnhofgelände, aber auch zur Weiterentwicklung des ehemaligen Holzmann-Geländes an der Gehespitz durch Investor Jürgen Harder, die der SPD ebenfalls „Sorge bereitet“.

„Es ist nicht erkennbar, wie sich das Areal entwickeln soll. Seit Monaten herrscht Stillstand. Die ursprünglichen Vorgaben, zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen sowie weitere Entwicklungsmöglichkeiten auch für Isenburger Betriebe zu schaffen, sind bisher nicht erfüllt“, moniert Peter Scholz, baupolitischer Sprecher der SPD. Seit der Ansiedelung von Siemens und der Errichtung des Parkhauses vor mehr als einem Jahr gebe es dort auf dem Areal keine Fortschritte mehr zu verzeichnen.

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